- Bremsbelagwechsel schützt Verkehrssicherheit und spart Kosten bei DIY-Einbau.
- Notwendige Werkzeuge sind Wagenheber, Unterstellböcke, Schraubenschlüssel, Draht, Drehmomentschlüssel.
- Sicherheitsmaßnahmen: Fahrzeug abkühlen lassen, Parkposition sichern, Feststellbremse aktivieren.
- Vorgehen: Fahrzeug anheben, Unterstellböcke nutzen, Radschrauben kreuzweise lösen, Bremszange demontieren.
Der Bremsbelagwechsel gehört zu den Wartungsarbeiten, die jeder Autoenthusiast kennen sollte. Diese kritische Komponente des Bremssystems nutzt sich durch ständige Reibung mit der Bremsscheibe natürlich ab, und regelmäßiger Austausch wird notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Obwohl du jederzeit die Dienste eines professionellen Mechanikers in Anspruch nehmen kannst, können die Arbeitskosten erheblich sein, besonders wenn der Vorgang regelmäßig wiederholt wird. Mit grundlegenden technischen Kenntnissen und dem richtigen Werkzeug kannst du beträchtliche Einsparungen erzielen, indem du lernst, diese Arbeiten in deiner eigenen Garage durchzuführen.
Benötigte Werkzeuge und Materialien
Wesentliche Werkzeuge:
- Wagenheber oder hydraulischer Wagenheber mit passender Kapazität
- Unterstellböcke (zur Sicherheit)
- Satz fester Schraubenschlüssel und Steckschlüsselsatz
- Spezialklemme zur Bremszylinderkompression
- Lampe oder Arbeitsleuchte
- Drehmomentschlüssel für das korrekte Anziehen
Materialien und Verbrauchsmaterialien:
- Satz neuer Bremsbeläge, kompatibel mit dem Modell des Fahrzeugs
- Bremsflüssigkeit (zur Auffüllung des Standes, falls erforderlich)
- Draht zum Aufhängen des Bremszangs
- Nitril-Handschuhe
- Saubere Tücher und altes Zeitungspapier
- Entfettungsspray zur Reinigung der Bauteile
Vorbereitung des Fahrzeugs auf den Eingriff
Kritische Sicherheitsmaßnahmen: Versuche niemals, am Bremssystem direkt nach einer Fahrt zu arbeiten. Scheiben und Beläge erreichen während intensiver Bremsung Temperaturen über 300°C, direkter Kontakt kann schwere Verbrennungen verursachen. Lass das Fahrzeug vollständig abkühlen, idealerweise über Nacht.
Parken Sie das Fahrzeug auf einer ebenen, stabilen Fläche, fern vom Verkehr. Ziehen Sie die Feststellbremse an und legen Sie den ersten Gang ein (bei Schaltgetrieben) oder die Position P (bei Automatikgetrieben), um ein Wegrollen zu verhindern.
Anheben und Sichern des Fahrzeugs
Heben Sie das Fahrzeug an den im technischen Handbuch angegebenen Hebepunkten an. Diese Punkte sind in der Regel am Karosserie markiert und dafür ausgelegt, das Gewicht zu tragen, ohne sich zu verformen. Verwenden Sie Unterstellböcke.
Arbeiten Sie niemals nur mit dem Wagenheber – dieser kann versagen und schwere Unfälle verursachen. Prüfen Sie die Stabilität, bevor Sie mit der Arbeit beginnen.
Nachdem die Radschrauben gelöst wurden, lassen Sie sie kreuzweise lösen und sicher an einem Ort ablegen, um Verluste zu vermeiden.
Demontage der Bremszange
Nachdem das Rad entfernt wurde, wird die Bremsscheibe sichtbar. Bremszange ist die Komponente, die die Bremsbeläge umschließt.
Identifizieren Sie die beiden Befestigungsschrauben der Bremszange, normalerweise auf der Rückseite. Sie sind oft durch Gummistöpsel geschützt, die zuerst entfernt werden müssen. Verwenden Sie den passenden Schraubenschlüssel, um sie gegen den Uhrzeigersinn zu lösen und gleichmäßig Kraft auszuüben.
