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Richtig parken: umfassender Leitfaden zur Sicherheit
Nützliche Tipps

Richtig parken: umfassender Leitfaden zur Sicherheit

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Erster Gang bietet größten Widerstand gegen Wegrollen und erhöht Kraftaufwand.
  • Rückwärtsgang sinnvoll bei Hang nach unten oder sehr steilen Rampen.
  • Auf ebener Fläche: Handbremse anziehen, ersten Gang einlegen, Lenkrad gerade.
  • Motor aus, Fahrzeug sicher abstellen.

Richtiges Parken ist ein zentraler Bestandteil defensiver Fahrweise. Viele Fahrer unterschätzen es oder parken je nach Gewohnheit, wodurch das Risiko von unbeabsichtigtem Wegrollen steigt. Die Art und Weise, wie wir das Getriebe beim Parken belassen, kann den Unterschied zwischen einem sicher abgestellt stehenden Fahrzeug und einem potenziell unkontrolliert rollenden Auto ausmachen.

Dieser Leitfaden erläutert, warum das Einlegen eines Gangs beim Parken sinnvoll ist, welche Vor- und Nachteile es gibt und wie man in verschiedenen Situationen sicher parkt.

Die Bedeutung des Parkens mit eingelegtem Gang

Wenn das Fahrzeug im Gang belassen wird, bietet das Getriebe eine direkte mechanische Verbindung zwischen Rädern und Motor. Um das Auto zu bewegen, müssen die Räder die Antriebswellen drehen, die wiederum die Kurbelwelle des Motors antreiben. Dieser Prozess erfordert die Kompression der Luft in den Zylindern und erzeugt einen spürbaren Widerstand. Je größer der Übersetzungsgrad ist (wie im ersten Gang), desto mehr Umdrehungen müssen die Räder machen, um den Motor einmal zu drehen, und desto größer ist der Widerstand gegen ein Wegrollen.

Erster Gang oder Rückwärtsgang: Welche Wahl ist richtig?

Vorteile des ersten Gangs

  • Größtes Übersetzungsverhältnis: Der erste Gang bietet das höchste Übersetzungsverhältnis aller Vorwärtsgänge, daher den größten Widerstand gegen Wegrollen.
  • Mehr Umdrehungen der Räder: Damit der Motor eine volle Umdrehung macht, müssen die Räder öfter drehen, was den nötigen Kraftaufwand erhöht.
  • Redundanz: Im Gegensatz zum Rückwärtsgang, der in der Regel nur eine Richtung hat, gibt es beim Vorwärtsbereich mehrere Gänge.
  • Gleichmäßige Abnutzung: Durch den regelmäßigen Einsatz des ersten Gangs verteilt sich die Abnutzung auf ein gut erreichbares Bauteil.

Wann man den Rückwärtsgang verwenden sollte

  • Parken mit dem Hang nach unten: Wenn das Fahrzeug mit Front nach unten steht, bietet der Rückwärtsgang einen natürlichen Widerstand gegen das Rollen nach vorn.
  • Sehr steile Rampe: Bei einigen Modellen kann der Rückwärtsgang einen gleichwertigen oder sogar größeren Übersetzungsgrad als der erste Gang haben.
  • Psychologische Sicherheit: Manche Fahrer bevorzugen den Rückwärtsgang, um sicherzugehen, dass das Fahrzeug nicht versehentlich vorwärts rollt, falls der Gang vergessen wird.

Vollständiges Verfahren zum sicheren Parken

Auf ebener Fläche (ohne sichtbare Neigung)

  1. Positionieren Sie sich korrekt: Parken Sie so nah wie möglich am Bordstein, in einer Linie mit den anderen Fahrzeugen, unter Beachtung der Straßenmarkierungen
  2. Handbremse anziehen: Ziehen Sie die Handbremse fest an und prüfen Sie, dass sie greift
  3. Ersten Gang einlegen: Halten Sie das Bremspedal gedrückt und legen Sie den Gang in den ersten Gang ein
  4. Lenkrad ausrichten: Lassen Sie die Räder gerade ausstehen, um späteres Drehen zu erleichtern und das Lenksystem zu schonen
  5. Motor abstellen: Erst nachdem alle vorherigen Schritte abgeschlossen sind, den Motor abstellen

