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So pflegen Sie Ihr Auto bei seltenem Fahren – Wartungsleitfaden
Nützliche Tipps

So pflegen Sie Ihr Auto bei seltenem Fahren – Wartungsleitfaden

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Alle zwei Wochen 15–20 km fahren, Drehzahl 3000–4000 U/min.
  • Leerlauf-Warmfahren reicht nicht; Motoren brauchen Bewegung und vollständige Fluidszirkulation.
  • Batterie ist empfindlich bei Standzeiten; Selbstentladung steigt bei Kälte.
  • Zur Wiederaufladung 10–15 km Fahrt bei 2500–4000 U/min.

Wenn Sie selten Auto fahren oder Ihr Lebensstil kein häufiges Fahren erfordert, ist es entscheidend zu wissen, wie Sie Ihr Fahrzeug richtig warten, um vorzeitigen Verschleiß zu verhindern. Viele Autobesitzer realisieren nicht, dass langes Stehen dem Auto erheblichen Schaden zufügen kann.

In diesem umfassenden Leitfaden erklären wir Ihnen genau, wie Sie diese Probleme verhindern und das Auto auch bei seltenem Gebrauch in gutem Zustand halten.

Grundregel: regelmäßig fahren, nicht nur den Motor starten

Der wichtigste Rat zur Wartung eines selten genutzten Fahrzeugs ist es, es mindestens alle zwei Wochen zu fahren, für mindestens 15–20 Kilometer. Diese Routine ist kein Zufall – sie ermöglicht die Umwälzung aller Flüssigkeiten in den Systemen des Fahrzeugs und entfernt Ablagerungen, die sich an Motorbauteilen bilden.

Wenn man selten fährt, ist es wichtig, dies auf einem höheren Drehzahlniveau zu tun (mindestens 3000–4000 U/min für einige Minuten), denn die hohe Motortemperatur hilft, Kondenswasser, Kohlenstoffablagerungen und Schmutz, der sich an Bauteilen sammelt, vollständig zu entfernen. Der Motor sollte die optimale Betriebstemperatur erreichen, um ausreichende Schmierung zu gewährleisten und das Verdampfen von Kondensat aus dem Öl.

Wichtig: Das einfache Warmlaufen des Motors im Leerlauf ist NICHT ausreichend. Diese Vorgehensweise erwärmt den Motor nur oberflächlich, zwingt aber nicht die Hauptbauteile in Bewegung bei optimalen Parametern und ermöglicht nicht die effektive Zirkulation der Fluide durch alle Systeme. Zudem kann längeres Arbeiten im Leerlauf zu Ablagerungen im Motor durch unvollständige Verbrennung des Kraftstoffs führen.

Batterie: die vulnerabelste Komponente bei Standzeiten

Die Autobatterie ist die erste Komponente, die leidet, wenn das Auto längere Zeit steht. Jede Batterie verliert mit der Zeit Ladung durch Selbstentladung, die durch kaltes Wetter und passive Verbraucher (Uhr, Speichercalculator, Alarmanlagen) beschleunigt wird.

Eine neue Batterie verliert etwa 5% ihrer Ladung pro Monat, während eine ältere Batterie bis zu 15–20% pro Monat verlieren kann. Nach 2–3 Monaten vollständigem Stillstand sind die meisten Batterien nicht mehr ausreichend geladen, um den Motor zu starten.

Wie Sie die Batterie schützen

Häufiger Fehler: Den Motor starten und ihn einige Minuten im Leerlauf laufen lassen. Diese Praxis leert die Batteriereserven noch mehr, weil der Generator im Leerlauf nicht genug Energie liefert, um den Verbrauch aller elektronischen Systeme des modernen Autos zu kompensieren.

Korrekte Methode: Um die Batterie effizient wieder aufzuladen, fahren Sie mindestens 10–15 km mit mittlerer bis hoher Drehzahl (2500–4000 U/min). Nur unter diesen Bedingungen arbeitet die Lichtmaschine optimal und lädt die Batterie vollständig auf, was die Lebensdauer der Batterie verlängert.

Zusätzliche Lösungen bei längeren Standzeiten:

  • Nutzung eines Erhaltungsladegeräts (Trickle Charger), das die Batterie bei 100% hält, ohne sie zu überladen
  • Abklemmen der negativen Polklemme, wenn das Auto über 3 Monate stehen wird
  • Regelmäßige Prüfung der Batteriespannung (12,6 V = 100% Ladung, unter 12,0 V = unter 50%)

Reifen: Plattenbildung und Druckverlust

Reifen sind Komponenten, die stark unter längerer Standzeit leiden, aus mehreren Gründen:

Natürlicher Druckverlust

Alle Reifen verlieren langsam Luft durch Poren im Gummi – in kleinen, aber konstanten Mengen – ca. 0,1–0,2 bar pro Monat unter normalen Bedingungen. Je niedriger die Außentemperatur, desto schneller entweicht Luft durch thermische Kontraktion.

Plattenbildung (flat spots)

Wenn das Fahrzeug lange steht, lastet das Gewicht des Fahrzeugs (typischerweise 400–600 kg pro Reifensektor) konstant auf denselben Kontaktflächen. Wird das Fahrzeug über längere Zeit mit Unterdruck in den Reifen stehen gelassen, können permanente oder temporäre Verformungen entstehen.

