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Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise: EU-Strategien und Rumänien
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Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise: EU-Strategien und Rumänien

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Vier EU-Staaten verzichten oder reduzieren Beimischpflichten für Biokraftstoffe.
  • Deutschland will bis 2030 alle landwirtschaftlichen Rohstoffe aus Biokraftstoffen entfernen.
  • Finnland senkte 2022-2023 Beimischungsverpflichtungen zur Preissenkung.
  • Rumänien investiert stark in Biokraftstoffwerke trotz Unsicherheit.

Die Kraftstoffpreise sind zu einer großen Sorge für alle europäischen Fahrer geworden und treiben Regierungen dazu, Lösungen zur Stabilisierung der Kosten zu suchen. Während die Europäische Union seit 2007 die Beimischung von Biokraftstoffen in herkömmliche Treibstoffe vorschreibt, haben zuletzt vier Mitgliedstaaten beschlossen, diese Verpflichtung zu verzichten oder sie zu reduzieren. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund, dass Biokraftstoffe zur Erhöhung des Endpreises von Benzin und Diesel beitragen.

Jeder Mitgliedstaat hat seine eigene Strategie entwickelt, um die Kraftstoffpreise auf einem akzeptablen Niveau zu halten, doch die Herausforderungen sind erheblich. Einerseits gibt es den Druck steigender Kosten, andererseits europäische Vorgaben zur Entwicklung der Branchen alternativer Kraftstoffe und zur Reduzierung schädlicher Emissionen.

Vier Länder verzichten auf die Verpflichtung zur Beimischung von Biokraftstoffen

Finnland hatte ehrgeizige Pläne, den Anteil an Biokraftstoffen bis 2029 auf 30% zu erhöhen. Die finnischen Behörden beschlossen jedoch, die Beimischungsverpflichtungen für die Jahre 2022 und 2023 zu senken, das Hauptziel ist die Senkung der Preise sowohl für fossile als auch für erneuerbare Kraftstoffe.

Lettland hat ähnliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise umgesetzt und die verpflichtende Beimischung von Biokraftstoffen vom 1. Juli 2022 bis 31. Dezember 2023 ausgesetzt. In diesem Zeitraum wird die Beimischung von Biokraftstoffen in Benzin und Diesel für Händler freiwillig.

Deutschland schlägt einen noch radikaleren Ansatz vor, der darauf abzielt, bis 2030 alle landwirtschaftlichen Rohstoffe aus der Biokraftstoffproduktion zu entfernen. Das deutsche Argument beschränkt sich nicht nur auf die Preisstabilität auf dem Kraftstoffmarkt, sondern berücksichtigt auch globale Ernährungssicherheitsbedenken.

Die Tschechische Republik hat beschlossen, Biokraftstoffe ab dem 1. Juli 2023 optional zu machen, während die Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Schadstoffreduktion weiterhin in Kraft bleiben.

Globale Perspektiven der Biokraftstoffe

Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet mit einer Verringerung des Biokraftstoffverbrauchs in naher Zukunft, hauptsächlich bedingt durch die hohen Kraftstoffpreise. Der Krieg in der Ukraine hat das Ungleichgewicht auf dem globalen Energiemarkt verschärft und zu diesem Trend beigetragen.

Dennoch unterscheiden sich Biokraftstoffentwicklungen erheblich von Land zu Land. Trotz des allgemeinen Rückgangs wird in sechs europäischen Ländern ein Anstieg der Bioethanolproduktion erwartet: Frankreich, Deutschland, Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien.

Situation in Rumänien: Investitionen in einem Kontext der Unsicherheit

Rumänien befindet sich in einer widersprüchlichen Situation. Einerseits investiert das Land erheblich in Biokraftstoffwerke, andererseits verzichten mehrere Staaten auf deren Nutzung. Außerdem ist die EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen für den Zeitraum 2021–2031 noch nicht vollständig in die rumänische Gesetzgebung umgesetzt worden.

Wichtige Investitionen in die Biokraftstoffproduktion

Das Schweizer Unternehmen Clariant plant die Eröffnung einer hochmodernen Fabrik zur Herstellung von Zellulose-Bioethanol in Podari. Die Investition wird auf 140 Millionen Euro geschätzt und etwa 800 Arbeitsplätze schaffen.

OMV Petrom hat angekündigt, nachhaltigen Luftfahrtkraftstoff für die Luftfahrt (SAF – Sustainable Aviation Fuel) an der Raffinerie Petrobrazi herzustellen. Der Prozess umfasst die Verarbeitung von Rapsöl aus dem lokalen Markt und wird zur Verringerung der CO2-Emissionen bei kommerziellen Flügen beitragen.

Biomassepotenzial Rumäniens

Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft hat Rumänien die Kapazität, jährlich zwischen 35 und 50 Millionen Tonnen Biomasse aus Resten von Pflanzen zu produzieren. Dieses energetische Potenzial variiert je nach Produktion von Energiepflanzen jährlich.

Im Jahr 2020 produzierte Rumänien etwa 300.000 Tonnen reinen Biodiesel (292.374 Tonnen gemäß INS) von insgesamt 21,8 Millionen Tonnen, die in der EU produziert wurden. Unser Land befindet sich am unteren Ende der europäischen Produzentenliste, die von:

  • Spanien: 4,2 Mio. Tonnen
  • Deutschland: 3,7 Mio. Tonnen
  • Frankreich: 2,3 Mio. Tonnen

Herausforderungen und Chancen für den rumänischen Markt

Der Verzicht mehrerer europäischer Länder auf die verpflichtende Nutzung von Biokraftstoffen wirft wichtige Fragen zur Zukunft der rumänischen Investitionen in diesem Sektor auf. Dennoch bleiben die EU-Verpflichtungen zur Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen und zur Entwicklung erneuerbarer Energien in Kraft, was die Nachfrage nach Biokraftstoffen langfristig aufrechterhalten könnte.

Rumänien muss die Balance finden zwischen dem Bedarf, die Kraftstoffpreise für Verbraucher zu senken, und der Möglichkeit, eine lokale Biokraftstoffindustrie zu entwickeln, die zur Energiesouveränität des Landes und zur Erreichung der Umweltziele beitragen könnte.

Fotoquelle: digi24.ro