- Glatteis ist die größte Wintergefahr, oft unerwartet und extrem gefährlich
- Winterreifen sind Pflicht und lebenswichtige Sicherheitsmaßnahme gegen niedrige Temperaturen
- Planung der Fahrten und Geduld im Verkehr reduzieren Risiko
- Haftung testen auf Glatteis: Bremse sanft betätigen, ABS-Reaktion prüfen
Der Winter bringt erhebliche Risiken für Fahrer mit sich. Der Experte für defensives Fahren, Titi Aur, hat kürzlich wichtige Warnungen an alle Fahrzeugführer ausgesprochen und betont, dass eine angemessene Vorbereitung sowie Risikobewusstsein entscheidend sind, um Unfälle in der kalten Jahreszeit zu vermeiden.
Glatteis ist in dieser Jahreszeit die größte Bedrohung für Fahrer, da es unberechenbar und äußerst gefährlich ist. Der Unfall auf der Darste-Brücke am 4. Dezember, an dem 17 Fahrzeuge aufgrund der Glatteisbedingungen beteiligt waren, verdeutlicht deutlich die Schwere dieses Problems.
Warum Glatteis die größte Wintergefahr ist
Nach den Erklärungen von Radio România Actualități betrachtet Titi Aur Glatteis als “das Gefährlichste, was uns auf der Straße passieren kann”. Der Hauptgrund ist der Überraschungseffekt – schwarzes Eis kann unerwartet auftauchen, selbst auf Strecken, die sicher erscheinen.
“Schwarzes Eis, Glatteis, ist das Gefährlichste, was uns auf der Straße passieren kann. Warum? Weil es mich überrascht”, erklärte der Experte.
Unverzichtbare Empfehlungen für die kalte Jahreszeit
Winterreifen – Pflicht, nicht nur gesetzlich
Titi Aur betont eindeutig die Notwendigkeit der Montage von Winterreifen und lehnt kompromisslose Lösungen ab: “Ich war nie ein Befürworter von All-Season-Reifen.” Winterreifen sind nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern eine lebenswichtige Sicherheitsmaßnahme, die den Unterschied zwischen einer sicheren Fahrt und einem schweren Unfall ausmachen kann.
Die spezielle Zusammensetzung von Winterreifen ermöglicht es ihnen, auch bei niedrigen Temperaturen Flexibilität und Haftung zu bewahren, und bietet bei Eis- oder Schneebedingungen eine bessere Traktion als Sommerreifen.
Planung der Fahrten und Geduld im Verkehr
Der Experte für defensives Fahren betont die Bedeutung einer korrekten Planung der Fahrten: “Man muss davon ausgehen, dass auf bestimmten Strecken, besonders in Richtung Berge, aber nicht nur, mit mehr Verkehr zu rechnen ist, und wenn ich das Haus verlasse und weiß, dass ich länger unterwegs sein werde, ist das Erste, was ich tun muss.”
Die Einhaltung der Verkehrsregeln und des gesunden Menschenverstands ist essenziell. Titi Aur weist darauf hin, dass der Versuch, in einer Kolonne einige Meter Vorsprung zu gewinnen, das Risiko nicht rechtfertigt und keine echten Vorteile bringt: “Ich werde nur 100, 200, 300 Meter vorne landen und wieder in eine Kolonne geraten.”
