- Reifen älter als 5 Jahre erhöhen Risiko von Rissen und Gripverlust.
- DOT-Code zeigt Herstellungswoche/Jahr; die letzten 4 Ziffern.
- 50-Cent-Test, Verschleißanzeigen oder Tiefenmessgerät verwenden; unter 3 bis 4 mm wechseln.
- Strukturelle Schäden wie Seitenwandrisse, Radial- oder Längsrisse, Crazing gefährden Sicherheit.
Reifen sind der einzige Kontaktpunkt zwischen Ihrem Auto und der Straße und übertragen Brems-, Beschleunigungs- und Lenkkräfte. Unabhängig von Wetterbedingungen oder der Art der Fahrbahn müssen die Reifen optimal funktionieren, um die Sicherheit des Fahrzeugs zu gewährleisten.
Die Wartung der Reifen ist nicht nur eine Frage der Leistung, sondern eine lebenswichtige Sicherheitsmaßnahme. Beschädigte oder abgefahrene Reifen beeinträchtigen den Bremsweg, die Stabilität und die Lenkbarkeit erheblich und können zu schweren Unfällen führen.
Alter der Reifen – 5-Jahres-Grenze
Der Gummi der Reifen ist ein organisches Material, das mit der Zeit altert, unabhängig vom Kilometerstand. Nach 5 Jahren ab Herstellungsdatum verändern sich die elastischen Eigenschaften des Gummis irreversibel:
- Oxidation – der Gummi verhärtet sich und wird steifer
- Mikrorisse – feine Risse, die die strukturelle Integrität beeinträchtigen
- Haftungsverlust – die Bindung zum Grip auf der Straße verschlechtert sich
Selbst wenn das Profil noch gut aussieht, stellen Reifen älter als 5 Jahre ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten oder schlechten Wetterbedingungen.
Technischer Hinweis: Prüfe den DOT-Code auf der Seitenwand des Reifens – die letzten 4 Ziffern geben Woche und Jahr der Herstellung an (z. B. 2319 bedeutet Woche 23 von 2019).
Profiltiefe – kritischer 3-mm-Test
Der Zustand der Profiltiefe ist der wichtigste Indikator. Wenn sie unter 3–4 mm fällt, verringert sich die Abführung von Wasser deutlich, was das Aquaplaning-Risiko erhöht.
Methoden zur Überprüfung des Verschleiß:
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50-Cent-Münz-Test – Eine Münze in die Hauptkanäle des Profils legen. Wenn sie zu mehr als die Hälfte sichtbar ist, ist das Reifenprofil abgenutzt.
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Integrierte Verschleißanzeigen – Diese harten Gummistäbe mit einer Höhe von ca. 1,6 mm werden sichtbar, wenn das Profil abgenutzt ist. Wenn die Indikatoren an 2–3 aufeinanderfolgenden Stellen erscheinen, ist der Wechsel dringend.
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Messung mit dem Tiefenmessgerät – Spezielle Instrumente liefern genaue Messwerte – Unter 3 mm bei Sommerreifen und unter 4 mm bei Winterreifen kennzeichnen den Wechsel.

Strukturelle Schäden am Reifen
Fisuri und Brüche in der Seitenwand
Die Seitenwände der Reifen sind starken Belastungen ausgesetzt und können verschiedene Arten von Beschädigungen zeigen:
- Radiale Risse – von der Felgenkante zur Lauffläche, verursacht durch chronische Unterinflation
- Längsrisse – parallel zur Lauffläche, Hinweis auf Alterung des Gummis
- Crazing – feine Oberflächenrisse durch UV- und Ozonexposition
Diese Beschädigungen beeinträchtigen die strukturelle Integrität des Reifens und können bei hohen Geschwindigkeiten zum Platzen führen.
Bulges und Deformationen – Anzeichen von Aufprall
Bulges sind sichtbare Auswölbungen auf der Oberfläche des Reifens, verursacht durch:
- Starke Stöße beim Auftreffen auf Schlaglöcher oder Bordsteine
- Überdruck kombiniert mit Aufprall
- Fabrikationsfehler der internen Gewebe

Eine Beule zeigt eine Beschädigung der inneren Gewebeschicht aus Textil- oder Metallfäden an, wodurch eine Schwachstelle entsteht, die bei unvorhergesehenem Platzen auftreten kann. Ein sofortiger Wechsel ist obligatorisch.
