- Rotes Kabel zuerst an den Pluspol des Spenders, dann am Empfängerfahrzeug anschließen
- Schwarzes Kabel am Minuspol des Spenders, danach an eine Metallfläche des Empfängerfahrzeugs anschließen
- Motor des Spenderfahrzeugs im Leerlauf 1–2 Minuten laufen lassen
- Kabel zügig trennen, sobald das Empfängerfahrzeug läuft; falsches Anschließen schädigt das Bordnetz
Viele Autofahrer führen Wartungsarbeiten am eigenen Auto selbst durch, sei es aus Leidenschaft für Autos oder um Geld zu sparen. Unabhängig vom Grund ist es entscheidend, die grundlegenden Abläufe zu verstehen, einschließlich der korrekten Verbindung von Starthilfekabeln. Ein scheinbar kleiner Fehler kann verheerende Folgen für das Bordnetz des Fahrzeugs haben.
Auch erfahrene Anwender können Fehler machen. Heute analysieren wir im Detail, was passiert, wenn Sie die Starthilfekabel am Auto falsch anschließen, und wie Sie solche gefährlichen Situationen vermeiden können.
Korrekte Vorgehensweise beim Anschließen der Kabel
Für das Starten eines Fahrzeugs oder das Überbrücken eines anderen Fahrzeugs gelten folgende Schritte:
- Position der Fahrzeuge: Positionieren Sie beide Fahrzeuge Front an Front oder parallel zueinander in einem Abstand, der das Anschließen der Kabel ermöglicht
- Die Motorhauben anheben: Öffnen Sie die Motorhauben und stellen Sie sicher, dass beide Motoren ausgeschaltet sind
- Anschluss des positiven Kabels: Befestigen Sie zuerst das rote (+) Kabel an dem Pluspol des Spenderfahrzeugs und dann am Empfängerfahrzeug
- Anschluss des negativen Kabels: Befestigen Sie das schwarze (-) Kabel am Minuspol des Spenderfahrzeugs und dann an einer Metalloberfläche des Empfängerfahrzeugs (nicht direkt am Minuspol)
- Motor starten: Starten Sie den Motor des funktionierenden Fahrzeugs und lassen Sie ihn im Leerlauf oder leicht erhöhtem Drehzahlbereich 1–2 Minuten laufen
- Laden und Starten: Warten Sie, bis die Batterie geladen ist, und versuchen Sie dann, das vorher nicht startende Fahrzeug zu starten
Warum die Reihenfolge beim Anschließen wichtig ist
Das Bordnetz eines Autos arbeitet mit einer Gleichspannung von 12 V, und die richtige Polarität ist entscheidend für das sichere Funktionieren aller Elektronikkomponenten. Wenn Sie die Kabel in der falschen Reihenfolge anschließen, kann dies zu einem Kurzschluss führen, der verheerende Folgen hat.
Erste Regel: Rasches Trennen
Sobald die entladene Batterie geladen ist und das Fahrzeug läuft, ist es entscheidend, die Kabel so schnell wie möglich zu trennen. Viele Fahrer denken, dass das Laden schneller geht, wenn man die Fahrzeuge verbunden lässt – das ist falsch und gefährlich, da der Generator die Batterie lädt und eine längere Verbindung einer Überlastung des Bordnetzes Vorschub leistet.
Folgen des falschen Anschlusses der Kabel
Sofortige Auswirkungen
Wenn Sie die Kabel falsch anschließen, entsteht ein erheblicher Kurzschluss, der innerhalb weniger Sekunden sichtbare Folgen haben kann:
- Rauchentwicklung: Die Batterien beginnen, weißen oder grauen Rauch abzugeben
- Überhitzung der Kabel: Die Kabel erhitzen sich rasch durch den hohen Stromfluss
- Sehr hohe Temperaturen: Sehr hohe Temperaturen im Motorraum
- Schmelzen und Verkleben: Geschmolzene Kabel können an anderen Motorkomponenten haften bleiben
Schäden am Bordnetz
Eine falsche Verbindung kann das folgende System beschädigen:
- ECU (elektronische Steuereinheit): Eine der teuersten Komponenten
- Zündsystem: Zündspulen, Zündkerzen und Zündkabel
- Lichtmaschine (Alternator): Kann irreparabel beschädigt werden
- Sicherungen und Relais: Besonders anfällig gegenüber Überspannung
- Sensoren und Aktuatoren: Elektronische Bauteile, die empfindlich auf Polaritätsumkehr reagieren
Brandgefahr
In schweren Fällen kann das falsche Anschließen Folgendes verursachen:
- Brandgefahr durch Kabel- und Kunststoffkomponenten
- Entzündung von Kraftstoffdämpfen
- Genereller Fahrzeugbrand
Wie Sie bei falscher Verbindung vorgehen sollten
Rasche Reaktion
Wenn das Problem früh erkannt wird, bevor der Motor gestartet wird oder nur wenige Sekunden danach:
- Motor des Spenderfahrzeugs sofort abschalten
- Kabel rasch trennen, beginnend mit dem Minuspol
- Visuell auf Beschädigungen prüfen
- Abkühlen lassen, bevor ein neuer Versuch gestartet wird
Mit etwas Glück und schneller Reaktion lassen sich irreparable Schäden verhindern.
Wenn die Situation ernst wird
Wenn die Motoren längere Zeit mit falsch angeschlossenen Kabeln laufen, entstehen neben Kabel- und Batterieschäden auch umfangreiche Schäden am Bordnetz:
- Beeinträchtigung des gesamten Bordnetzes
- Beschädigung der ECU und Sensoren
- Hohes Brandrisiko
- Reparaturkosten, die den Fahrzeugwert übersteigen können
Vorsichtsmaßnahmen beim sicheren Abklemmen
Auch wenn Sie die Kabel korrekt angeschlossen und die Batterie geladen haben, sollten Sie beim Abklemmen vorsichtig vorgehen:
- Motor aus vor dem Abklemmen
- In umgekehrter Reihenfolge abklemmen: zuerst Minus, dann Plus
- Kontakt zwischen Kabelenden vermeiden: Schon eine Berührung kann Funken verursachen
- Kabel vom Motorraum entfernen, bevor Sie das Fahrzeug starten
Hinweise zur Vorbeugung
Vor dem Anschließen prüfen
- Pole deutlich kennzeichnen: Achten Sie auf Plus- und Minuszeichen
- Hochwertige Kabel verwenden: Dünne oder beschädigte Kabel erhöhen das Risiko
- Batteriezustand prüfen: Eine rissige Batterie sollte nicht geladen werden
- Bedienungsanleitung lesen: Manche Fahrzeuge haben spezielle Abläufe
Sicherheitsausrüstung
- Schutzhandschuhe
- Schutzbrille
- Feuerlöscher in der Nähe
- Taschenlampe für gute Sicht
Wann Sie einen Fachmann rufen sollten
In bestimmten Situationen ist professionelle Hilfe sicherer:
- Die Batterie hat Risse oder Lecks
- Das Fahrzeug besitzt komplexe Elektronik (Hybrid, Elektro)
- Sie sind sich der richtigen Polarität nicht sicher
- Sie haben bereits Beschädigungen festgestellt
Denken Sie daran, professionelle Hilfe ist oft deutlich günstiger als die Reparatur eines durch falsches Anschließen beschädigten Bordnetzes.