- Statische Elektrizität entsteht durch Reibung zwischen Leder, Stoffen, Wolle und Haut.
- Berühren der Tür erzeugt einen Stromkreis zwischen positiv geladener Person und negativ geladener Karosserie.
- Im Winter sind Luftfeuchtigkeit und Temperatur Hauptgründe für stärkere Schocks.
- Tipps: Berühre zuerst unbemalte Fläche, nutze Metallgegenstand, halte Hand an Karosserie, trage Naturfasern.
Vielleicht ist dir schon einmal passiert, dass du beim Verlassen des Autos einen schmerzhaften Schlag verspürst, sobald du die Metalloberfläche der Tür berührst. Dieser unangenehme elektrische Schlag, der bis zu 300 Volt erreichen kann, ist das Ergebnis eines physikalisch gut erklärbaren Phänomens – statische Elektrizität. Wenn du den Mechanismus dahinter verstehst, kannst du ihn vermeiden und deine Fahrten komfortabler gestalten.
Das Phänomen wird besonders nachts deutlicher: Du kannst den bläulich-weißen Funken sehen, der von deiner Hand zur Karosserie springt, sobald du Kontakt herstellst.
Wie bildet sich statische Elektrizität im Auto
Statische Elektrizität wird durch Reibung zwischen verschiedenen Materialien erzeugt, die die Eigenschaft haben, elektrische Ladungen zu speichern. Im Inneren des Autos finden wir eine perfekte Kombination für dieses Phänomen:
- Leder-Sitze – natürliches Leder neigt dazu, elektrische Ladungen sehr leicht anzusammeln
- Synthetische Stoffe in Polsterung und Kleidung
- Wolle in der Kleidung, die du trägst – einer der stärksten Generatoren statischer Elektrizität
- Die menschliche Haut – die als natürlicher Leiter fungiert
Wenn du dich im Sitz bewegst, reibt sich dein Körper ständig mit diesen Materialien. Durch diesen Reibprozess laden sich Kleidung und Körper mit positiven elektrischen Ladungen auf, während die Metallkarosserie des Autos eine negative Ladung behält und als Erdung fungiert.
Der Entladeprozess
Im Moment, in dem du den metallenen Teil der Tür berührst, entsteht ein Stromkreis zwischen deinem Körper (positiv geladen) und der Karosserie des Autos (negativ geladen). Die Entladung erfolgt sofort und verursacht diesen unangenehmen elektrischen Schlag.
Die Stärke des Schlags hängt ab von:
- Die Menge der angesammelten statischen Elektrizität
- Den Materialien, mit denen du Kontakt hattest
- Umweltbedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur)
- Die Art der getragenen Kleidung
Warum das Phänomen im Winter häufiger auftritt
Klimatische Faktoren
- Niedrige Temperaturen
- Geringe Luftfeuchtigkeit
- Mangel an Ionen in der Luft
Faktoren im Zusammenhang mit Kleidung
- Dicke Kleidung aus synthetischen Materialien
- Mehrere Kleidungsschichten, die gegeneinander reiben
- Materialien wie Wolle, die mehr statische Elektrizität erzeugen
Wie du elektrische Schocks verhindern kannst
Praktische Lösungen
- Berühre zuerst eine unbemalte Fläche des Autos mit der Rückseite deiner Hand
- Verwende einen Metallgegenstand, um die Tür zuerst zu berühren
- Halte deine Hand an der Karosserie, während du aussteigst
- Trage Kleidung aus Naturfasern, wenn möglich
Langfristige Lösungen
- Antistatik-Spray für Polsterung und Sitze
- Luftbefeuchter, um die Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu erhöhen
- Leitfähige oder antistatische Materialien für Sitze
- Schuhe mit Ledersohle, die eine langsame Entladung ermöglichen
Obwohl unangenehm, sind diese elektrischen Schläge vom Auto völlig harmlos und stellen lediglich eine natürliche Manifestation der Gesetze der Physik dar. Wenn du ihren Entstehungsmechanismus verstehst, kannst du die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um sie zu vermeiden und deine Fahrten bequemer zu gestalten.