Ungleichmäßiger Verschleiß – Diagnose technischer Probleme
Ungleichmäßiger Reifenverschleiß ist oft das erste Zeichen schwerwiegender mechanischer Probleme:
Arten des Verschleißes und deren Ursachen:
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Verschleiß an der äußeren Kante: Unzureichender Reifendruck, falsches Alignment (negativer Camber) oder häufige aggressive Kurven
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Verschleiß an der inneren Kante: Zu positiver Camber, Toe-in falsch, verschlissene Fahrwerkskomponenten
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Cupping (Beulenverschleiß): Defekte Stoßdämpfer, Unwucht der Räder, verschlissene Fahrwerkskomponenten
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Verschleiß in Zickzackform: Unpassender Reifendruck, sorge für Toe-in/toe-out, unzureichende Drehrichtung der Reifen
Luftdruck – Alarmzeichen
Ein Reifen verliert konstant Luftdruck und erfordert eine sofortige Untersuchung:
Häufige Ursachen des Luftdruckverlusts:
- Perforationen durch Fremdkörper – Nägel, Schrauben, spitze Steine
- Risse in der Seitenwand – durch Alterung oder Stoß
- Ventilprobleme – defekt oder verschmutzt
- Undichte Felgenabdichtung – durch Korrosion oder Verformung
- Porosität des Gummis – bei sehr alten Reifen
Checkliste und Wartung
Monatliche Pflichtinspektion
- Reifendruck prüfen – wenn die Reifen kalt sind (vor der Fahrt)
- Visuelle Prüfung der Lauffläche und der Seitenwände
- Verschleiß mit einfachen Tests oder spezialisierten Instrumenten prüfen
- Auswuchten prüfen durch Beobachtung von Vibrationen bei konstanten Geschwindigkeiten
Präventive Wartung
- Reifenrotation alle 10.000–15.000 km für gleichmäßigen Verschleiß
- Achse ausrichten jährlich oder nach Schlaglochschäden
- Auswuchten bei Montage neuer Reifen oder bei Vibrationszeichen
- Korrekte Lagerung an kühlen, trockenen, lichtgeschützten Orten
Risiken abgenutzter Reifen für die Sicherheit
Auswirkungen auf Bremsleistung
Abgenutzte Reifen verlängern den Bremsweg deutlich:
- Um 25–30% auf trockenem Untergrund
- Um 50–70% auf nasser Fahrbahn
- Erhöhtes Aquaplaning-Risiko schon ab ca. 60 km/h bei Regen
Beeinträchtigung der Fahrzeugstabilität
- Verminderte Manövrierfähigkeit in Kurven und bei plötzlichen Lenkbewegungen
- Übermäßige Vibrationen, die über Lenkung und Karosserie übertragen werden
- Erhöhte Laufgeräusche und Fahrkomfortverlust
- Höherer Kraftstoffverbrauch durch größeren Rollwiderstand
Auswirkungen auf andere Bauteile
Abgenutzte Reifen beschleunigen die Abnutzung:
- Fahrwerkskomponenten – Stoßdämpfer, Feder, Stabilisator
- Lenksystem – Spurstangenkopf, Lenkgetriebe, Spurstangen
- Radlager durch ungleichmäßige Belastung
- Bremssystem durch ungleichmäßige Erwärmung
Wann zum Fachmann
Wende dich an einen professionellen Mechaniker in folgenden Situationen:
- Ungewöhnlich schneller Verschleiß, unklarer Ursache – z. B. unter 20.000 km bei Sommerreifen
- Persistierende Vibrationen bei konstanten Geschwindigkeiten (80–120 km/h)
- Anomale Laufgeräusche beim Fahren – Pfeifen, Klopfen, Schleifen
- Wiederkehrender ungleichmäßiger Verschleiß nach dem Reifenwechsel
- Lenkprobleme – Auto zieht in eine Richtung
Die fachmännische Diagnose kann Probleme im Fahrwerks- oder Lenksystem identifizieren, bevor teure Schäden entstehen.
Investition in Sicherheit im Straßenverkehr
Der rechtzeitige Wechsel abgenutzter Reifen ist eine wesentliche Investition in die Verkehrssicherheit. Neue Reifen bieten:
- Optimierten Grip auf allen Untergründen
- Minimale Bremswege in kritischen Situationen
- Laufkomfort und geringeren Geräuschpegel
- Langfristige Einsparungen durch Vermeidung teurer Reparaturen
Denken Sie daran, Reifen sind das Sicherheitsbauteil, das nicht kompromittiert werden darf – sie bilden die einzige Barriere zwischen Ihnen und schweren Unfällen.