Diese Platten können verursachen:

  • Vibrationen bei höherer Geschwindigkeit
  • Unausgegleicher Verschleiß
  • Mehr Lärm
  • In Extremfällen irreversible Strukturschäden

Vorbeugende Maßnahmen für Reifen

  • Prüfen und gegebenenfalls erhöhen Sie den Reifendruck vor dem Abstellen des Autos auf 0,3–0,5 bar über dem empfohlenen Wert
  • Wenn das Auto länger als einen Monat stehen wird, heben Sie es auf eine Hebebühne oder legen Sie Keile unter die Räder, um die Last von den Reifen zu nehmen
  • Fahren Sie das Auto alle zwei Wochen mindestens 10–15 km, um die Reifen zu drehen
  • Bewahren Sie das Auto an einem Ort auf, der direkter Sonneneinstrahlung fernliegt, da UV-Strahlung das Gummi beschleunigt verschleißt

Korrosion und Feuchtigkeit: der stille Feind

Wenn ein Fahrzeug steht, sammelt es signifikante Feuchtigkeit in allen Bauteilen und Systemen. Feuchtigkeit fördert die rasche Bildung von Korrosion auf:

  • Bremsscheiben, Bremszangen, Rohre
  • Abgasanlage
  • Fahrwerk und Karosserieteile
  • Elektrische Kontakte
  • Innenraum (Schimmel auf Polsterung und Innenausstattung)

Wie Sie Korrosion vorbeugen

  • Bewahren Sie das Auto in einer trockenen und belüfteten Garage
  • Stellen Sie Entfeuchter in den Innenraum
  • Tragen Sie Schmiermittel auf exponierte Metallkomponenten auf
  • Prüfen und reinigen Sie die Abflussöffnungen der Karosserie
  • Fahren Sie das Auto regelmäßig, um alle Bauteile zu erwärmen und Kondensat zu verdampfen
  • Vermeiden Sie es, das Auto auf Gras oder feuchtem Boden stehen zu lassen

Bremsanlage: Rost und Blockaden

Scheibenbremsen sind bei Standzeiten besonders anfällig für Korrosion. In nur wenigen Tagen kann sich eine dünne Rostschicht auf der Scheibenoberfläche bilden. Obwohl dieser Rostfilm normalerweise nach einigen Bremsvorgängen verschwindet, kann längerer Stillstand zu:

  • Verklebung der Bremssättel
  • Festsetzen der Bremsbeläge in den Sätteln
  • Tiefer Rostbildung der Scheiben
  • Blockierte Feststellbremse (bei Fahrzeugen mit mechanischer Feststellbremse)

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie das Auto länger als zwei Wochen stehen lassen, ziehen Sie die Handbremse NICHT. Stattdessen lassen Sie das Auto im Gang (1. Gang) oder verwenden Sie Keile für die Räder.

Flüssigkeiten und Filter: Verschlechterung mit der Zeit

Auch wenn Sie nicht fahren, verschlechtern sich die Flüssigkeiten mit der Zeit:

Motoröl

Öl sammelt Kondenswasser und Säuren, die sich durch thermische Alterung bilden, auch ohne Laufleistung. Für selten genutzte Autos sollte der Ölwechsel zeitlich erfolgen (alle 12 Monate), nicht nur nach Kilometerstand.

Kraftstoff

Benzin verschlechtert sich nach 3–6 Monaten und bildet Ablagerungen, die Injektoren verstopfen können. Diesel kann Algen und Sedimente bilden. Für langen Stillstand verwenden Sie Kraftstoffstabilisatoren.

Kühlmittel- und Bremsflüssigkeit

Diese Flüssigkeiten nehmen mit der Zeit Feuchtigkeit auf, wodurch ihre Wirksamkeit sinkt und Korrosion begünstigt wird. Wechseln Sie sie gemäß Herstellervorgaben, unabhängig vom Kilometerstand.

Empfohlenes Wartungsprogramm für selten genutzte Autos

Alle zwei Wochen:

  • Fahren Sie mindestens 15–20 km
  • Beschleunigen Sie bis 3000–4000 U/min für einige Minuten
  • Prüfen Sie den Reifendruck
  • Visuell auf Lecks prüfen

Monatlich:

  • Prüfen Sie den Stand aller Flüssigkeiten
  • Batterie prüfen (Pole reinigen, Spannung prüfen)
  • Alle Beleuchtung prüfen

Alle 6–12 Monate:

  • Öl und Filter wechseln, auch wenn der empfohlene Kilometerstand noch nicht erreicht wurde
  • Zustand der Bremsflüssigkeit prüfen
  • Bremssystem inspectieren
  • Zustand der Reifen prüfen (Risse)

Fazit

Die richtige Wartung eines selten genutzten Autos erfordert Aufmerksamkeit und Disziplin. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin zu verstehen, dass langes Stehen schädlicher sein kann als regelmäßiges Fahren. Durch regelmäßiges Fahren – auch kurze Strecken – bei optimalen Parametern und die Beachtung eines regelmäßigen Prüfplans lassen sich die meisten Probleme vermeiden, die mit sporadischer Nutzung verbunden sind.

Die Zeit, die Sie in diese Kontrollen investieren und regelmäßige Fahrten unternommen, ist deutlich geringer als die Kosten von Reparaturen, die durch Vernachlässigung entstehen können. Ein gut gewartetes Auto wird viele Jahre zuverlässig funktionieren – auch wenn es nur gelegentlich genutzt wird.

Fotoquelle: https://innovatehomeorg.com/