- Fahrlehrer muss bei der praktischen Prüfung anwesend sein.
- Wartezeit von Theorie- zu Praxisprüfung wird stark verkürzt.
- Prüfungen könnten in jedem Bezirk stattfinden; geografische Beschränkungen fallen.
- Fahrlehrer begrüßen Pläne; sehen mehr Sicherheit und bessere Fehleranalyse.
Das Ausbildungs- und Prüfungssystem für den Führerschein befindet sich in einem Modernisierungsprozess. Ein neuer Gesetzesentwurf zielt darauf ab, die Fahrschulen in Rumänien an die Standards und Praktiken der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten anzupassen, die Ausbildungsqualität zu verbessern, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Wartezeiten für die praktische Prüfung zu verkürzen.
Im Mittelpunkt stehen zwei grundlegende Änderungen im Prozess der Führerscheinausbildung.
Wesentliche Änderungen für Fahrschulen
Erste Änderung: Obligatorische Anwesenheit des Fahrlehrers bei der praktischen Prüfung
Die erste und wichtigere Änderung betrifft die obligatorische Anwesenheit des Fahrlehrers bei der praktischen Prüfung, neben dem Prüfer der Polizei. Dieses Modell ist bereits in den meisten westlichen Ländern und in mehreren EU-Mitgliedstaaten erfolgreich implementiert.
Zweite Änderung: Drastische Verkürzung der Wartezeit zwischen Theorie- und Praxisprüfung
Derzeit müssen Kandidaten in einigen Bezirken Rumäniens bis zu 6 Monate warten, bevor sie die praktische Prüfung ablegen können. Eine der in Betracht gezogenen Optionen zur Lösung dieses Problems ist die Beseitigung geografischer Beschränkungen – Kandidaten könnten die Prüfung in jedem Bezirk ablegen, nicht nur in ihrem Wohnbezirk. Dieses System, ähnlich dem für die Ausstellung von Reisepässen, würde den Prozess dezentralisieren und den Druck von den Bezirken mit hoher Nachfrage nehmen.
Vorteile der Anwesenheit des Fahrlehrers bei der praktischen Prüfung
- Für Kandidaten
- Größeres emotionales Wohlbefinden in stressigen Situationen
- Eine dem Fahrzeug vertraute Person kann Vertrauen vermitteln
- Reduzierung von Stress und Ängsten
- Mögliche bessere Leistung durch eine teilweise vertraute Umgebung
- Für Fahrlehrer
- Direktes und realistisches Feedback zur Qualität der Ausbildung
- Präzise Identifikation von Fehlern oder Defiziten in der Vorbereitung
- Kontinuierliche Verbesserung der Lehrmethoden
- Anpassung des Ausbildungsplans anhand konkreter Beobachtungen
- Für die Verkehrssicherheit
- Reduzierung des Unfallrisikos während der Prüfung
- Der Fahrlehrer kennt Reflexe und Reaktionszeiten jedes Schülers
- Vorbeugung potenziell gefährlicher Situationen durch Emotionen oder Momentfehler
- Schnelle Intervention bei unvorhersehbaren Manövern
Reaktionen der Fahrlehrer auf die neuen Maßnahmen
Die Fahrlehrer reagieren begeistert auf die Vorschläge des neuen Projekts. Die meisten sehen die Anwesenheit während der praktischen Prüfung nicht nur als vorteilhaft, sondern als verpflichtend.
“Da wir bei der Prüfung anwesend sind, können wir viel besser verstehen, wo unsere Schülerinnen und Schüler Fehler gemacht haben, und diese Fehler in der Vorbereitung der zukünftigen Kandidaten korrigieren.”, erklärten die Fahrlehrer. Ein weiterer wichtiger Punkt, der von den Lehrern genannt wird, ist die gesteigerte Sicherheit. Da sie die Verhaltensmuster jedes Schülers gut kennen – einige haben schnellere Reflexe, andere längere Reaktionszeiten – kann der Instruktor potenziell gefährliche Situationen, die im Stressmoment auftreten könnten, vorhersagen und verhindern.
Meinung zukünftiger Fahrer zu den vorgeschlagenen Änderungen
Die Meinungen der Kandidaten sind geteilt – Befürworter und Skeptiker.
- Befürworter der Anwesenheit des Instruktors argumentieren, dass:
- Die Anwesenheit einer vertrauten Person den Stress signifikant reduziert
- Sie sich sicherer fühlen, jemanden Bekanntes im Auto zu haben
- Sie besser abschneiden können, da sie entspannter sind
- Der Fahrlehrer kann ein Element emotionaler Stabilität bieten
- Skeptiker behaupten, dass:
- Emotionen dieselben bleiben, unabhängig davon, wer im Fahrzeug sitzt
- Die Prüfung die reale Fahrsituation eigenständig simulieren sollte
- Die Anwesenheit zusätzlicher Personen im Auto ablenken kann
- Wichtig ist die Ausbildungsqualität, nicht der emotionale Komfort
Aktueller Kontext: Zahlen und Herausforderungen
Aktuelle Statistiken zur Bestehensquote bei der Fahrprüfung in Rumänien sind besorgniserregend. Die Bestehensquote liegt derzeit bei nur 35%. Diese Zahl platziert Rumänien unter den Ländern mit den niedrigsten Bestehensquoten in der Europäischen Union.
Zu den aktuellen Problemen des Systems gehören:
- Zu lange Wartezeiten zwischen Prüfungen (bis zu 6 Monate in einigen Bezirken)
- Unzureichende Prüfkapazität im Verhältnis zur Anzahl der Kandidaten
- Ungleiche Ressourcenverteilung nach Bezirken
- Fehlendes direktes Feedback für Fahrlehrer
- Hohe Stressbelastung der Kandidaten während der Prüfung
Umsetzung der Reformen: Nächste Schritte
Das Projekt befindet sich in der Phase der öffentlichen Konsultation und wird dem parlamentarischen Diskurs vorgelegt. Die Umsetzung der Änderungen wird Folgendes erfordern:
- Anpassung der Infrastruktur – Die Prüfungsfahrzeuge müssen Platz für drei Personen auf dem Beifahrersitz bieten
- Änderung der Verfahren – Klare Festlegung der Rolle des Instruktors (Beobachter, kein verbaler Eingriff)
- Schulung der Prüfer – Schulung für die Zusammenarbeit mit Fahrlehrern
- Aktualisierung des IT-Systems – Um Buchungen in jedem Bezirk zu ermöglichen
- Aufklärungskampagne – Damit alle Beteiligten die neuen Regeln verstehen
Die neuen Regelungen stellen einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des rumänischen Systems der Fahrprüfungen dar und bringen es in Einklang mit europäischen Standards. Der Erfolg der Umsetzung hängt von einer effektiven Zusammenarbeit aller Beteiligten ab: Polizei, Fahrschulen, Instruktoren und Kandidaten.