- Aquaplaning entsteht, wenn eine Wasserlage Kontakt zwischen Reifen und Straße verhindert, Grip sinkt.
- Wasserlage ab 2,5 mm kann Aquaplaning auslösen; schlechte Entwässerung erhöht Risiko.
- Reifenprofil, Rillen-Design und Druck bestimmen Wasserableitung und Aquaplaning-Risiko.
- Bei 2–3 cm Wasser beginnt ein Auto oft bei ca. 60 km/h zu aquaplanen.
In Rumänien gibt es mehr als 100 regnerische Tage im Jahr, in einigen Regionen sogar bis zu 200 Tagen, laut ANM. Dadurch erleben viele Fahrer das Phänomen Aquaplaning, eine gefährliche Situation, die zum Verlust der Fahrzeugkontrolle und zu schweren Unfällen führen kann.
Das Verständnis dieses Phänomens und die Wissenschaft der Vorsorge- und Kontrollmaßnahmen sind essenziell für die Verkehrssicherheit. Ein vorbereiteter Fahrer kann Aquaplaning-Situationen vollständig vermeiden oder kritische Momente korrekt bewältigen, wenn sie unvermeidbar auftreten.
Was ist Aquaplaning und wie entsteht es?
Aquaplaning ist ein physikalisches Phänomen, das auftritt, wenn zwischen den Reifen des Fahrzeugs und der Fahrbahn eine Wasserlage entsteht, die den direkten Kontakt zwischen dem Reifenprofil und dem Asphalt verhindert. In diesem Moment sinkt die Haftung des Fahrzeugs dramatisch, und der Fahrer verliert die Kontrolle über Bremsen, Lenkung und sogar Beschleunigung.
Das Phänomen beruht auf hydrodynamischen Prinzipien: Wenn die Fahrtgeschwindigkeit die Fähigkeit des Reifens, Wasser durch die Rillen abzuleiten, übersteigt, entsteht eine Wasserpolster, auf dem das Fahrzeug buchstäblich zu gleiten beginnt. Diese Situation verwandelt das Auto von einem kontrollierbaren Fahrzeug in ein Objekt, das über die Wasseroberfläche gleitet.
Faktoren, die Aquaplaning beeinflussen
Dicke der Wasserlage
Die Wasserlage muss eine Dicke von mindestens 2,5 mm haben, um Aquaplaning zu verursachen. Dies tritt häufig auf bei:
- Straßen mit schlechter Entwässerung
- Löcher, die mit Wasser gefüllt sind
- Unebenheiten, die Regenwasser sammeln
- Bereichen mit beschädigter Asphaltoberfläche

Zustand der Reifen
Die Reifen spielen eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Aquaplaning. Die Fähigkeit, Wasser abzuleiten, hängt von:
- Profiltiefe: Neue Reifen können bis zu 10 Liter Wasser pro Sekunde ableiten
- Kanaldesign: Querrillen und Längsrillen leiten Wasser aus der Kontaktfläche
- Reifendruck: falscher Druck verringert die Wirksamkeit der Wasserableitung
Je stärker die Abnutzung der Reifen ist, desto geringer ist die Fähigkeit, Wasser abzuleiten, was das Aquaplaning-Risiko deutlich erhöht.
Fahrgeschwindigkeit
Geschwindigkeit ist der kontrollierbarste Faktor durch den Fahrer. Es gibt keine feste Schwelle, aber Studien zeigen:
- Ein durchschnittliches Auto beginnt beim Aquaplaning bei etwa 60 km/h, wenn die Wasserschicht 2–3 cm beträgt
- Die kritische Geschwindigkeit sinkt mit zunehmender Abnutzung der Reifen
- Leichtere Fahrzeuge aquaplanen bei niedrigeren Geschwindigkeiten
Erkennung der Aquaplaning-Symptome
Wenn Sie bei nassen Fahrbedingungen fahren, können folgende Symptome auf den Beginn des Aquaplanings hinweisen:
- Der Motor klingt immer lauter – er dreht hoch, die Geschwindigkeit bleibt gleich
- Das Gefühl des getretenen Kupplungspedals – die Drehzahlen steigen bis an die rote Grenze, während die Geschwindigkeit nicht zunimmt
- Das Lenkrad wird sehr schwammig – verliert an Reaktionsfähigkeit
- Der hintere Teil des Autos tanzt – das Fahrzeug wird seitlich instabil
Wie Sie das Auto während des Aquaplanings kontrollieren
Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, befolgen Sie das folgende Verfahren:
Bewahren Sie Ruhe
Panik ist der größte Feind in dieser Situation. Unkontrollierte Reaktionen können das Problem verschlimmern und zu einem schweren Unfall führen, wenn die Räder wieder Kontakt mit dem Asphalt haben.
