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Wie prüft man, ob das Auto-Relais defekt ist – Multimeter-Anleitung
Nützliche Tipps

Wie prüft man, ob das Auto-Relais defekt ist – Multimeter-Anleitung

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Relais wandeln kleinen Steuerstrom in höheren Laststrom und schützen Schalter.
  • Benötigte Werkzeuge: Multimeter, Testlampe, 9–12V-Batterie, Jumperkabel, Servicehandbuch.
  • Beachten: kein falsches Relais verwenden; genaue Spezifikationen prüfen; Sicherheitsregeln beachten.
  • Schritte: Relais finden, Spulenwiderstand prüfen, Kontakte testen, Versorgung herstellen.

Die Probleme des elektrischen Systems eines Autos resultieren oft aus defekten Relais. Diese essenziellen Bauteile steuern eine Vielzahl von Systemen, von den Scheinwerfern und der Klimaanlage bis zur Benzinpumpe und dem Kühlerlüfter. Obwohl die Diagnose elektrischer Probleme einschüchternd wirken kann, ist das Prüfen von Relais eine zugängliche Vorgehensweise – sogar für Hobbywerkstätten.

Relais funktionieren wie intelligente Schalter, die es einem Stromkreis mit geringem Stromverbrauch ermöglichen, einen anderen Stromkreis mit höherem Verbrauch zu steuern. Diese Trennung schützt empfindliche Komponenten und verhindert Überhitzung sowie Schäden am elektrischen System.

Was ist ein Relais und wie funktioniert es

Relais sind elektromagnetische Bauteile, die in fast allen modernen Fahrzeugen vorkommen und auch in maritimen oder luftfahrttechnischen Anwendungen verwendet werden. Ihr Arbeitsprinzip beruht auf der Trennung der Schaltkreise: Ein Steuerkreis mit kleinem Strom aktiviert einen Elektromagneten, der die Kontakte eines Leistungsstromkreises mit höherem Strom schließt oder trennt.

Praktische Beispiele

Stellen Sie sich die Scheinwerfer Ihres Autos vor – Wenn Sie sie direkt mit dem Schalthebel am Armaturenbrett verbinden würden, könnte der hohe Strom den Schalter überfordern und Drähte schmelzen bzw. Brände verursachen. Relais ermöglichen es, dass ein kleines Knöpfchen im Armaturenbrett sicher größere Verbraucher steuert.

Relais können gleichzeitig mehrere Systeme steuern, wie zum Beispiel:

  • Das Startsystem (Hauptrelais)
  • Die Scheinwerfer (Fernlicht-Relais, Abblendlicht-Relais)
  • Den Kühlerlüfter
  • Die Kraftstoffpumpe
  • Den Klimakompressor
  • Die Hupe

Wichtige Sicherheitsmaßnahmen

Bevor Sie mit dem Testen beginnen, beachten Sie folgende Sicherheitsregeln:

Zur Vermeidung von Beschädigungen:

  • Ersetzen Sie niemals ein Relais durch ein zufälliges anderes – ein falsches Relais kann Kurzschlüsse verursachen
  • Überprüfen Sie die genauen Spezifikationen (Stromstärke, Spannung, Kontaktausführung)
  • Konsultieren Sie das Diagramm im Sicherungskasten

Für die persönliche Sicherheit:

  • Arbeiten Sie niemals in Gegenwart entzündbarer Gase
  • Vermeiden Sie Modifikationen oder Reparaturen defekter Relais
  • Wenn das Relais Anzeichen von Verbrennungen zeigt, überprüfen Sie auch die Verkabelung
  • Konsultieren Sie immer das Service-Handbuch zur korrekten Identifikation

Benötigte Werkzeuge für den Test

Für eine vollständige Relaisprüfung benötigen Sie:

  • Digitales Multimeter (mit Ohm- und DC-Volt-Funktionen)
  • Testlampe oder Glühbirne mit Draht
  • 9-12V-Batterie zur Versorgung
  • Servicehandbuch des Fahrzeugs
  • Jumper-Kabel für temporäre Verbindungen

Wie man ein Relais Schritt für Schritt testet

Schritt 1: Lokalisierung des Relais

Die meisten Relais befinden sich im Sicherungskasten im Motorraum oder unter dem Armaturenbrett. Identifizieren Sie das defekte Relais anhand:

