- Benzinmotoren: normale Kompression 6–10 bar, Diesel 14–23 bar.
- Wichtige Komponenten beeinflussen Kompression: Kolbenringe, Ventile, Zylinderkopfdichtung, Zylinderwände.
- Benötigte Ausrüstung: Kompressionsmessgerät, Zündkerzenkabel entfernen, Helfer, Schutzhandschuhe, Taschenlampe.
- Vorgehen: Motor auf Betriebstemperatur bringen, Zündkerzen entfernen, 6–8 Umdrehungen, Zylinder prüfen.
Der Kompressionscheck am Motor ist eine der wichtigsten Diagnosen, die Sie an einem Motor durchführen können. Er liefert wesentliche Informationen über den inneren Zustand des Motors und hilft Autobesitzern sowie Käufern von Gebrauchtwagen, zukünftige, teure Probleme frühzeitig zu erkennen.
Ein gesunder Benzinmotor sollte in jedem Zylinder eine Kompression von 6–10 bar aufweisen, während Dieselmotoren deutlich höhere Werte benötigen, typischerweise 14–23 bar. Diese Werte spiegeln wider, wie gut Kolben, Ringe und Ventile eine dichte Brennraum-Dichtung herstellen können.

Warum ist der Kompressionstest wichtig?
Die Kompression des Motors gibt direkt Aufschluss über den Zustand der internen, kritischen Komponenten:
- Kolbenringe – verantwortlich für die Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder
- Ansaug- und Abgasventile – müssen sich perfekt schließen, um die Kompression zu halten
- Zylinderkopfdichtung – sorgt für Dichtheit zwischen Zylinderkopf und Block
- Zylinderwände – Verschleiß kann die Kompression beeinflussen
Wenn Sie spüren, dass der Motor nicht mehr die gleiche Leistung bringt, mehr Kraftstoff verbraucht oder der Abgasrauch dichter geworden ist, kann ein Kompressionstest die Ursache identifizieren, bevor sie zu kostenintensiveren Reparaturen führt.
Benötigte Ausrüstung für den Kompressionstest
Für eine korrekte Durchführung benötigen Sie:
- Ein Kompressionsmessgerät (Manometer speziell für Motoren)
- Ein Set Schraubenschlüssel zum Entfernen der Zündkerzen
- Eine Person, die beim Starten des Motors hilft
- Schutzhandschuhe
- Eine Taschenlampe für gute Sicht
So führen Sie den Kompressionstest Schritt für Schritt durch
Vorbereitung des Motors
- Den Motor auf Betriebstemperatur bringen – dies ist entscheidend für genaue Messwerte
- Den Motor ausschalten und ihn etwa 10 Minuten abkühlen lassen
- Zündsystem lösen, um Unfälle zu vermeiden
Demontage der Komponenten
- Entfernen Sie vorsichtig die Zündkerzenkabel und markieren Sie die Reihenfolge, um sie später korrekt wieder anzuschließen
- Entfernen Sie ggf. die Kraftstoffzufuhrschläuche am Injektorblock falls nötig
- Entfernen Sie alle Zündkerzen mit dem passenden Schlüssel – dieser Schritt ist wichtig, damit der Motor frei drehen kann
Durchführung der Messungen
- Setzen Sie das Kompressionsmessgerät in das Zündkerzenloch des ersten Zylinders ein und sichern Sie es fest
- Bitten Sie den Helfer, den Zündschalter zu betätigen und den Motor 6–8 Umdrehungen der Kurbelwelle zu drehen
- Lesen Sie den Wert auf dem Manometer ab
- Notieren Sie das Ergebnis und setzen Sie das Manometer zurück
- Wiederholen Sie den Vorgang für jeden Zylinder
Interpretation der Ergebnisse
Normale Kompressionswerte
Benzinmotoren:
- Normale Kompression: 6–10 bar
- Maximaler Unterschied zwischen den Zylindern: 1 bar
- Kompression unter 6 bar: schwerwiegendes Problem
Dieselmotoren:
- Normale Kompression: 14–23 bar
- Maximaler Unterschied zwischen den Zylindern: 2 bar
- Kompression unter 14 bar: Eingreifen erforderlich
Häufige Probleme, die der Kompressionstest identifiziert
Geringe gleichmäßige Kompression über alle Zylinder:
- Allgemeiner Verschleiß des Motors
- Probleme mit der Ventilsteuerung
- Abgenutzte Kolbenringe
Geringe Kompression in einem einzigen Zylinder:
- Verbrannte oder verbogene Ventile
- Problem mit der Zylinderkopfdichtung
- Riss im jeweiligen Kolben
Unregelmäßige Kompression zwischen den Zylindern:
- Ungleichmäßiger Verschleiß
- Probleme mit der Ventilabstimmung
- Punktuelle Defekte einzelner Bauteile
Wann Sie einen Fachmann hinzuziehen sollten
Auch wenn der Kompressionstest zu Hause durchgeführt werden kann, erfordern bestimmte Situationen die Expertise eines professionellen Mechanikers:
- Die Ergebnisse sind schwer zu interpretieren
- Die Kompression liegt deutlich unter den normalen Werten
- Verdacht auf schwerwiegende Motorschäden
- Sie haben nicht die notwendige Erfahrung mit Motorkomponenten
Ein Fachmann kann auch weitere ergänzende Tests durchführen, z. B. Öl im Zylinder oder Dichtigkeitsprüfungen, um die genaue Fehlerquelle zu identifizieren.
Häufigkeit der Kompressionstests
Für eine optimale Wartung sollte der Kompressionstest regelmäßig durchgeführt werden:
- Beim Kauf eines Gebrauchtwagens
- Alle 50.000–80.000 km
- Wenn Leistungsabfall-Symptome auftreten
- Im Rahmen einer größeren Motorinspektion
Fazit
Der Kompressionstest ist eine einfache, aber äußerst wertvolle Methode zur Beurteilung des Motorzustands. Mit moderatem Aufwand und etwas Zeit erhält man wesentliche Informationen zur Gesundheit des Motors. Ob Sie eine Gebrauchtwagen-Suche planen oder den Zustand Ihres aktuellen Fahrzeugs überwachen möchten, dieser Test kann Ihnen helfen, frühzeitig Probleme zu erkennen und Kosten zu sparen.
Denken Sie daran, dass die Ergebnisse im Kontext des Alters und der Kilometerleistung des Motors interpretiert werden sollten. Bei Unsicherheit empfehlen wir immer die Konsultation eines erfahrenen Mechanikers.
Sursa foto: popularmechanics.com