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Ungarn streicht Preisdeckel für Kraftstoff bei ausländischen Fahrzeugen
Nützliche Tipps

Ungarn streicht Preisdeckel für Kraftstoff bei ausländischen Fahrzeugen

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Ungarn führt zweistufiges Preissystem ein: Deckelpreise für ungarische, Marktpreise für ausländische Fahrzeuge.
  • Fahrer mit ungarischen Kennzeichen zahlen 480 Forint pro Liter.
  • Fahrer ausländischer Fahrzeuge zahlen marktüblichen Preis (700–900 Forint/L).
  • Grenzregionen Rumäniens leiden: weniger Einsparungen, höhere Betriebskosten.

Ab Freitag können Fahrer mit in Ungarn zugelassenen Autos nicht mehr zu den gedeckelten Kraftstoffpreisen tanken. Die neue Maßnahme führt ein zweistufiges Preissystem ein: Deckelpreis für ungarische Fahrzeuge und europaweit an den Marktpreis angelehnte Tarife für ausländische Fahrzeuge. Gergely Gulyás, der Kabinettschef von Ministerpräsident Viktor Orbán, kündigte die Einführung an. Der Text beleuchtet den Kontext, das neue Preissystem, direkte Auswirkungen auf rumänische Fahrer sowie wirtschaftliche und soziale Folgen.

Kontext: Ungarn, das derzeit günstigste europäische Land für Kraftstoff

Ungarn verzeichnet derzeit die niedrigsten Kraftstoffpreise in Europa. Dieses deutliche Preisgefälle hat einen ständigen Zustrom von Fahrern aus benachbarten Ländern erzeugt, insbesondere Grenzgebiete, die an ungarischen Tankstellen tankten. Das Phänomen des sogenannten “Kraftstoff-Tourismus” hat Ausmaße angenommen, die Budapester Behörden zufolge die Tragfähigkeit des Subventionsprogramms für ungarische Bürger gefährden. In Ungarn liegt der Preis für Benzin bei etwa 1,3 Euro pro Liter (480 Forint), verglichen mit 700–900 Forint in anderen europäischen Ländern – ein Unterschied von bis zu 50 % gegenüber den Preisen im Rest des Kontinents.

Neues System mit differenzierten Preisen

Um den Zustrom ausländischer Fahrer zu stoppen, die von den Vorzugstarifen profitierten, wird Ungarn ein zweistufiges Preissystem einführen:

  • Fahrer mit ungarischen Fahrzeugen: 480 Forint pro Liter (Preisdeckel)
  • Fahrer mit ausländischen Fahrzeugen: Preis angepasst an den europäischen Markt (700–900 Forint pro Liter)

Diese Differenzierung basiert auf dem Zulassungsland des Fahrzeugs und wird an allen Tankstellen Ungarns angewendet. Die Maßnahme folgt darauf, dass der Zustrom ausländischer Fahrzeuge, die in Ungarn tankten, deutlich zugenommen hat und die subventionierten Kraftstoffreserven belastet.

Direkte Auswirkungen auf rumänische Fahrer

Rumänische Fahrer gehören zu den am stärksten Betroffenen dieser Entscheidung. Bewohner des Westens des Landes nutzten häufig den “Kraftstoff-Tourismus” nach Ungarn, wie der deutliche Anstieg des Grenzverkehrs an den Grenzpunkten belegt.

Verlorene Einsparungen

  • Diesel in Ungarn: ca. 3 Lei pro Liter günstiger als in Rumänien
  • Einsparung beim Tanken: ca. 150 Lei pro Tankfüllung
  • Statistiken: an Tankstellen in der ersten ungarischen Grenzstadt war eins von fünf Autos in Rumänien zugelassen

Wirtschaftliche und soziale Folgen

Diese Maßnahme hat erhebliche Folgen für die Grenznähe und für rumänische Fahrer, die regelmäßig nach Ungarn reisen oder das Land durchqueren. Für Einwohner der Westregionen (Arad, Timiș, Bihor) entfällt der wirtschaftliche Vorteil des Tankens in Ungarn vollständig. Zusätzlich kann sie für Berufskraftfahrer und Transportunternehmen, die Routen durch Ungarn bedienen, wesentlich höhere Betriebskosten bedeuten. Die Differenz von 3 Lei pro Liter Diesel multipliziert mit dem jährlichen Verbrauch eines Nutzfahrzeugs bedeutete beträchtliche Einsparungen, die nun verloren gehen.

Präzedenzfälle in Europa

Ungarn ist nicht das erste Land, das solche differenzierten Maßnahmen einführt. Andere europäische Staaten mit Kraftstoffsubventionen standen vor ähnlichen Herausforderungen durch den Kraftstoff-Tourismus und setzten Schutzmaßnahmen zum Erhalt der eigenen Subventionen um. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahme langfristig wirkt und ob weitere Länder der Region ähnliche Politiken übernehmen werden, um ihre Subventionen zu schützen.