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Synthetisches Benzin am VW Golf 7 1.4 TSI – Alternative zur Elektromobilität
Nützliche Tipps

Synthetisches Benzin am VW Golf 7 1.4 TSI – Alternative zur Elektromobilität

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Synthetisches Benzin am VW Golf 7 zeigt mögliche Zukunft für ICE.
  • EU plant CO2-Reduktion bis 2035; Gesetzespaket vor Parlament verabschiedet.
  • Deutschland hält an ICE-Nischen fest; vollständiges Verbot wird abgelehnt.
  • VW scheiterte mit ID.3/ID.4 trotz Rabla-Programm; Politik bleibt skeptisch.

Deutschland setzt seine Erforschung von Alternativen zur vollständigen Elektrifizierung des Fahrzeugbestands fort und testet synthetisches Benzin erfolgreich am Volkswagen Golf 7 1.4 TSI. Das von ADAC und dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) durchgeführte Experiment zeigt, dass Verbrennungsmotoren durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe eine nachhaltige Zukunft haben könnten und welche Pläne für ein vollständiges Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2035 in Frage gestellt werden.

Der europäische Kontext: Der Übergang zu Nullemissionen bis 2035

Derzeit ist die Europäische Union zu etwa 97 % von Öl aus Russland und dem Nahen Osten abhängig. Der Verkauf von Elektrofahrzeugen könnte diese Abhängigkeit deutlich reduzieren, eine größere energetische Unabhängigkeit schaffen und die Umwelt schützen.

Zu Beginn des Juni hat das Europäische Parlament die Inkraftsetzung eines Gesetzespakets beschlossen, das die CO2-Emissionen bis 2035 um bis zu 100 % senken soll. Die Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments endete mit 339 Ja-Stimmen, 249 Nein-Stimmen und 24 Enthaltungen.

Nach dem Pariser Klimaabkommen müssen Emissionen drastisch reduziert werden, um die Luftqualität und die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Wie Vlad Radu Zamfira gegenüber Infoclima erklärte: “Neue Emissionsstandards könnten den Übergang zu Elektrofahrzeugen beschleunigen, die wiederum eine verbesserte Ladeinfrastruktur und Energienetze benötigen.”

Die Spaltung der Autohersteller

Obwohl der Termin 2035 festgelegt ist, befinden sich nicht alle Autohersteller auf derselben Wellenlänge:

Befürworter der schnellen Elektrifizierung:

  • Volvo strebt bis 2030 eine vollständige Umstellung auf Elektrofahrzeuge an, fünf Jahre vor dem europäischen Termin
  • Schweden, obwohl es das Ziel 2035 hat, unterstützt diesen beschleunigten Übergang

Gegner und Skeptiker:

  • BMW und Toyota haben sich offen gegen diese Pläne ausgesprochen
  • VW und Mercedes haben sich lange zurückgehalten, bevor sie eine offizielle Position einnehmen
  • Deutschland hat begonnen, Vorbehalte gegenüber dieser Gesetzgebung zu äußern

Deutschland zieht sich zurück: Offizielle Position

Der Bundesfinanzminister Deutschlands, Christian Lindner, erklärte kürzlich, dass weiterhin Nischen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren existieren würden. Die deutsche Regierung hält ein vollständiges Verbot für einen Irrtum und wird sich gegen diese europäische Gesetzgebung stellen.

Diese Position steht im Kontext, dass Volkswagen mit einem Budget von 100 Milliarden Euro es nicht geschafft hat, die gewünschten Stückzahlen der Modelle ID.3 und ID.4 zu verkaufen, trotz eines gut organisierten Rabla-Programms in Deutschland.

Situation in Rumänien

In Rumänien bleiben die Verkäufe von Elektrofahrzeugen trotz Folgendem bescheiden:

  • der Förderung von 11.500 Euro, die Händlern durch das Rabla-Plus-Programm gewährt wird
  • den konsequenten Anstrengungen der Importeure
  • dem fortlaufenden Ausbau der Ladeinfrastruktur

Synthetisches Benzin – alternative Lösung

Was ist synthetisches Benzin?

