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Sicheres Fahren bei starkem Sturm: Tipps und Risiken
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Sicheres Fahren bei starkem Sturm: Tipps und Risiken

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Sturmfahrten sind gefährlich: Sicht, Haftung und Bremswege verschlechtern sich deutlich
  • Aquaplaning droht durch Wasserfilm; Gegenstände, Bäume und Überschwemmungen riskieren Straßensperren
  • Nur wenn nötig: Reisen während Sturm vermeiden; Unfallrisiko steigt signifikant
  • Vermeiden Sie Überschwemmungen; Wasser kann Hydrolock verursachen; Abstand vergrößern

Das Fahren während eines heftigen Sturms zählt zu den größten Herausforderungen für jeden Fahrer, egal wie viel Erfahrung er am Steuer hat. Extreme Wetterbedingungen verringern die Sicht erheblich, verändern die Haftung der Reifen und erhöhen die Bremswege deutlich. Das Verständnis der Gefahren und die Anpassung des Fahrverhaltens an diese Bedingungen kann den Unterschied zwischen einer sicheren Reise und einem schweren Unfall ausmachen.

In diesem Leitfaden beleuchten wir die wichtigsten Risiken, geben klare Sicherheitstipps und erklären, wie man bei Sturm die Sicherheit von Fahrer, Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern schützt.

Risiken des Fahrens bei Sturm

Starke Stürme gehen immer mit einer gefährlichen Mischung meteorologischer Phänomene einher: Starkregen, heftige Windböen, die das Fahrzeug destabilisieren können, eine drastische Verminderung der Sicht und verschlechterte Fahrbahnverhältnisse. Wasser, das sich auf der Fahrbahn sammelt, erzeugt einen dünnen Film zwischen Reifen und Asphalt, ein Phänomen, das Aquaplaning genannt wird und zum totalen Kontrollverlust über das Lenken führen kann.

Neben diesen Gefahren bringen Stürme weitere Risiken mit sich: von Wind getragen Gegenstände, die das Fahrzeug treffen können; umgestürzte Bäume, die die Straße blockieren; lokale Überschwemmungen, die Straßen in Wasserläufe verwandeln; und Blitze, die das Auto oder Infrastruktur in der Umgebung direkt treffen und beschädigen können.

Ist es sicher, bei Sturm zu fahren?

Die kurze Antwort lautet: Nein, wenn es vermeidbar ist. Die Empfehlung der Verkehrssicherheitsexperten ist eindeutig - Fahren Sie während eines Sturms mit Donner und Blitz nur, wenn es absolut notwendig ist. Wenn Sie zu Hause oder an einem sicheren Ort sind, verschieben Sie die Reise, bis sich die Wetterbedingungen bessern.

Statistiken zeigen, dass das Unfallrisiko bei starkem Regen um bis zu 70% steigt, und unter Sturmbedingungen ist dieses Risiko noch höher. Geringe Sicht, rutschige Straßen und die Unvorhersehbarkeit anderer Verkehrsteilnehmer machen das Fahren zu einer extrem gefährlichen Aktivität.

Wichtige Sicherheitstipps für das Fahren bei Sturm

  • Vermeiden Sie überflutete Straßen

Dies ist die Goldene Regel des Fahrens bei Sturm. Versuchen Sie niemals, eine überschwemmte Straßenabschnitt zu queren, egal wie flach das Wasser erscheint. Es kann extrem schwierig sein, die tatsächliche Tiefe des Wassers zu bestimmen, und unter der Oberfläche kann sich eine tiefe Grube oder ein Kanal verstecken.

Wenn Ihr Fahrzeug in tiefes Wasser gerät, kann der Motor Wasser durch die Ansaugung ansaugen (Hydrolock), was zu schweren und teuren Motorschäden führt. In extremen Fällen kann das Auto vom Wasser mitgerissen werden. Bereits 30 cm Wasser in Bewegung können ein Fahrzeug verschieben.

  • Halten Sie einen größeren Sicherheitsabstand

Auf Sturmfahrten muss der Sicherheitsabstand deutlich größer sein. Die nasse Oberfläche reduziert die Bremswirkung – auf nasser Fahrbahn kann der Bremsweg um bis zu 50% länger werden. Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Unterschied noch deutlicher.

Vermeiden Sie es, dem vorausfahrenden Fahrzeug zu nahe zu kommen, und praktizieren Sie keinesfalls das sogenannte Tailgating. Sie benötigen mehr Zeit und Raum, um auf plötzliche Manöver anderer Verkehrsteilnehmer zu reagieren.

  • Halten Sie das Fahrzeug wasserdicht

Stellen Sie sicher, dass alle Türen, Fenster und das Panoramadach (falls vorhanden) vollständig geschlossen und verriegelt sind. So bleibt der Innenraum trocken und die Elektronik besser geschützt. Wasser im Innenraum fördert Korrosion und Schimmel, und bei schweren Überschwemmungen kann das Fahrzeug durch Versicherer als Totalschaden eingestuft werden.

  • Verwenden Sie korrekt die Beleuchtung

Bei Sturm ist eine angemessene Beleuchtung unverzichtbar. Schalten Sie Abblendlicht auch bei schlechter Sicht ein, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden. Falls die Sicht stark eingeschränkt ist (unter ca. 100 m), aktivieren Sie Nebelscheinwerfer vorn und ggf. Nebelschlussleuchte, sofern vorhanden.