Aufwärts geneigten Hängen

  1. Korrektes Parken: Positionieren Sie das Fahrzeug parallel zum Straßenrand
  2. Handbremse: Ziegeln Sie die Handbremse vollständig
  3. Ersten Gang: Legen Sie den ersten Gang ein
  4. Räder Richtung Straßenmitte drehen: Falls keine Bordsteinkante vorhanden ist, drehen Sie das Lenkrad so, dass, falls das Fahrzeug rollt, es zum Straßenmittelpunkt oder vom Verkehr weg gerichtet ist
  5. Bei Bordstein: Falls vorhanden, drehen Sie die Räder sanft in Richtung Bordstein als zusätzliche Stütze

Abwärts geneigten Hängen

  1. Parken Sie parallel: Stellen Sie das Auto gut ausgerichtet ab
  2. Handbremse: Ziehen Sie die Handbremse vollständig an
  3. Rückwärtsgang: Legen Sie den Rückwärtsgang ein, um maximale Widerstände zu erreichen
  4. Räder zum Bordstein drehen: Lenken Sie so, dass die Räder bei Wegrollen durch den Bordstein gestoppt würden
  5. Ohne Bordstein: Drehen Sie die Räder von der Fahrbahn weg in eine sichere Richtung

Potenzielle Risiken und wie wir sie vermeiden

Mechanische Beanspruchung

Es besteht berechtigtes Interesse an der Abnutzung der Getriebe, wenn das Auto im Gang geparkt ist und zum Beispiel von einem anderen Fahrzeug getroffen wird. Theoretisch könnte ein starker Aufprall die Zahnräder beschädigen – das Risiko hierfür ist jedoch minimal und deutlich geringer als das Risiko eines unkontrollierten Wegrollens.

Systemgrenzen

Es gibt Situationen, in denen die Kompression des Motors allein nicht ausreicht:

  • Sehr steile Rampen: Bei extremer Neigung kann die Gravitation die Hinderniswirkung überwinden
  • Sehr stark abgenutzes Kupplungssystem: Eine verschlissene Kupplung überträgt die Kraft nicht effektiv zwischen Motor und Rädern
  • Extreme Temperaturen: Bei sehr niedrigen Temperaturen kann das dicke Öl einen anderen Widerstand liefern

Wann es akzeptabel ist, das Auto im Leerlauf zu belassen

Auf ebenen Flächen, wie Parkhäusern oder nivellierten Garagen, ist es akzeptabel, den Schalthebel im Leerlauf zu lassen und die Handbremse zu verwenden. Um jedoch eine konsequente und sichere Gewohnheit zu entwickeln, empfehlen wir, das Fahrzeug im Eingriff zu belassen, unabhängig von der Situation.

Regelmäßige Kontrollen für maximale Sicherheit

Damit diese Methode langfristig funktioniert, ist die richtige Wartung der beteiligten Systeme essenziell:

Handbremse

  • Monatliche Prüfung: Testen Sie die Handbremse in einer leichten Steigung, um sicherzustellen, dass das Fahrzeug feststeht
  • Regelmäßige Justierung: Kabelzüge der Handbremse dehnen sich mit der Zeit, es bedarf einer Justierung im Service
  • Komponenten austauschen: Brems- oder Parkbremsscheiben nutzen sich ab und müssen geprüft werden

Kupplungssystem

  • Kupplungspunkt: Eine gut funktionierende Kupplung hat einen klaren und konstanten Kupplungspunkt
  • Gleit- oder Durchrutschen: Wenn die Kupplung rutscht, ist die Verbindung zwischen Motor und Rädern beeinträchtigt
  • Geräusche: Ungewöhnliche Geräusche beim Pedaldruck erfordern Prüfung

Getriebe

  • Funktion in allen Gängen: Prüfen Sie regelmäßig, dass alle Gänge leicht eingelegt werden
  • Ölstand: Das manuelle Getriebeöl muss den Spezifikationen des Herstellers entsprechen und gelegentlich ersetzt werden
  • Geräusche oder Vibrationen: Auffällige Geräusche oder Vibrationen benötigen sofortige Untersuchung

Reifen

  • Richtiger Reifendruck: Monatlich den Reifendruck gemäß Herstellerangaben prüfen
  • Gleichmäßiger Verschleiß: Unregelmäßiger Verschleiß kann auf Probleme an Fahrwerk oder Geometrie hinweisen
  • Profiltiefe: Mindestens 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben, besser über 3 mm

Mythen und Missverständnisse

“Das Parken im Gang verschleißt das Getriebe”

Dieser Mythos hält sich hartnäckig, hat aber kaum Realgrund. Das Getriebe ist dafür ausgelegt, deutlich stärkeren Belastungen standzuhalten als das Parken in der Parkstellung. Die Belastungen beim normalen Fahren sind wesentlich größer.