Techniken des defensiven Fahrens auf Glatteis
Der Experte gibt praktische Tipps zur Erkennung und Bewältigung von Glatteisbedingungen:
Haftung testen
“Wenn ich auf eine Brücke fahre, weiß ich, dass es Glatteis geben könnte. Das bedeutet, ich reduziere die Geschwindigkeit, bin vorsichtiger und teste gegebenenfalls etwas die Haftung”, erklärt Titi Aur. Testen kann man durch:
- Leichtes Betätigen des Bremspedals, wenn sich kein Fahrzeug in der Nähe befindet
- Beobachtung der Reaktion des ABS
- Erkennen von Zittern im Bremspedal, das auf blockierte Räder hinweist
Anpassung des Fahrstils
Sobald die Haftung eingeschränkt ist, muss der geschulte Fahrer:
- die Geschwindigkeit deutlich verringern
- den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug erhöhen
- plötzliche Manöver (Beschleunigen, Bremsen, Kurven) vermeiden
- Verkehrssituationen mit zusätzlichem Zeitpuffer antizipieren
Vorhergesagte Wetterbedingungen
Die Prognose für die erste Dezemberwoche deutet auf Folgendes hin:
- Niedrigere Temperaturen in den nordöstlichen Regionen
- Typische Werte von 2–7 Grad Celsius tagsüber
- Normale Niederschläge von 10–15 l/m²
- Mögliche höhere Mengen (15–30 l/m²) in Hang- und Gebirgslagen
Für die zweite Woche:
- Leicht höhere Temperaturen in den Regionen innerhalb der Karpaten
- Leichte Abkühlungen im Rest des Landes (1–5 Grad)
- Möglicher überschießender Niederschlagsregime im Westen
Systemische Probleme in der Verkehrsausbildung
Titi Aur identifiziert deutliche Defizite im Ausbildungssystem der Fahrzeugführer in Rumänien:
Mangel an frühkindlicher Verkehrserziehung
“Im Kindergarten lernen wir nichts über den Verkehr”, konstatiert der Experte und betont, dass Verkehrserziehung frühzeitig begonnen werden sollte, um eine präventive Mentalität zu entwickeln.
Veraltetes Curriculum in der Fahrschule
Das aktuelle Curriculum ist technologisch veraltet: “Im Fahrlehrplan werdet ihr weiterhin Fragen zum Vergaser sehen und nichts darüber, was das Auto seit 2021 hat – ABS, Traktionskontrolle.”
Moderne Sicherheitsfunktionen wie ABS, ESP, Traktionskontrolle und Notbremsassistenten sind essenziell, aber im theoretischen Training unzureichend behandelt.
Fehlende Weiterbildungsprogramme
“Nach der Fahrausbildung gibt es kein weiteres Weiterbildungsprogramm”, beobachtet Titi Aur. Dieser Mangel an kontinuierlicher Bildung lässt Fahrer unvorbereitet für komplexe Verkehrssituationen.
Risikobewusstsein – der Schlüssel zur Sicherheit
Der Experte weist auf ein gefährliches Phänomen hin – mangelndes Risikobewusstsein: “Was vielen Fahrzeugführern fehlt, ist die Fähigkeit, Risiken zu erkennen und vor allem im Verkehr zu erkennen.”
Dieses Problem wird durch eine gefährliche Mentalität verschärft: “Es kann mir doch gar nicht passieren… ich habe Erfahrung, fahre schon seit Jahren und hatte keine Probleme.” Dieses übermäßige Vertrauen kann dazu führen, dass Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt werden.
Lektionen aus dem Unfall auf der Brücke Darste
Der Unfall mit 17 beschädigten Fahrzeugen auf der Brücke Darste am 4. Dezember demonstriert eindrucksvoll die Folgen mangelnder Vorbereitung auf Winterbedingungen. Eingeschränkte Sicht kombiniert mit Glatteis hat eine Situation geschaffen, in der mehrere Fahrer ihr Fahrverhalten nicht an die Wetterbedingungen angepasst haben.
Diese Ereignis unterstreicht die Bedeutung:
- Geschwindigkeit in Bereichen mit Glatteisgefahr reduzieren
- Sicherheitsabstände deutlich erhöhen
- Geeignete Beleuchtungssysteme verwenden
- Unnötige Fahrten bei extremen Bedingungen vermeiden
Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Titi Aur schlägt einen systemischen Ansatz vor: “Die einzige Lösung besteht darin, dass die Behörden die Augen öffnen und in diese Richtung schauen.” Dies umfasst:
- Modernisierung des Fahrschulcurriculums
- Einführung von Verkehrsbildung in das Bildungssystem
- Implementierung regelmäßiger Weiterbildungsprogramme
- Aufklärungskampagnen über Verkehrsrisiken
- Verbesserung der Infrastruktur für Winterbedingungen
Die Verkehrssicherheit in der kalten Jahreszeit hängt maßgeblich von der Vorbereitung und der Haltung jedes Fahrers ab. Die Beachtung der Empfehlungen von Experten wie Titi Aur kann Tragödien verhindern und den Unterschied zwischen einer sicheren Fahrt und einem schweren Unfall ausmachen.