- Viele Fahrer wechseln Öl selbst; richtige Altöl-Entsorgung schützt die Umwelt.
- Öl verschleißt nicht klassisch; Additive bauen ab, Filter sammelt Verunreinigungen.
- Filtration und Wiederverwendung ist teuer, unpraktisch und technisch aufwendig.
- Empfohlene Option: Altöl zu spezialisierten Recyclingzentren bringen, die es dem Kreislauf zuführen.
Immer mehr Autofahrer entscheiden sich dafür, grundlegende Wartungsarbeiten am Fahrzeug selbst durchzuführen – sei es aus Begeisterung für die Fahrzeugtechnik oder um Servicekosten zu sparen. Der Ölwechsel gehört zu den am einfachsten durchzuführenden Arbeiten, die jeder Autobesitzer selbst erledigen kann. Doch nach Abschluss dieser Arbeit stellt sich oft eine zentrale Frage: Was tun mit dem Altöl? Die Antwort ist nicht nur einfach, sondern auch entscheidend für den Umweltschutz.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die korrekte Entsorgung von Altöl: Warum es recycelt werden kann, wohin es gebracht werden kann, wie man es bis zur Wiederverwertung richtig lagert und wie man sogar belohnt werden kann, wenn man es recycelt.
Warum sich Motoröl nie abnutzt
Die meisten Fahrer glauben, dass Öl im Laufe der Zeit dunkler und dicker wird, weil es verschleißt. Aber die Realität ist überraschend: Motoröl verschleißt nie im klassischen Sinn. Theoretisch könnte dasselbe Öl unendlich verwendet werden, wenn es nach jedem Einsatzzyklus filtriert und gereinigt würde.
Wenn Öl durch den Motor zirkuliert, um metallische Bauteile zu schmieren, erfüllt es zusätzlich eine wesentliche sekundäre Aufgabe: Es nimmt Ruß- und Kohlenstoffpartikel auf, die während der Verbrennung entstehen. Diese Partikel sind normale Nebenprodukte der inneren Verbrennung, unabhängig davon, ob es sich um einen Benzin- oder Dieselmotor handelt.
Das Öl wird dicker und schwarz, nicht weil es sich abnutzt, sondern weil der Ölfilter seine maximale Fähigkeit zur Rückhaltung von Verunreinigungen erreicht. Sobald der Filter gesättigt ist, beginnen Kohlenstoffpartikel, sich direkt im Öl anzusammeln, was seine Farbe und Viskosität verändert. Hinzu kommt der Abbau der Additive in der Zusammensetzung des Öls (Antioxidantien, Reinigungs- und Dispersionsmittel), die mit den hohen Temperaturen und der Oxidation im Laufe der Zeit an Wirksamkeit verlieren.
Was Sie mit Altöl vom Motor tun können
Option 1: Filtration und Wiederverwendung
Theoretisch könnten Sie spezielles Ölreinigungsfiltrationsequipment verwenden, um es erneut zu verwenden. Es gibt auf dem Markt Zentrifugalfilter oder Ultrafeinfilter, die Kohlenstoffpartikel und andere Verunreinigungen entfernen können. Diese Option hat jedoch erhebliche Nachteile:
- Die Kosten professioneller Filtrationsausrüstung sind für den Hausgebrauch hoch
- Durch einfache Filtration können degradierte Additive nicht regeneriert werden
- Der Prozess ist zeitaufwändig und erfordert technisches Fachwissen
- Kosten-Nutzen-Verhältnis ist für den Durchschnittsfahrer nicht günstig
Aus diesen Gründen stellt Filtration und Wiederverwendung von Öl keine praktikable Lösung für die meisten Autobesitzer dar.
Option 2: Recycling in spezialisierten Zentren (empfohlen)
Die beste Wahl ist, Altöl zu einem spezialisierten Recyclingzentrum zu bringen. Diese Zentren verfügen über die notwendige Ausrüstung, um das Öl wieder in den produktiven Kreislauf zurückzuführen und so die Umwelt zu schützen.
In solchen Zentren durchläuft Altöl komplexe Prozesse wie:
- Trennung von Wasser und Sedimenten
- Ultrafeine Filtration
- Vakuumdestillation
- Wiederraffinierung und Additivierung
Das Endergebnis ist ein regeneriertes Basöl, das für die Herstellung neuer Motoröle, industrieller Schmierstoffe oder sogar Brennstoffe verwendet werden kann.
Welche Öle können recycelt werden
Sie können und sollten jedes Öl verwenden, das in einem Fahrzeug verwendet wurde, recyceln, unabhängig von:
- Fahrzeugtyp (Personenkraftwagen, Motorrad, Nutzfahrzeuge, LKW)
- Motortyp (Benzin, Diesel, LPG, Hybrid)
- Ölviskosität (5W-30, 10W-40, 15W-50, etc.)
