- Beim Start setzt der Anlasser die Kurbelwelle in Bewegung, verbraucht 2–4% Batterie.
- Startsolenoid aktiviert, Strom fließt zu den Zündkerzen und Funken entstehen.
- Zündspule erhöht Batteriespannung über Primär- und Sekundärwicklung.
- Zündkerzen müssen sauber bleiben; Abnutzung mindert Leistung.
Der Start eines Fahrzeugs wirkt oft wie eine einfache Handlung: Schlüssel drehen oder Startknopf drücken. Dahinter verbirgt sich jedoch ein hochkomplexes System aus mechanischen und elektrischen Komponenten, das eine präzise Abstimmung erfordert.
Beim Drehen des Zündschlosses erhält der Anlasser Energie aus der Batterie und verbraucht dabei rasch etwa 2–4 % der gespeicherten Leistung. Der Anlasser wird automatisch mit einem Zahnradsatz verbunden, der die Kurbelwelle in Bewegung setzt, die wiederum die Nockenwelle über einen Riemen oder eine Kette antreibt. So beginnt der Verbrennungsprozess und der Motor läuft an.

Startvorgang Schritt für Schritt
Jedes Motorsystem ist darauf ausgelegt, wie ein Uhrwerk zu arbeiten. Wenn dieser Prozess nicht ordnungsgemäß funktioniert, dauert der Start länger, was zu vorzeitigem Verschleiß des Anlassers und schneller Entladung der Batterie führt, insbesondere im Winter.
Nach dem Drehen des Zündschlosses wird das Startsolenoid aktiviert, das den Strom von der Batterie zu den Zündkerzen durch deren Leitungen weiterleitet. Das Zündsystem speichert dabei ausreichend Spannung, um den Funken im Brennraum zu erzeugen.
Rolle der Zündkerzen im Zündsystem
Funktion der Zündkerzen
Die Batteriespannung entzündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder durch den Zündverteiler (und die dazugehörigen Kabel). Jede Zündkerze in einem Zylinder erhält Strom über ein eigenes Kabel.

Zündkerzen, die abgenutzt oder von Ablagerungen wie Kalamin verunreinigt sind, funktionieren nicht mehr im vorgesehenen Bereich. Es ist essenziell, sie rechtzeitig zu reinigen oder zu ersetzen, um die Motorleistung zu erhalten.
Arten von Zündkerzen
In Abhängigkeit von Marke und Modell des Fahrzeugs kommen verschiedene Typen von Zündkerzen zum Einsatz:
- Kalte Zündkerzen: Empfohlen für Hochleistungsmotoren
- Heiße Zündkerzen: Brennen stärker und entfernen Ablagerungen am Elektroden besser
Wie man Probleme mit Zündkerzen identifiziert
Um Probleme mit den Zündkerzen zu erkennen, gehen Sie folgendermaßen vor:
- Fahren Sie das Fahrzeug in einen dunklen Bereich (idealerweise nachts)
- Starten Sie den Motor und öffnen Sie die Motorhaube
- Während der Motor läuft, prüfen Sie die Kabel, die von den Zündkerzen zum Verteilerkappe führen
- Achten Sie auf Funken oder Funkenüberschläge, die auf Abnutzung oder Unterbrechungen im Stromkreis hinweisen
Spannungsverstärkungssystem
Zündspule
Die Batteriespannung durchläuft die Zündspule, bevor sie zu den Zündkerzen geleitet wird. Die Hauptaufgabe der Zündspule besteht darin, die Batteriespannung zu vergrößern.
Die Zündspule enthält zwei Wicklungen:
- Primärwicklung: Durch sie fließt der anfängliche Strom
- Sekundärwicklung: Umhüllt die Primärwicklung, enthält hunderte Windungen der Drahtwicklung
Der Funke entsteht, wenn der Stromfluss durch die Primärwicklung unterbrochen wird, wodurch der Magnetfluss kollabiert und in der Sekundärwicklung eine Hochspannung erzeugt wird. Dieser Prozess speist die Verteilerkappe und führt schließlich zu den Zündkerzen.
Verteiler: Kappe und Rotor
Der Verteiler nutzt ein System aus Kappe und Rotor, um die Hochspannungsladung an den jeweiligen Zylinder zu verteilen.

Funktionsweise des Rotors
Der Rotor dreht sich und verteilt die Ladung auf jeden Zylinder nacheinander, während der Kontakt für jeden Zyklus hergestellt wird. Funken überspringen den engen Spalt zwischen Rotor und Kontakten.
Leider können die hohen Temperaturen während des Ladungsdurchlaufs den Verteiler verschleißen, insbesondere den Rotor.
Moderne Systeme ohne Verteiler
Neuere Fahrzeuge verwenden stattdessen eine Zündspule pro Zündkerze. Diese Spulen sind direkt mit dem Motorsteuergerät (ECU) verbunden und ermöglichen eine präzisere Steuerung des Zündzeitpunkts.
Vorteile des Systems ohne Verteiler
- Eliminierung eines Verteilerkörpers und der Zündkabel
- Nutzung der Hochspannung direkt von der Zündspule
- Geringerer Kraftstoffverbrauch
- Reduzierte Emissionen
Startsystem bei Dieselmotoren
Glühkerzen
Im Gegensatz zu Ottomotoren verwenden Dieselmotoren Glühkerzen zum Vorheizen des Brennraums vor der Zündung. Dies ist besonders wichtig bei niedrigen Umgebungstemperaturen.

Glühkerzen, auch Vorheizkerzen genannt, werden indirekt vom Einspritzsteuergerät (ECU) aktiviert bzw. deaktiviert.
Funktionsweise
Beim Starten des Motors heizen sich die Glühkerzen rasch auf, um die Zündung des Luft-Kraftstoff-Gemischs sicherzustellen. Bei niedrigen Temperaturen arbeiten die Kerzen auch nach dem Start weiter, um Lärm und Rauchemissionen zu reduzieren.
Häufige Defekte am Glühkerzensystem
Wenn ein Defekt des Glühkerzensystems vorliegt (Zündkerzen, elektrische Anschlüsse, Steuermodul, Verkabelung oder Einspritzsteuergerät), weist der Motor in der Regel folgende Symptome auf:
- Beim Kaltstart springt der Motor extrem schwer oder gar nicht an
- Es tritt schwarzer bis bläulicher Rauch auf
- Eine Warnleuchte im Armaturenbrett leuchtet auf
Diagnose der Probleme
Um Probleme am Glühkerzensystem zu identifizieren, empfehlen sich folgende Checks durch eine spezialisierte Werkstatt:
- Widerstand der Glühkerzen
- Funktion des Steuergeräts
- Integrität der Verkabelung
- Funktion des Einspritzsteuergeräts
Das Verständnis der Funktionsweise des Startsystems hilft Ihnen, Probleme schneller zu erkennen und die notwendigen Schritte zur Wartung des Fahrzeugs zu ergreifen.
