- Die A-Klasse W168 war 1997–2004 Mercedes’ erstes Frontantriebsmodell.
- Kontroverse 1997 um Kippsstabilität; ESP-Upgrade und Fahrwerk brachten Abhilfe.
- Über 1,1 Mio. Einheiten verkauft; erschwinglich und praktisch für Städte.
- Häufige Probleme: DPF-Verstopfung bei Stadtfahrten; CVT-Getriebeprobleme nach 100.000 km.
Die Mercedes-Benz A-Klasse W168 markierte den Einstieg der Marke in das Kompaktsegment und war das erste Frontantriebsmodell des Unternehmens. Eingeführt im Jahr 1997, lief diese Generation bis 2004 und verkaufte sich weltweit über 1,1 Millionen Einheiten.
Obwohl die Einführung von Kontroversen zur Kippstabilität begleitet war, wurde dieses Problem durch ESP und Änderungen am Fahrwerk behoben. Die W168 galt als erschwingliche und praktische Option für den urbanen Einsatz und gewann damit eine breite Anhängerschaft.
Geschichte und Kontext der Mercedes-A-Klasse W168
In den 1994er Jahren bestätigte Mercedes-Benz die Pläne, eine kompakte automobile Lösung zu entwickeln, um den Zugang zur Premiummarke zu erleichtern. Die A-Klasse sollte das erste Einstiegsm Modell des Herstellers sein und direkt mit Audi A3 und Volkswagen Golf konkurrieren.
Die offizielle Vorstellung fand auf der Frankfurter Autoata im Herbst 1997 statt, nachdem das Auto Ende 1996 der Presse gezeigt worden war. Die W168 zeichnete sich durch ihr unkonventionelles Design mit erhöhter Sitzposition und kompakten Proportionen aus, optimiert für das Innenraumvolumen.
Die Kontroverse von 1997 prägte die Geschichte des Modells maßgeblich. Die schwedische Publikation Teknikens Värld zeigte, dass der A-Klasse im traditionellen Ausweichversuch die Stabilität verlor. Zunächst lehnte Mercedes das Problem ab, setzte den Verkauf jedoch drei Monate aus, um ESP zu implementieren und die Federung zu modifizieren. Die Kosten dieser Modifikationen beliefen sich auf 300 Millionen Mark, hinzugefügt zur ursprünglichen Investition von 2,5 Milliarden.
Erfahrungen der Eigentümer: Warum sie die A-Klasse W168 wählten
DailyDriven hat direkte Zeugenaussagen von Eigentümern gesammelt, um eine realistische Perspektive auf die Besitz-Erfahrung zu geben.
Ularu Ion Daniel erklärt seine Wahl: “Geringes Budget. Praktisch, zuverlässig, erschwinglich. Guter Verbrauch und Komfort.” Diese Aussage veranschaulicht die Positionierung der W168 als erschwingliche Alternative zu traditionellen Mercedes-Modellen.
Codau Silviu ergänzt: “Es war mein erstes Auto. Ich wollte etwas Kleines für die Stadt und denke, ich habe eine gute Wahl getroffen.” Dieser Ansatz beschreibt das übliche Profil eines A-Klasse-Käufers – jung oder mit begrenzter Erfahrung – der Mercedes-Qualität im kompakten Format sucht.
Häufige Probleme der Mercedes A-Klasse W168
Langzeit-Erfahrungen zeigen einige regelmäßig auftretende Schwachstellen bei diesem Modell:
Probleme mit dem Partikelfilter (DPF)
Dieselmotoren entwickeln häufig Probleme mit dem DPF-Partikelfilter, insbesondere bei überwiegender Stadtnutzung. Eine unvollständige Regeneration führt zur Verstopfung des Filters und zu erheblichen Reparaturkosten.
Defekte am Getriebe
Das CVT-Getriebe erweist sich als der anfälligste Bestandteil des Antriebsstrangs. Das CVT-Getriebe kann nach mehr als 100.000 km Probleme entwickeln, manifested durch Rucken, Geräusche oder Blockaden.
Probleme mit der Federung
Die Federung ist verantwortlich für fast 50 % der gemeldeten Defekte. Besonders betroffen sind kurze Querlenker, Spurstangen und Stoßdämpfer. Die Reparaturkosten können aufgrund der speziellen Mercedes-Komponenten hoch ausfallen.
Defekte an der Zündspule
Benzinmotoren können Zündspulenprobleme entwickeln, die sich durch Zündaussetzer, erhöhten Verbrauch und unruhigen Motorlauf äußern.
Motorenpalette
W168 verfügte über eine breite Palette an Antrieben, von sparsam bis sportlich:
Benzinmotoren
- A140 (M 166 E 14): 80 PS, 130 Nm – Basismotor, sparsam, aber weniger Leistung
- A160 (M 166 E 16): 101 PS, 150 Nm – Kompromiss zwischen Verbrauch und Leistung
- A190 (M 166 E 19): 123 PS, 180 Nm – sportlichere Variante für die Mehrzahl der Kunden
- A32K AMG (M 112 E 32 ML): 349 PS, 450 Nm – extrem leistungsstarke Version, sehr selten
Dieselmotoren
- A160 CDI (OM668 DE 17 A red): 59 PS, 160 Nm – Basismotor, äußerst sparsam
- A170 CDI (OM 668 DE 17 LA): 89 PS, 180 Nm – ausgewogenster Diesel im Angebot
Fahrerlebnis und reale Verbrauchswerte
Das Sandwich-Konzept der A-Klasse, bei dem der Motor unter dem Fahrgastboden positioniert ist, sorgt für ein unverwechselbares Fahrerlebnis. Die aufrechte Sitzposition und die hervorragende Sicht sind klare Pluspunkte.