Synthetisches Benzin ist ein Kraftstoff, der durch Elektrolyse aus dem Kohlendioxid der Atmosphäre hergestellt wird. ADAC und ZDK haben diese Lösung als praktikabel für die weltweit 1,4 Milliarden Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren identifiziert.

Der Test am VW Golf 7 1.4 TSI

Im Rahmen des Experiments in Deutschland wurde ein Volkswagen Golf 7 mit dem 1,4‑L‑Motor 1.4 TSI mit 20 Litern synthetischem Benzin betankt. Die Ergebnisse waren beeindruckend:

  • Leistungswerte identisch: Der Motor verhielt sich exakt wie bei herkömmlichem Benzin
  • Keine messbaren Unterschiede: Selbst Fachleute konnten keine Unterschiede im Motorbetrieb feststellen
  • Vollständige Kompatibilität: Es waren keine technischen Modifikationen am Motor erforderlich

Vorteile von synthetischem Benzin

Gleiche Eigenschaften:

  • Synthetisches Benzin hat dieselben Eigenschaften wie herkömmliches Benzin
  • Erfordert keine Modifikationen am Motor oder Kraftstoffsystem
  • Kann sofort in bestehenden Fahrzeugen eingesetzt werden

Betankungszeit:

  • Das Tanken erfolgt in wenigen Minuten, genauso wie bei herkömmlichem Benzin
  • Im Vergleich zu 2–4 Stunden Ladezeit für Elektrofahrzeuge
  • Erfordert keine spezielle Ladeinfrastruktur

Produktionflexibilität: Wie Chemieanlagenbau Chemnitz feststellt, können Werke produzieren:

  • synthetisches Benzin
  • synthetischen Diesel
  • synthetisches GPL

Auswirkungen für die Zukunft

Für den bestehenden Fahrzeugbestand

Synthetisches Benzin könnte eine Lösung für die 1,4 Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren weltweit darstellen und damit Folgendes vermeiden:

  • vorzeitiges Außcheiden funktionsfähiger Fahrzeuge
  • enorme Kosten eines vollständigen Austauschs des Fahrzeugbestands
  • ökologische Auswirkungen einer massiven Neuproduktion von Fahrzeugen

Für die Automobilindustrie

Wenn synthetische Kraftstoffe wirtschaftlich tragfähig sind, könnten Hersteller:

  • die Entwicklung effizienter Verbrennungsmotoren fortsetzen
  • in die Optimierung bestehender Technologien investieren
  • Verbrauchern vielfältige Mobilitätsoptionen bieten

Für die Infrastruktur

Der Einsatz synthetischer Kraftstoffe könnte:

  • das bestehende Tankstellennetz nutzen
  • massive Investitionen in Ladestationen vermeiden
  • einen schrittweisen Übergang zu nachhaltigen Lösungen ermöglichen

Herausforderungen und Perspektiven

Obwohl der deutsche Test die technische Machbarkeit synthetischer Kraftstoffe demonstriert, bleiben wichtige Fragen:

Produktionskosten:

  • Wie wettbewerbsfähig wird synthetisches Benzin wirtschaftlich sein?
  • Welche Produktionsvolumina sind nötig, um erschwinglich zu bleiben?

Reale Umweltbilanz:

  • Wie sieht die Bilanz der Emissionen über den gesamten Lebenszyklus aus?
  • Wie effizient ist der Herstellungsprozess?

Politische Akzeptanz:

  • Werden europäische Gesetzgeber bereit sein, die Pläne für ein Verbot zu überdenken?
  • Wie werden die Mitgliedstaaten zwischen verschiedenen Technologien abwägen?

Der in Deutschland am Volkswagen Golf 7 1.4 TSI durchgeführte Test zeigt, dass die Zukunft der Mobilität nuancierter sein könnte als zunächst erwartet. Synthetische Kraftstoffe bieten einen dritten Weg zwischen vollständiger Elektrifizierung und Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, indem sie die Vorteile von Verbrennungsmotoren bewahren und gleichzeitig die Umweltauswirkungen reduzieren.