- Marke oder Qualität des Öls
Außerdem können auch recycelt werden:
- Getriebeöle (Schalt-/Automatikgetriebe)
- Differenzialöle
- Hydrauliköle aus Lenk- oder Bremsanlagen
Wichtig: Mischen Sie Motoröl nicht mit anderen Substanzen wie Kühlmittel, Bremsflüssigkeit oder Scheibenreinigungsmittel, da dies den Recyclingprozess erschwert.
Warum Recycling von Altöl wichtig ist
Auswirkungen auf die Umwelt
Altöl vom Motor ist extrem gefährlich für die Umwelt aus mehreren Gründen:
- Ein Liter Altöl kann bis zu einer Million Liter Trinkwasser kontaminieren
- Enthält Schwermetalle (Blei, Zink, Arsen), die aus Motorkomponenten entnommen werden
- Enthält chemische Additive (Reinigungsmittel, Dispersants, Reibungsmittel), die toxisch sind
- Kohlenstoff- und Rußpartikel können Boden und Nahrungskette beeinträchtigen
Wenn Altöl in die Kanalisation oder in die Toilette gelangt, kann es Abwasserbehandlungsanlagen blockieren und in Flüsse und Meere gelangen; Auf dem Boden oder im Garten kann es langfristig die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigen und ins Grundwasser gelangen; Im Hausmüll kann es austreten und Böden an Deponien kontaminieren.
Wirtschaftliche Vorteile des Recycling
Das Recycling von Altöl schützt nicht nur die Umwelt, sondern trägt auch zur Kreislaufwirtschaft bei:
- Die Ölförderung aus Rohöl erfordert deutlich mehr Energie als die Wiederaufbereitung von Altöl
- Aus 4 Litern Altöl lässt sich ca. 2,5 Liter regeneriertes Basöl gewinnen
- Ressourcen werden geschont
- Der CO2-Fußabdruck der petrochemischen Industrie wird reduziert
Wo und wie Altöl recycelt wird
Sammelstellen
In Rumänien gibt es mehrere Optionen für das Recycling von Altöl:
- Autowerkstätten: Die meisten Werkstätten akzeptieren Altöl kostenlos, auch wenn Sie den Ölwechsel nicht dort durchführen lassen
- Tankstellen: Viele Tankstellen, z.B. Petrom, OMV, Rompetrol, haben Sammelstellen für Altöl
- Gefährliche Abfallentsorgung: Kommunale Zentren oder Entsorgungsunternehmen akzeptieren Altöl
- Autoteilehändler: Einige Großketten haben Sammelprogramme
Belohnungen fürs Recycling
Eine gute Nachricht ist, dass Sie an vielen Standorten belohnt werden, wenn Sie Altöl recyceln:
- Reduzierungen beim Neukauf von Öl
- Treuepunkte in großen Ladenketten
- Kostenlose Produkte wie Ölfilter oder Autotücher
- Finanzielle Boni: In einigen Fällen erhalten Sie sogar Geld für größere Mengen Altöl
So haben Sie sowohl finanziell als auch moralisch das Gefühl, zur Umwelt beizutragen.
Wie Sie Altöl bis zum Recycling korrekt lagern
Wenn Sie nicht sofort zu einem Recyclingzentrum gehen können oder größere Mengen lagern möchten, ist eine korrekte Lagerung essenziell.
Geeignete Behälter
Beste Optionen:
- Metallbehälter mit verschraubtem Deckel
- HDPE-Kunststoffkanister speziell für Öl
- Originalbehälter des neuen Öls (wenn intakt)
Zu vermeiden:
- Trinkwasserflaschen (sie können sich verformen)
- Karton- oder Holzbehälter
- Behälter ohne Deckel oder unsichere Verschlüsse
- Behälter, die andere Stoffe enthalten haben
Lagerbedingungen
Wichtige Regeln:
-
Konstante Temperatur: Öl bei moderaten Temperaturen (10-25°C) lagern
- Einfrieren vermeiden
- Überhitzung (>40°C) vermeiden
-
Belüftung: Lagerräume gut belüften, um Dampfansammlung zu verhindern
-
Leckageschutz: Behälter in eine Auffangwanne stellen oder Leckagen kontrollieren
-
Kennzeichnung: Behälter deutlich mit “ALTÖL” und Datum der Sammlung kennzeichnen
-
Von Kindern und Tieren fernhalten: An einem zugänglichen Ort vermeiden
Wie lange Sie Altöl lagern können
Zwar kann Altöl unter geeigneten Bedingungen lange gelagert werden, empfohlen ist jedoch, es so bald wie möglich zum Recycling zu bringen, idealerweise innerhalb von 2-3 Monaten. Je länger es steht, desto mehr Risiko von Leckagen, weiterer Oxidation und Sedimentbildung, was den Recyclingprozess erschwert.
