- Benzin im Diesel war früher gängig, um Gefrierpunkt und Fließfähigkeit zu verbessern.
- Moderne Hochdruck-Einspritzsysteme reagieren empfindlich auf Benzin-Schmiermittelmangel.
- Folge: vorzeitiger Verschleiß, Injektorschäden, Drucksensor-Ausfälle; Kosten 3.000–8.000 Euro.
- Sichere Alternativen: Winterdiesel bis -20°C, Zusatzstoffe gegen Gefrieren und Bakterien.
Früher gaben Autobesitzer von Dieselfahrzeugen oft den Rat, eine kleine Menge Benzin in den Dieseltank zu mischen, um das Vereisen des Kraftstoffsystems im Winter zu verhindern. Diese Praxis, die damals logisch und effektiv schien, kann heute verheerende Folgen für moderne Dieselmotoren haben. Das Verständnis der Entwicklung der Dieseltechnologie und sicherer Alternativen ist für jeden Dieselbesitzer wesentlich.
Diese Übersetzung erläutert, warum Benzin früher verwendet wurde, welche Risiken es heute birgt und welche sicheren Optionen für kalte Temperaturen existieren.
Warum wurde früher Benzin dem Diesel beigemischt?
Die Praxis, eine kleine Menge Benzin dem Diesel beizumischen, war in vergangenen Jahren aus mehreren klaren technischen Gründen verbreitet. Benzin hat einen niedrigeren Gefrierpunkt als Diesel und lösemittelartige Eigenschaften, die die Fließfähigkeit des Kraftstoffs bei extremer Kälte verbessern.
Früher hatte Diesel tendenziell die Neigung zu gelieren bei Temperaturen unter -10°C, wodurch Paraffin-Kristalle den Kraftstofffilter und die Leitungen des Kraftstoffsystems verblockten. Die Zugabe von 5-10% Benzin in Diesel half bei:
- Verringerung des Gefrierpunkts der Mischung
- Verbesserung der Fließfähigkeit des Kraftstoffs bei niedrigen Temperaturen
- Erleichterte Motorstart bei Frost
- Verhinderung von Verstopfungen im Kraftstoffsystem
Risiken für moderne Dieselmotoren
Empfindliche Einspritzsysteme
Moderne Dieselmotoren sind mit Hochdruck-Einspritzsystemen ausgestattet – Common Rail, Piezo-Injektoren oder Unit-Injector-Systeme – die Drücke von bis zu 2.500 bar erreichen. Diese Systeme arbeiten äußerst präzise und sind empfindlich gegenüber der Kraftstoffqualität.
Benzin besitzt deutlich schlechtere Schmierfähigkeit als Diesel. Die Hochdruckpumpe und Injektoren hängen von den Schmierqualitäten des Diesels ab, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Benzin kann Folgendes verursachen:
- Vorzeitiger Verschleiß von Bauteilen der Kraftstoffpumpe
- Beschädigung der Hochdruckinjektoren
- Festfressen der Injektorpistons
- Ausfall der Drucksensoren im Common-Rail-System
Schwere finanzielle Folgen
Eine Reparatur oder der Austausch eines modernen Einspritzsystems kann je nach Marke und Modell des Fahrzeugs Kosten von 3.000 bis 8.000 Euro verursachen. Im Ernstfall kann Benzin auch Zylinder des Motors schädigen, was eine komplette Revision oder gar den Austausch des Motors erforderlich macht.
Sichere Alternativen für die kalte Jahreszeit
Winterdiesel
Seit November bieten Tankstellen Winterdiesel an, der spezielle Additive enthält, damit er auch bei niedrigen Temperaturen flüssig bleibt. Dieser Diesel bleibt bis zu Temperaturen von -20°C oder darunter flüssig.
Winterdiesel enthält:
- Antigele Additive (CFPP-Verbesserer)
- Biocide zur Verhinderung des Bakterienwachstums
- Antioxidantien zur Erhaltung der Kraftstoffqualität
- Additive zur Verbesserung der Verbrennung
Spezialadditive
Es gibt kommerzielle Additive, speziell formuliert für Dieselmotoren, die Folgendes bieten:
- Schutz gegen Vereisung bis zu -40°C
- Verbesserung der Schmierfähigkeit des Kraftstoffs
- Reinigung des Einspritzsystems
- Reduzierung der Emissionen und Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs
Diese Additive sind getestet und homologiert für moderne Motoren und beeinträchtigen die Fahrzeuggarantie nicht.
Vorbeugung durch Planung
Um Winterprobleme zu vermeiden:
- Tanken Sie nur an vertrauenswürdigen Tankstellen mit hochwertigem Diesel
- Halten Sie den Tank so voll wie möglich, um Kondensation zu reduzieren
- Verwenden Sie vorbeugende, homologierte Additive, bevor es kalt wird
- Überprüfen Sie den Kraftstofffilter und ersetzen Sie ihn bei Bedarf
- Stellen Sie das Fahrzeug, wenn möglich, in eine beheizte Garage
Die Entwicklung der Dieseltechnologie
Moderne Dieselmotoren unterscheiden sich grundlegend von denen vor 20–30 Jahren. Hochpräzise Einspritzsysteme arbeiten mit Mikro-Toleranzen und benötigen sauberen, hochwertig definierten Kraftstoff.
Moderne Anforderungen an Kraftstoffe
Der EN 590-Standard für Diesel spezifiziert:
- Genau richtige Viskosität zur Schmierung der Bauteile
- Sehr niedriger Schwefelgehalt (unter 10 ppm)
- Detergenzien zur Sauberhaltung des Systems
- Oxidationsstabilität für lange Lagerung
Benzin erfüllt diese Anforderungen nicht und kann den Betrieb des Motors beeinträchtigen.
Fazit
Obwohl das Beimischen von Benzin zum Diesel bei älteren Dieselmotoren akzeptabel war, kann es moderne Fahrzeuge stark schädigen. Die heutige Technologie bietet sichere und effektive Lösungen für den Winterbetrieb, ohne die Risiken eines Kraftstoffgemischs.
Die Investition in hochwertigen Diesel und spezialisierte Additive ist deutlich geringer als die Kosten einer Reparatur eines beschädigten Einspritzsystems. Für Sicherheit und Langlebigkeit des Dieselmotors befolgen Sie die Herstellerempfehlungen und vermeiden veraltete Praktiken, die teure Folgen haben können.