Innenraum und Vielseitigkeit
Aufgrund des innovativen Designs bietet die A-Klasse trotz kompakter Außenmaße einen überraschend großen Innenraum. Das modulare Sitzsystem ermöglicht 72 verschiedene Konfigurationen, mit Laderaumvolumen von 390 bis 1.740 Litern (bei umgeklapptem Beifahrersitz).
Die Fahrzeugsstruktur integrierte fortschrittliche Sicherheitsmerkmale jener Zeit, darunter austauschbare Frontmodule aus Aluminium und Kunststoffkotflügel, die sich bei leichten Aufprällen regenerieren.
Fahrverhalten – direkte Zeugenaussagen
Ularu Ion Daniel beschreibt das Fahrverhalten so: “In der Stadt fährt es gut, außerhalb der Stadt ist es hervorragend, solange man nicht über 120 km/h kommt.” Diese Geschwindigkeitsgrenze spiegelt den höheren Schwerpunkt und das Verhalten in schnellen Kurven wider.
Codau Silviu ergänzt: “In der Stadt ist es perfekt, solange du keine Schlaglöcher hast. Außerhalb der Stadt genauso gut.” Die Bemerkung zu Schlaglöchern hebt die relativ straffe Federung hervor, die für Stabilität sorgt.
Reale Verbrauchswerte
Eigentümer berichten vernünftige Verbrauchswerte für diese Fahrzeugklasse:
- Gemischte Nutzung: 5–6 l/100 km (Codau Silviu)
- Detailliert: 5–6 l/100 km außerhalb der Stadt, 10–12 l/100 km in der Stadt (Ularu Ion Daniel)
Diese Werte liegen innerhalb der normalen Parameter für kleine Benzinmotoren jener Zeit.

Langfristige Zuverlässigkeit
Marktdaten ordnen die A-Klasse W168 unter dem Durchschnitt der Zuverlässigkeit im Premiumsegment ein und sie ist deutlich weniger zuverlässig als die Zeitgenossen Audi A3 oder VW Golf.
Analyse der problematischen Bereiche
Das Hauptproblem bleibt die Federung, verantwortlich für fast 50 % der gemeldeten Defekte. Die tiefe Lage der Lichtmaschine ist eine weitere Verwundbarkeit, insbesondere ohne Unterbodenschutz.
Erfahrungen der Eigentümer mit der Zuverlässigkeit
Ularu Ion Daniel berichtet: “Die Lichtmaschine, sehr niedrig angeordnet, wird oft nass und macht Probleme, wenn kein Unterbodenschutz vorhanden ist.” Diese Problematik lässt sich durch die Montage des originalen Metall-Schutzes verhindern.
Codau Silviu bestätigt die statistischen Tendenzen: “Ich hatte kleine Probleme mit dem kurzen Querlenker und den Spurstangen. Ansonsten läuft alles gut.” Dieses Zeugnis bestätigt die wiederkehrenden Probleme an der Federung, deutet aber darauf hin, dass die meisten Defekte gering sind.
Gebrauchtwagenpreise
Der rumänische Gebrauchtwagenmarkt zeigt erschwingliche Preise für den W168, was eine deutliche Abwertung widerspiegelt:
- Mercedes A-Klasse A170 1.7 Diesel (1999, 250.000 km): 1.000 Euro
- Mercedes A-Klasse 170 CDI (2004, 150.000 km): 1.790 Euro
Diese Preise positionieren den W168 als erschwingliche Option für Käufer mit begrenztem Budget.
Kaufempfehlungen
Checkliste der wesentlichen Punkte
- Aufhängung: Prüfen Sie Querlenker, Spurstangen und Stoßdämpfer auf Verschleiß
- Getriebe: Testen Sie das CVT-Getriebe auf unterschiedlichen Strecken
- Kraftstoffsystem: Prüfen Sie den DPF bei Dieselmotoren
- Lichtmaschine: Prüfen Sie Funktion und Vorhandensein des Unterbodenschutzes
- Servicehistorie: Vollständige Dokumentation deutet auf ordentliche Wartung hin
Tipp eines erfahrenen Eigentümers
“Wenn man ein günstiges Auto sucht, das im Stadtverkehr zuverlässig funktioniert, ist es perfekt. Achten Sie auf den Motor und darauf, wie das Auto unter dem Unterbodenschutz aussieht.” – Die DailyDriven-Empfehlung unterstreicht die ideale Nutzung der W168 als urbanes Fahrzeug.
Fazit
Die Mercedes A-Klasse W168 bleibt eine gangbare Option für Käufer, die einen erschwinglichen Mercedes suchen – vorausgesetzt, man trifft eine sorgfältige Auswahl und hat realistische Erwartungen. Obwohl die Zuverlässigkeit nicht dem Premiumstandard entspricht, kann das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv sein, vor allem für überwiegend städtischen Einsatz.