Sofortmaßnahmen
- Bremse nicht bis zum Anschlag – das kann blockierte Räder verursachen
- Lege den Fuß leicht vom Gas – dies ermöglicht dem Fahrzeug, langsamer zu werden
- Halte das Lenkrad gerade – behalte die gewünschte Richtung, bis die Räder wieder Haftung bekommen
- Deaktiviere ggf. den Tempomaten, falls aktiv – bei vielen Fahrzeugen schaltet er sich automatisch ab, wenn Sie bremsen
Wiedererlangung der Kontrolle
Wenn das Auto beginnt, die Traktion wiederzuerlangen:
- Beginnen Sie sanft und progressiv zu bremsen
- Halten Sie das Lenkrad in neutraler Position
- Reduzieren Sie weiter die Geschwindigkeit, bis Sie die problematische Zone vollständig verlassen
Strategien zur Vermeidung von Aquaplaning
Vorbeugung bleibt der effektivste Weg, Gefahren des Aquaplanings zu vermeiden. Hier sind Maßnahmen, die Sie umsetzen können:
Reifenwartung
- Profiltiefe: mindestens 3 mm für optimale Sicherheit bei Nässe
- Reifendruck: monatlich prüfen, besonders vor längeren Fahrten
- Ungleichmäßiger Verschleiß: beachten Sie Anzeichen ungleichmäßigen Verschleiß, der auf Geometrieprobleme hinweisen kann

Ein Reifen mit 3 mm Profiltiefe bremst bei plötzlichen Bremsmanövers aus 80 km/h um 25% schlechter als einer mit 6 mm.
Anpassung der Fahrtechnik
Reiseplanung
- Überprüfen Sie die Wettervorhersage vor der Abfahrt
- Planen Sie alternative Routen auf Straßen mit besserer Entwässerung
- Vermeiden Sie Fahrten bei heftigen Gewittern
Geschwindigkeitskontrolle
- Reduzieren Sie die Geschwindigkeit um 20–30% gegenüber normalen Trockenbedingungen
- Beachten Sie, dass Bremswege bei Nässe deutlich länger werden
- Passen Sie Geschwindigkeit an Sichtweite und Straßenbedingungen an
Nachfolgetechnik
- Nutzen Sie die in der Formel 1 beobachtete Technik: Folgen Sie der Linie der Fahrzeuge vor Ihnen. Ihre Reifen entfernen Wasser von der Fahrbahn und schaffen eine sicherere “Spur”.
Vermeidung riskanter Verhaltensweisen
- Nicht den Tempomaten bei Regen verwenden, insbesondere bei Fahrzeugen mit fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen
- Vermeiden Sie ruckartige Manöver beim Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahren
- Halten Sie einen größeren Abstand zu anderen Fahrzeugen
- Bleiben Sie ständig aufmerksam auf Anzeichen veränderter Haftung
Verständnis der nassen Straßenverhältnisse
Regenbedingungen beeinflussen nicht nur die Haftung, sondern auch:
- Verminderte Sicht durch Tropfen auf der Windschutzscheibe und Spritzwasser anderer Fahrzeuge
- Reflexionen der Lichter auf dem nassen Asphalt, die Schlaglöcher verbergen können
- Das Verhalten anderer Fahrer, die möglicherweise nicht auf diese Bedingungen vorbereitet sind
Zusätzliche Ausrüstung für Sicherheit
Für optimalen Schutz bei Regen:
- Premium-Sommerreifen mit fortschrittlichem Design zur Wasserableitung
- Rechtzeitiger Reifenwechsel, bevor die Profiltiefe unter 3 mm sinkt
- Reifendrucküberwachungssysteme zur Aufrechterhaltung optimaler Parameter
Aquaplaning ist ein ernstes Phänomen, das durch Wissen, Vorbereitung und defensives Fahren verhindert werden kann. Das Verständnis der Mechanismen dieses Phänomens und die konsequente Anwendung vorbeugender Maßnahmen können den Unterschied zwischen einer sicheren Fahrt und einem schweren Unfall ausmachen.