Vermeiden Sie Starklicht bei starkem Regen – das Licht spiegelt sich in den Tropfen und reduziert die Sicht weiter. Prüfen Sie vor der Abfahrt, dass alle Leuchten ordnungsgemäß funktionieren.

  • Reduzieren Sie die Geschwindigkeit deutlich

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Sicherheitsmaßnahme. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit um mindestens 30–40% unter der zulässigen Höchst- bzw. normalen Fahrgeschwindigkeit. Auf der Autobahn, wo die Höchstgeschwindigkeit 130 km/h beträgt, sollten Sie bei Sturm nicht über 80–90 km/h fahren.

Eine langsamere Geschwindigkeit gibt Ihnen mehr Reaktionszeit, verringert das Risiko des Aquaplanings und hilft dem Fahrzeug, die Haftung auf der Fahrbahn zu behalten. Denken Sie daran: ABS- und ESP-Systeme können helfen, ersetzen aber kein gutes Fahrverhalten auf nasser Fahrbahn.

Besondere Gefahren durch Blitze

Blitze stellen eine zusätzliche Gefahr während eines Sturms dar. Obwohl das Fahrzeug wie eine Faraday-Käfig schützt und einen gewissen Schutz vor direktem Blitzschlag bietet, sind die Risiken nicht vernachlässigbar.

Was tun, wenn dich der Sturm mit Blitzschlägen am Steuer erwischt

Wenn Sie häufig Blitze sehen, ist es am besten, an einen sicheren Ort anzuhalten und das Vorüberziehen des Sturms abzuwarten. Wählen Sie einen offenen Ort, fern von hohen Bäumen, Stromleitungen oder metallischen Strukturen, die Blitze anziehen könnten.

Sobald Sie angehalten haben, bleiben Sie im Fahrzeug mit geschlossenen Türen und Fenstern. Berühren Sie keine metallischen Teile des Fahrzeugs – Lenkrad, Metallhebel, Türgriffe. Wenn das Auto von einem Blitz getroffen wird, fließt der Strom durch die Karosserie und entlädt sich in den Boden durch die Reifen.

Schalten Sie den Motor aus und trennen Sie elektronische Geräte, die an Steckdosen hängen. Ein Blitz kann Überspannungen verursachen, die die Elektronik des Fahrzeugs beschädigen.

Schäden durch Blitze

Ein Blitz, der direkt in ein Fahrzeug einschlägt, kann erhebliche Schäden verursachen:

  • Elektrische Systeme: Motorsteuergerät (ECU), Generator, Batterie und Sicherungen können vollständig zerstört werden
  • Front- und Seitenscheiben: Die Kraft des Blitzes kann Glas zerbrechen
  • Reifen: Der elektrische Strom entlädt sich durch die Reifen, die explodieren oder schwer beschädigt werden können
  • Karosserie: Brandspuren, Löcher oder Verformungen an den Aufprallpunkten
  • Elektronische Bauteile: Infotainment, Navigationssystem, Sensoren und Kameras können ausfallen

Im schlimmsten Fall kann ein durch Blitzschlag beschädigtes Fahrzeug als Totalschaden eingestuft werden.

Zusätzliche Sicherheitstipps

Prüfen Sie den Zustand des Fahrzeugs vor der Abfahrt

Vor jeder Reise bei schlechtem Wetter sollten Sie sicherstellen, dass:

  • Die Profiltiefe der Reifen ausreichend ist (Mindestgrenze 1,6 mm, empfohlen über 3 mm bei nassem Wetter)
  • Die Scheibenwischer korrekt funktionieren und die Wischerblätter in gutem Zustand sind
  • Alle Lichter funktionieren
  • Der Waschwassernstand ausreichend ist
  • Das Entfeuchtungssystem effizient arbeitet

Vermeiden Sie abrupte Manöver

Auf nasser Fahrbahn können plötzliche Lenkmomente, Beschleunigung oder Bremsen zu einem Verlust der Haftung führen. Fahren Sie ruhig und kontrolliert, antizipieren Sie Verkehrssituationen und vermeiden Sie plötzliche Richtungswechsel.

Achten Sie auf Aquaplaning

Aquaplaning entsteht, wenn sich eine Wasserschicht zwischen Reifen und Asphalt bildet, wodurch das Fahrzeug effektiv auf dem Wasser zu gleiten scheint. Anzeichen für Aquaplaning:

  • Das Lenkverhalten wird leichter und weniger präzise
  • Der Motor klingt lauter (weil die Räder durchdrehen)
  • Das Fahrzeug neigt dazu, sich seitlich zu bewegen

Wenn Sie in Aquaplaning geraten, bremsen Sie nicht abrupt und lenken Sie nicht heftig. Heben Sie sanft den Fuß vom Gas und halten Sie das Lenkrad gerade, bis die Reifen wieder Haftung finden.

Fazit

Das Fahren bei starkem Sturm sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Falls Sie fahren müssen, helfen strikte Sicherheitsregeln, eine deutliche Tempoanpassung und erhöhte Aufmerksamkeit, eine sichere Reise sicherzustellen. Beachten Sie, dass kein Termin oder Verabredung das Leben von Ihnen oder anderen Verkehrsteilnehmern wert ist. Im Fall eines schweren Sturms ist es am sinnvollsten, anzuhalten und auf eine Besserung der Wetterbedingungen zu warten.