Ölwechsel zu Hause: Praktische Tipps
Wenn Sie sich entschieden haben, den Ölwechsel selbst durchzuführen, hier einige Tipps, um alles korrekt zu machen:
Vorbereitung
- Prüfen Sie im Handbuch den genauen Öltyp und die Menge
- Besorgen Sie einen neuen Ölfilter und ggf. eine neue Dichtung für die Ölablassschraube
- Stellen Sie einen ausreichend großen Behälter bereit, um das Altöl zu sammeln
- Stellen Sie sicher, dass Sie den passenden Schlüssel für die Ölablassschraube und den Filter haben
Ausführung
- Wärmen Sie den Motor 5-10 Minuten vor dem Ablassen des Öls leicht an, damit das Öl leichter fließt
- Lassen Sie das Öl vollständig ablaufen (mind. 10-15 Minuten)
- Prüfen Sie den Zustand der Dichtungen und ersetzen Sie sie bei Beschädigungen
- Füllen Sie neues Öl schrittweise nach und prüfen Sie den Stand mit dem Peilstab
Nach dem Wechsel
- Starten Sie den Motor und lassen ihn 2-3 Minuten laufen
- Ausschalten und Stand nach ca. 5 Minuten erneut prüfen
- Prüfen Sie auf Undichtigkeiten am Öldeckel und am Filter
- Entsorgen Sie das Altöl in geeigneten Behältern
Vorteile des Ölwechsels zu Hause
Der eigene Ölwechsel bietet mehrere Vorteile:
Persönliche Zufriedenheit: Sie wissen genau, was an Ihrem Auto gemacht wurde, und Sie haben Vertrauen in die Qualität der Arbeit.
Substantielle Einsparungen: Ein Ölwechsel in der Werkstatt kann je nach Auto 150-400 Lei kosten. Wenn Sie ihn selbst durchführen, sparen Sie Arbeitskosten (50-150 Lei).
Lernen und Erfahrung: Sie verstehen besser, wie Ihr Auto funktioniert, und können mögliche Probleme leichter erkennen.
Flexibilität: Sie legen den Zeitpunkt fest, ohne auf Werkstattzeiten angewiesen zu sein.
Kontrolle über die Qualität: Sie wählen Marke und Qualität des Öls und Filters selbst.
Mythen über Motoröl
Mythos 1: “Synthetisches Öl muss nicht so oft gewechselt werden”
Wahrheit: Obwohl synthetisches Öl länger hält als mineralisches Öl, muss es gemäß den Empfehlungen des Herstellers gewechselt werden. Additive verschleißen mit der Zeit, und das Öl sammelt Verunreinigungen, unabhängig von der Art.
Mythos 2: “Wenn das Öl gut aussieht, muss es nicht gewechselt werden”
Wahrheit: Das Aussehen des Öls ist kein zuverlässiger Indikator. Wichtige Additive können auch bei akzeptabler Farbe abgebaut sein. Halten Sie sich an die empfohlenen Wechselintervalle.
Mythos 3: “Man kann jedes Öl mischen”
Wahrheit: Obwohl man in Notfällen mit unterschiedlicher Spezifikation nachfüllen kann, ist es nicht ratsam. Das Mischen von Ölen mit unterschiedlichen Viskositäten und Spezifikationen kann den Motorschutz beeinträchtigen.
Mythos 4: “Altöl kann auf den Boden entsorgt werden – es zerfällt natürlich”
Wahrheit: Das ist einer der gefährlichsten Mythen. Altöl zerfällt keineswegs natürlich und kann Boden und Wasser über Jahrzehnte kontaminieren.
Fazit
Der Ölwechsel zu Hause ist eine zugängliche Aufgabe, die Ihnen das Gefühl gibt, direkt an der Wartung Ihres Autos beteiligt zu sein, und Ihnen hilft, langfristig Geld zu sparen. Recycling von Altöl ist jedoch keine optionale Maßnahme – es ist eine Notwendigkeit zum Schutz der Umwelt. Jeder Liter recyceltes Öl reduziert Umweltverschmutzung und schont natürliche Ressourcen. Gleichzeitig ist der Prozess oft kostenlos, bequem und in vielen Fällen sogar belohnt.
Beachten Sie: Ein einzelner Liter falsch entsorgtes Öl kann bis zu eine Million Liter Wasser kontaminieren. Ihre Entscheidung zu recyceln macht einen echten Unterschied.
Wesentliche Schritte:
- Wechseln Sie das Öl gemäß den Herstellerangaben
- Sammeln Sie das gesamte Altöl in sicheren Behältern
- Lagern Sie es bis zur Abgabe korrekt
- Bringen Sie es zum nächstgelegenen Recyclingzentrum
- Profitieren Sie vom guten Gefühl, die Umwelt zu schützen (und ggf. Belohnungen)
Durch diese einfachen Schritte tragen Sie zu einer saubereren Umwelt und einer nachhaltigeren Automobilindustrie bei, während Sie Geld sparen und mehr über Ihr Auto lernen.