“Die Handbremse genügt”

Auch wenn die Handbremse unter normalen Bedingungen wirksam ist, kann sie im Laufe der Zeit nachlassen oder in außergewöhnlichen Situationen versagen. Die Kombination aus eingelegtem Gang und Handbremse bietet maximale Sicherheit.

“Man muss unbedingt Rückwärtsgang verwenden”

Obwohl der Rückwärtsgang in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann, bietet der erste Gang in den meisten Modellen vergleichbaren oder besseren Schutz mit einem konstanten Übersetzungsverhältnis.

Spezielle Situationen und Empfehlungen

Parken bei Schnee oder Eis

Bei reduziertem Grip wird das Parken mit eingelegtem Gang noch wichtiger. Die Räder können leichter wegrollen, und die Handbremse allein reicht oft nicht aus. Verwenden Sie immer den ersten Gang oder den Rückwärtsgang, je nach Ausrichtung des Fahrzeugs.

Langzeitparkungen

Wenn Sie das Auto über längere Zeit parken (Wochen oder Monate):

  • Lassen Sie das Getriebe im Gang, um ständige Belastungen der Komponenten zu vermeiden
  • Verwenden Sie Keile oder andere Blockiersysteme
  • Parken Sie möglichst auf einer ebenen Fläche

Anhänger oder Wohnwagen

Bei Anhängerbetrieb wird zusätzliche Sicherheit noch wichtiger. Verwenden Sie immer die Handbremse und den ersten Gang, und bei Hanglage verwenden Sie zusätzlich Unterlegkeile unter den Rädern.

Wie wir Passagiere und Familie schulen

Wenn Sie das Auto mit mehreren Fahrern teilen, ist es wichtig, dass alle dieselben sicheren Parkgewohnheiten übernehmen:

  1. Erklären Sie das mechanische Prinzip: Das Verständnis, warum wir etwas tun, hilft, es sich zu merken
  2. Eine Gewohnheit entwickeln: Wiederholung macht die Vorgehensweise automatisch
  3. Gegenseitig prüfen: Wenn Sie ins Auto steigen, prüfen Sie, dass der Gang eingelegt ist, bevor Sie losfahren
  4. Besondere Situationen besprechen: Stellen Sie sicher, dass jeder weiß, wie man auf Hangparken reagiert

Gesetzgebung und Verantwortung

Obwohl das Verkehrsrecht in Deutschland nicht explizit die Pflicht zum Parken im Gang vorschreibt, liegt die Verantwortung beim Fahrer sicherzustellen, dass das geparkte Fahrzeug keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Im Falle eines Unfalls, der durch ein außerhalb des Parkplatzes rollendes Fahrzeug verursacht wird, kann der Eigentümer haftbar gemacht werden.

Abschließende Empfehlungen

Lassen Sie das Auto jedes Mal im Gang parken, unabhängig von der Situation. Diese einfache Gewohnheit schützt Ihr Fahrzeug und verhindert unangenehme Situationen durch unkontrolliertes Wegrollen.

Die Goldene Regel des sicheren Parkens: Verwenden Sie immer sowohl Handbremse als auch einen passenden Gang (ersten Gang oder Rückwärtsgang, je nach Situation). Diese Kombination bietet maximale Sicherheit und ruhiges Gewissen.

Darüber hinaus verschleißt das Parken im Gang die Getriebe nicht signifikant, und Sie gewinnen sicherheitsseitig. Mit wenigen zusätzlichen Sekunden beim Parken stellen Sie sicher, dass das Auto genau dort bleibt, wo Sie es abgestellt haben, schützen Ihr Investment und vermeiden potenzielle Unfälle oder Schäden.

Das Parken mit eingelegtem Gang ist eine einfache, effektive und kostenlose Methode, jeder Parkplatzsituation eine zusätzliche Sicherheit zu verleihen. Machen Sie diesen Schritt zur automatischen Gewohnheit und Sie müssen sich nie mehr darüber sorgen, dass das Auto unerwartet losrollt.