- Verlängerte Dieselverbrennung reduziert bei hoher Drehzahl die Prozesszeit
- Weniger Zeit für Gemischbildung führt zu ineffizienter Verbrennung
- Praktische Drehzahlgrenze liegt meist bei 4000–4400 U/min zum Schutz
- Vorteile: hohes Drehmoment, Effizienz und Haltbarkeit trotz Begrenzung
Zunächst einmal erklären Dieselmotoren, warum sie bei höheren Drehzahlen seltener mit der gleichen Dynamik arbeiten wie Benzinaggregate. Die Begrenzung ist eng mit dem Verbrennungsablauf und dem Kraftstoff-Luft-Gemisch verknüpft – Schlüsselfaktoren für Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit.
Funktionsprinzip des Dieselmotors
Der Dieselmotor arbeitet nach dem Prinzip der Zündung durch Kompression, einem Prozess, der sich deutlich von Benzinmotoren unterscheidet. Beim Diesel erfolgt die Zündung des Gemischs nicht durch einen Funken der Zündkerze, sondern durch das Einspritzen des Kraftstoffs direkt in den Brennraum, wo die Luft bereits verdichtet und erhitzt ist.
Die Zündung erfolgt nahezu augenblicklich dank des Kontakts zwischen Kraftstoff und verdichteter Luft, die eine Temperatur von 500–700 Grad Celsius erreicht. Diese Temperatur genügt, um die Verbrennung ohne äußere Zündquelle zu initiieren.
Unterschiede in der Verbrennung: Diesel vs. Benzin
Im Gegensatz zu Benzin, das dank eines elektrischen Funkenzünders sofort zündet, weist der Verbrennungsprozess bei Dieselmotoren charakteristische Unterschiede auf.
Die Verbrennung von Diesel verläuft schrittweise, über einen längeren Zeitraum.
Dieser Unterschied ergibt sich daraus, dass Einspritzdüsen den Kraftstoff über einen festgelegten und vom Hersteller berechneten Zeitraum in den Brennraum einspritzen.
Das Ergebnis ist eine verlängerte Verbrennung bei Dieselmotoren im Vergleich zur nahezu sofortigen Verbrennung von Benzinmotoren.
Begrenzung der Drehzahl durch verlängerte Verbrennung
Die verlängerte Verbrennung wirkt sich nicht direkt auf die Drehzahl aus, sie begrenzt sie technisch.
Mit zunehmender Drehzahl bewegt sich der Kolben deutlich schneller im Inneren des Zylinders, wodurch die verfügbare Zeit für wesentliche Prozesse stark reduziert wird.
Folgen einer gesteigerten Drehzahl bei Dieselmotoren:
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- Zu wenig Zeit für die Bildung des Gemischs
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- Ineffiziente Verbrennung
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- Verringerte Leistung
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- Erhöhter mechanischer Stress
Praktische Drehzahlgrenzen
Aus diesen technischen Gründen sind Dieselmotoren in der Regel elektronisch auf etwa 4000–4400 U/min begrenzt. Diese Begrenzung ist keine willkürliche Einschränkung, sondern eine Schutzmaßnahme, die Folgendes sicherstellt:
- Sichere effiziente Verbrennung des Verbrennungsprozesses
- Aufrechterhaltung der Kraftstoffeffizienz
- Schutz der mechanischen Komponenten
- Reduzierung schädlicher Emissionen
Kompensationsvorteile von Dieselmotoren
Obwohl sie in der Drehzahl begrenzt sind, bieten Dieselmotoren weitere signifikante Vorteile:
- Hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen
- Höhere Energieeffizienz
- Hohe Haltbarkeit
- Hervorragende Leistung im Dauerbetrieb
Diese Eigenschaften erklären, warum Dieselmotoren weiterhin bevorzugt werden für Nutzfahrzeuge, große SUVs und Anwendungen, die ein hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen erfordern.