Besonderes Augenmerk für Hinterbremsen: Wenn Sie an Hinterrädern arbeiten, stellen Sie sicher, dass die Feststellbremse vollständig gelöst ist. Schon geringe Spannung kann das Entfernen der Bremszange unmöglich machen. Manche Fahrzeuge haben Feststellbremsen, die in der Hinterzange integriert sind, was spezielle Entsperrverfahren erfordert.
Nach dem Lösen der Schrauben lässt sich die Bremszange vom Bremsscheibe lösen. Lassen Sie sie nicht am Bremsleitungsschlauch herabhängen – dies kann Schlauch oder Anschlüsse beschädigen. Verwenden Sie Draht, um sie an einem festen Punkt der Aufhängung zu sichern.
Austausch der Bremsbeläge
Dokumentation der ursprünglichen Position: Bevor du die alten Beläge entfernst, fotografiere oder skizziere ihre genaue Position. Das hilft bei der Montage und verhindert Verwechslungen.
Entferne sorgfältig die abgenutzten Bremsbeläge aus der Bremszange. Achte darauf, wie die Rückholfedern und Führungselemente positioniert sind – sie müssen identisch wieder installiert werden.
Bremszylinderkompression: Bevor du die neuen Beläge montierst (die dicker sind als die abgenutzten), muss der Zylinder in der Bremszange komprimiert werden, um Platz zu schaffen. Verwende die Spezialklemme für diese Operation und wende gleichmäßigen, schrittweisen Druck an.
Hinweis: Wenn du den Zylinder komprimierst, steigt der Stand der Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter. Prüfe und ggf. entlüfte überschüssige Flüssigkeit, um Verschütten zu vermeiden.
Montiere die neuen Beläge exakt in derselben Position wie die alten, und achte darauf, dass Federn und Führungselemente korrekt positioniert sind.
Wiederzusammenbau und abschließende Prüfungen
Setze die Bremszange wieder über die Bremsscheibe und die neuen Beläge. Eine geringe Menge Bremsenpaste auf die Befestigungsschrauben kann ein Festfressen in der Zukunft verhindern.
Ziehen Sie die Schrauben der Bremszange mit dem im technischen Handbuch angegebenen Drehmoment fest – üblicherweise zwischen 80-120 Nm, je nach Fahrzeug. Nicht zu fest anziehen – dies kann die Bremszange beschädigen oder die Gewinde verzerren.
Setze das Rad wieder auf und ziehe die Radbolzen kreuzweise fest (mit dem im Handbuch angegebenen Drehmoment, in der Regel 80-110 Nm für PKW).
Einfahrvorgang und Prüfungen
Erstprüfung: Bevor du das Fahrzeug von den Stützen senkst, drücke mehrmals auf das Bremspedal, um die Beläge an die Scheibe zu legen. Das Pedal sollte allmählich fester werden.
Einfahren der neuen Beläge: Die neuen Beläge benötigen eine Einfahrphase von etwa 200-300 km. In diesem Zeitraum:
- Vermeide plötzliche und starke Bremsmanöver
- Bremsen Sie progressiv und vorausschauend
- Verwende nicht mehr als 80% der Bremsleistung
- Prüfe regelmäßig die Temperatur der Scheiben nach dem Bremsen
Wann du dieses Verfahren nicht versuchen solltest
Versuche nicht, Bremsbeläge zu wechseln, wenn:
- Bremsscheiben tiefe Kratzer, Risse oder Verformungen aufweisen
- Bremsflüssigkeitsleckagen vorhanden sind
- Das Bremssystem vor der Intervention Funktionsstörungen zeigte
- Du keine Erfahrung oder geeignete Werkzeuge hast
Ein Scheibenproblem deutet in der Regel auf schwerwiegendere Probleme im Bremssystem hin, die die Aufmerksamkeit eines Fachmanns erfordern.
Tipps zur Kosteneinsparung
Dieser Vorgang, auch wenn er komplex erscheint, lässt sich relativ leicht erlernen und kann je nach Fahrzeug etwa 40–80 Euro pro Eingriff sparen. Mit Erfahrung reduziert sich die benötigte Zeit von 2-3 Stunden (beim ersten Mal) auf etwa eine Stunde für alle vier Räder.
Die anfängliche Investition in Werkzeuge amortisiert sich schnell, und die Befriedigung, das eigene Fahrzeug instand zu halten, ist für jeden Autoenthusiasten unbezahlbar.