  • Der Klebeanleitung am Deckel des Sicherungskastens
  • Dem Service-Handbuch des Fahrzeugs
  • Den Symptomen des Problems (z. B. Lüfter läuft nicht – Lüfter-Relais)

Schritt 2: Sichtprüfung

Vor dem Testen prüfen Sie:

  • Steckverbinder auf Korrosion oder Beschädigung
  • Das Relaisgehäuse auf Risse oder Verbrennungszeichen
  • Die Kontaktpositionen auf Verschmutzung oder Oxidation

Schritt 3: Prüfung des Spulenwiderstands

  1. Stellen Sie das Multimeter auf Ohm (Ω)
  2. Identifizieren Sie die Spulenpins (siehe Relais-Schema)
  3. Messen Sie den Widerstand zwischen den beiden Spulenpins
  4. Normales Ergebnis: 50–120 Ω
  5. Abweichung: 0 Ω (Kurzschluss) oder OL/∞ (unterbrochene Spule)

Schritt 4: Prüfung der Kontakte im Ruhezustand

  1. Multimeter auf Ohm belassen
  2. Messen Sie den Widerstand zwischen den Schaltpins
  3. Normales Ergebnis: OL oder „offen“ (Kontakte offen)
  4. Abweichung: 0 Ω (Kontakte verbunden)

Schritt 5: Prüfung der elektromagnetischen Funktion

  1. Versorgen Sie die Spule mit 9–12V
  2. Wichtig: Bei Relais mit 4 Pins ist die Polung egal
  3. Bei Relais mit Diode: beachten Sie die markierte Polarität
  4. Normales Geräusch: deutliches „Klick“ beim Anschließen/Trennen

Schritt 6: Prüfung der Kontakte unter Last

  1. Mit gespannter Spule, schließen Sie die Testbirne an
  2. Eine Seite der Birne an einen Relaiskontakt
  3. Die andere Seite an Masse
  4. Normale Funktion: Die Birne leuchtet, wenn die Spule versorgt ist
  5. Defekt: Die Birne leuchtet nicht oder flackert

Schritt 7: Messung der Spannung am Kontakt

  1. Stellen Sie das Multimeter auf Gleichspannung (DC Volt)
  2. Mit gespannter Spule, messen Sie die Spannung an den Schaltkontakten
  3. Normales Ergebnis: Batteriespannung (ca. 12V)
  4. Spannungsabfall: Kontakt beschädigt

Schritt 8: Endprüfung des Widerstands

  1. Trennen Sie die Spulenversorgung
  2. Versorgen Sie die Spule erneut
  3. Messen Sie den Widerstand der geschlossenen Kontakte
  4. Funktionsfähiges Relais: nahezu 0 Ω bei geschlossenen Kontakten
  5. Im Ruhezustand: OL bei offenen Kontakten

Interpretation der Testergebnisse

Relais funktionsfähig

  • Spule: 50–120 Ω
  • Kontakte im Ruhezustand: offener Stromkreis (OL)
  • Kontakte bei Versorgung: nahezu 0 Ω
  • Geräusch: deutliches Klick
  • Schaltvorgang: schnell und sicher

Defektes Relais – Häufige Anzeichen

  • Spule offen: Widerstand unendlich (OL)
  • Spule kurzgeschlossen: sehr geringer Widerstand (<10 Ω)
  • Kontakte verschmolzen: Stromkreis dauerhaft geschlossen
  • Kontakte verbrannt: hoher Widerstand im geschlossenen Zustand
  • Kein Geräusch: Elektromagnet funktioniert nicht

Folgen der Nichtbeachtung eines Relaisproblems

Ein defektes Relais kann verursachen:

Sofortige Schäden:

  • Durchbrennen von Sicherungen
  • Überhitzung der Verkabelung
  • Beschädigung der geschalteten Komponenten
  • Entladung der Batterie

Größere Risiken:

  • Brand im Motorraum
  • Totalausfall des elektrischen Systems
  • Beschädigung der Auto-ECUs
  • Sehr hohe Reparaturkosten

Praktische Problembilder:

  • Defektes Benzinpumpen-Relais = Motor stoppt
  • Defektes Lüfter-Relais = Motorüberhitzung
  • Defektes Scheinwerfer-Relais = Sichtbarkeit- und Sicherheitsprobleme

