- Kabelquerschnitt mindestens 16 mm², bei größeren Motoren 25 mm² empfohlen
- Spenderfahrzeug und Zielauto haben gleiche Batteriespannung (meist 12 V)
- Parken auf ebenem Untergrund, Feststellbremse, keine Berührung der Karosserie
- Schrittfolge: Rot zu Plus, Rot zu Plus, Schwarz zu Minus, Schwarz an unlackiertes Metall
Eine entladene Batterie kann eine Reise zum ungünstigsten Zeitpunkt stoppen, aber wenn Sie wissen, wie man das Jump-Start-Verfahren korrekt anwendet, lässt sich das Problem schnell und sicher beheben. Laut ADAC-Studien verursachen bis zu 46% der Fahrzeugausfälle Probleme mit der Batterie, was dieses Verfahren zu einer der nützlichsten Fähigkeiten macht, die man als Fahrer haben kann.
Das richtige Verständnis der Verbindungsreihenfolge und der Sicherheitsmaßnahmen ist essenziell, um eine Beschädigung des elektrischen Systems oder Verletzungen zu vermeiden.
Benötigte Ausrüstung für den Jump Start
Startkabel
Für eine sichere Vorgehensweise benötigen Sie ein hochwertiges Startkabel-Set. Der Kabelquerschnitt sollte für Standardmotoren mindestens 16 mm² betragen. Für Fahrzeuge mit größeren Motoren (über 2,0 l) empfehlen sich Kabel mit einem Querschnitt von 25 mm², die den notwendigen Strom ohne Überhitzung transportieren können.
Spenderfahrzeug
Das Fahrzeug, das Strom liefert, muss eine Batterie mit der gleichen Spannung wie das beschädigte Fahrzeug haben. Glücklicherweise verwenden die meisten modernen Autos 12 V-Batterien, was den Prozess erleichtert.
Vorbereitung für den Jump Start
Position der Fahrzeuge
Beide Fahrzeuge müssen auf ebenem Untergrund geparkt und mit der Feststellbremse gesichert werden. Wichtiger Hinweis: Die Fahrzeuge dürfen sich nicht berühren, um das Risiko eines Kurzschlusses durch die Karosserie zu vermeiden.
Lage der Batterie und der Pole
Bei den meisten modernen Fahrzeugen befindet sich die Batterie im Motorraum, mit leicht zugänglichen Plus- und Minuspolen. Wenn die Batterie an einem anderen Ort montiert ist (Kofferraum, unter dem Sitz), sehen Hersteller spezielle Anschlüsse unter der Motorhaube vor, entsprechend gekennzeichnet.
Achtung: Versuchen Sie nicht, Bauteile zu demontieren, um an die Batterie zu gelangen. Verwenden Sie immer die dafür vorgesehenen Anschlusspunkte.
Schritt-für-Schritt-Verbindungsablauf
Richtige Verbindungsreihenfolge
Schritt 1: Schließen Sie die erste rote Klemme an den Pluspol (+) der Batterie des Spenderfahrzeugs an
Schritt 2: Schließen Sie die andere rote Klemme an den Pluspol (+) der entladenen Batterie des Fahrzeugs an
Schritt 3: Schließen Sie die erste schwarze Klemme an den Minuspol (-) der Batterie des Spenderfahrzeugs an
Schritt 4: Schließen Sie die letzte schwarze Klemme an einen unlackierten Metallpunkt nahe dem Motorblock oder direkt am Motorblock des entladenen Fahrzeugs an
Warum direkte Verbindung am negativen Pol vermieden werden sollte
Laut den Empfehlungen von Varta vermeiden Sie es, das schwarze Kabel direkt an den Minuspol der entladenen Batterie anzuschließen. Der Grund ist, dass Funken bei der letzten Verbindung eine bereits geschwächte Batterie beschädigen oder zu Explosionen führen können, wenn die Batterie Gase abgibt. Suchen Sie einen unlackierten Metallpunkt nahe dem Motorblock oder direkt am Block, um die letzte Verbindung herzustellen.
Motorstart und Abklemmen
Startvorgang
- Starten Sie das Spenderfahrzeug und lassen Sie es 2–3 Minuten laufen
- Für größere Motoren: Halten Sie die Drehzahl des Spenderfahrzeugs bei ca. 2000 rpm
- Schalten Sie alle Verbraucher im beschädigten Fahrzeug aus (Radio, Klimaanlage, Licht)
- Versuchen Sie den Start des beschädigten Fahrzeugs
Sicheres Abklemmen
Entnehmen Sie die Klemmen in umgekehrter Reihenfolge der Verbindung:
- Schwarze Klemme von der Masse am Metallpunkt entfernen
- Schwarze Klemme von der Negativpol des Spenderfahrzeugs entfernen
- Rote Klemme vom positiven Pol des reparierten Fahrzeugs entfernen
- Rote Klemme vom positiven Pol des Spenderfahrzeugs entfernen
Vollständiges Nachladen der Batterie
Nachladen der Batterie durch Fahrt
Nach erfolgreichem Start fahren Sie mindestens 15–20 Minuten, damit die Lichtmaschine die Batterie teilweise nachladen kann. Für eine vollständige Ladung wird eine längere Fahrt empfohlen oder der Einsatz eines Batterieladegeräts.
Prüfung des Ladesystems
Wenn das Problem sich wiederholt, prüfen Sie:
- Zustand der Batterie (Korrosion, Risse)
- Funktion der Lichtmaschine
- Vorhandensein versteckter Verbraucher
- Alter der Batterie (durchschnittliche Lebensdauer: 4–6 Jahre)
Wesentliche Sicherheitsmaßnahmen
Schutzausrüstung
- Tragen Sie Schutzhandschuhe
- Vermeiden Sie Rauchen oder das Verwenden offener Flammen
- Halten Sie die Kabel nur an isolierten Enden fest
- Überprüfen Sie die Unversehrtheit der Kabel vor dem Gebrauch
Situationen, in denen Sie keinen Jump Start durchführen sollten
- Risse in der Batterie oder Batterie verliert Säure
- Sehr niedrige Temperaturen (unter -20 °C)
- Fahrzeuge mit unterschiedlichen Spannungen
- Anzeichen von Schäden am elektrischen System
Das Wissen um dieses Verfahren kann Sie aus einer unangenehmen Situation retten und anderen Fahrern in Schwierigkeiten helfen. Die Einhaltung der richtigen Verbindungsreihenfolge und der Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet einen risikofreien Ablauf für Sie und die Fahrzeuge.