Alternativen zum Test mit dem Multimeter

Substitutionsmethode

Wenn Sie nicht über die notwendigen Messwerkzeuge verfügen:

  1. Finden Sie ein identisches Relais an einer anderen Position
  2. Tauschen Sie die Relais aus
  3. Prüfen Sie, ob das Problem verschoben wird
  4. Achtung: Verwenden Sie nur Relais mit identischen Spezifikationen

Vereinfachter Test

Ohne Instrumente können Sie:

  • Das Klickgeräusch beim Einschalten hören
  • Die Vibration des Relais mit dem Finger spüren
  • Visuell nach Verschmorungen suchen
  • Die Verbindungen auf Korrosion prüfen

Standort der Relais im Fahrzeug

Häufige Standorte

  • Unter der Motorhaube: Haupt-Sicherungskasten
  • Im Fahrzeuginnenraum: Armaturenbrett, linke Seite
  • Im Kofferraum: bei einigen Premium-Modellen
  • In der Nähe der Batterie: Hochleistungs-Relais

Identifikation anhand von Symptomen

  • Startet nicht: Haupt- oder Anlasser-Relais
  • Scheinwerfer funktionieren nicht: Scheinwerfer-Relais
  • Lüfter läuft nicht: Lüfter-Relais
  • Klima funktioniert nicht: Kompressor-Relais
  • Hupe funktioniert nicht: Hupe-Relais

Konsultation des Service-Handbuchs

Das Service-Handbuch ist essenziell für:

Technische Informationen

  • Detailliertes Schaltbild
  • Genaue Lokalisierung der Relais
  • Technische Spezifikationen (Stromstärke, Typ)
  • Spezifische Prüfverfahren
  • Demontage-Reihenfolge

Unterschiede zwischen Modellen

  • Jedes Fahrzeug hat einzigartige Spezifikationen
  • Selbst dasselbe Modell variiert je nach Baujahr
  • Die Relais-Position kann variieren
  • Die Relais-Typen können unterschiedlich sein

Arten von Auto-Relais

Nach Pins-Anzahl

  • 4 Pins: einfaches Relais, am häufigsten
  • 5 Pins: mit zusätzlichem Kontakt
  • Mehrpins: für komplexe Funktionen

Nach Funktion

  • Standard-Relais: für gewöhnliche Verbraucher
  • Verzögerungs-Relais: mit Einschaltverzögerung
  • Relais mit Diode: zum Schutz der Schaltkreise

Nach Leistung

  • Kleine Relais: bis zu 20 A
  • Mittlere Relais: 20–40 A
  • Große Relais: über 40 A

Ersetzungskosten

Die Preise für Relais variieren erheblich:

Standard-Relais:

  • Einfache Relais: 15–50 lei
  • OEM-Relais: 50–150 lei
  • Aftermarket-Relais: 20–80 lei

Spezial-Relais:

  • Verzögerungs-Relais: 80–200 lei
  • Intelligente Relais: 150–500 lei
  • Original-Premium-Relais: 200–800 lei

Faktoren, die den Preis beeinflussen:

  • Marke und Modell des Fahrzeugs
  • Komplexität des Relais
  • Hersteller (Original vs aftermarket)
  • Verfügbarkeit am Markt

Präventive Wartung

Zur Vermeidung von Relaisausfällen:

Regelmäßige Überprüfungen

  • Verbindungen einmal im Jahr reinigen
  • Sichtprüfung auf Korrosion
  • Funktionsprüfung beim Service

Faktoren, die den Verschleiß beschleunigen

  • Übermäßige Feuchtigkeit
  • Starke Vibrationen
  • Überspannungen im Netz
  • Extreme Temperaturen

Frühe Warnzeichen

  • Unregelmäßiger Betrieb
  • Anormale Geräusche beim Einschalten
  • Verzögerte Reaktion
  • Überhitzung

Die Prüfung von Relais ist ein wesentlicher Bestandteil der Fehlerdiagnose elektrischer Systeme im Auto. Mit dem passenden Werkzeug und der Beachtung der Sicherheitsvorschriften kann jeder Fahrzeughalter diese häufig auftretenden Probleme identifizieren und lösen, wodurch Zeit und Kosten in der Werkstatt gespart werden.