- Wahl des Öls hängt von Marke, Modell, Baujahr, Motortyp und Kraftstoff ab.
- Single-Grade-Öl ist traditionell und gut für Vintage-Motoren.
- Mehrviskositätsöl passt besser zu wechselnden Klima- und Betriebsbedingungen.
- Konventionelles vs. synthetisches Öl: Synthetik bietet bessere Stabilität und längere Intervalle.
Die Wahl des richtigen Motoröls ist eine der wichtigsten Entscheidungen für die Gesundheit deines Motors. Angesichts einer breiten Palette von Optionen auf dem Markt – von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Merkmalen und Vorteilen – mag die Auswahl überwältigend erscheinen. Dennoch helfen dir das Verständnis der Arten von Motoröl und der technischen Spezifikationen dabei, die optimale Wahl zu treffen.
Die Wahl des passenden Öls hängt von mehreren wesentlichen Faktoren ab: Marke und Modell des Fahrzeugs, Baujahr, Motortyp und Kraftstoffart. Diese Parameter bestimmen die genauen Spezifikationen, die dein Motor benötigt.
Single-Grade-Öl: Die Lösung für klassische Fahrzeuge
Single-Grade-Öl ist die traditionelle Option und am besten geeignet für klassische oder Vintage-Fahrzeuge. Diese Art von Öl enthält keine Viskositätsmodifikatoren (Polymere), was es ideal für ältere Motoren macht, die auf einfache Spezifikationen ausgelegt sind.
Die SAE-Klassifikation (Society of Automotive Engineers) gibt die Viskosität des Öls durch eine einzige Zahl an. Je größer diese Zahl, desto höher ist die Viskosität. Zum Beispiel:
- SAE 20: geringe Viskosität, für Motoren mit engen Toleranzen
- SAE 30: mittlere Viskosität, für allgemeine Anwendungen
- SAE 40: hohe Viskosität, für Motoren mit fortgeschrittenem Verschleiß
- SAE 50: sehr hohe Viskosität, für extreme Bedingungen
Mehrviskositätsöl: Leistung unter allen Bedingungen
Mehrviskositätsöl wird durch seine Kennzahl mit zwei Ziffern getrennt durch den Buchstaben W (Winter) gekennzeichnet. Zum Beispiel kennzeichnet ein Öl 5W30:
- 5W: Leistung bei niedrigen Temperaturen (Kaltstart)
- 30: Leistung bei der Betriebstemperatur des Motors

Dieses Öl ist dem Single-Grade-Öl überlegen dank seiner Anpassungsfähigkeit an wechselnde Klimabedingungen. Es enthält spezielle Additive, die:
- Verhindern übermäßige Verringerung der Viskosität bei hohen Temperaturen
- Bewahren optimale Fließfähigkeit bei niedrigen Temperaturen
- Schützen Motorkomponenten unter extremer Belastung
- Sorgt für einen leichteren Kaltstart im Winter
Unterschiede zwischen Marken bei derselben Viskositätsklasse
Ein wichtiger Aspekt ist, dass Öle mit derselben SAE-Bezeichnung je nach Hersteller unterschiedliche Leistungsdaten aufweisen können. So kann ein 10W-40-Öl einer Marke ähnliche Eigenschaften wie ein 5W-30-Öl eines anderen Herstellers aufweisen, bedingt durch Unterschiede in der Additivformuliering und der Qualität der Basisöle.
Konventionelles Öl vs. synthetisches Öl: Was solltest du wählen?
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Vorteile von synthetischem Öl:
- Überlegene thermische Stabilität: hält Temperaturen im Grenzbereich besser stand
- Verlängerte Haltbarkeit: längere Ölwechselintervalle
- Fortschrittlicher Schutz: überlegene Schmierungs Eigenschaften
- Motorreinigung: hält den Motor sauberer
- Energieeffizienz: kann zum geringeren Verbrauch beitragen
Wann du konventionelles Öl verwenden solltest:
- Wenn der Hersteller dies ausdrücklich im technischen Handbuch angibt
- Für sehr alte Motoren mit verschlisserten Dichtungen
- Wenn das Budget Priorität hat
- Für Fahrzeuge mit sehr geringem Kilometerstand
Wie du das passende Öl für dein Auto bestimmst
Das technische Handbuch konsultieren
Die Grundregel bei der Ölwahl ist, die Spezifikationen des technischen Handbuchs des Fahrzeugs zu beachten. Diese geben an:
- Die empfohlene Viskosität
- Die notwendigen API/ACEA-Standards
- Die spezifischen Herstellerspezifikationen
- Die benötigte Menge für den Wechsel
Zu berücksichtigende Faktoren
- Motortyp: Benzin, Diesel, Turbolader, Atmosphärisch
- Kilometerstand des Fahrzeugs: neue Motoren vs. Motoren mit hohem Kilometerstand
- Nutzungsbedingungen: Stadt, Autobahn, extreme Bedingungen
- Lokales Klima: sehr niedrige oder hohe Temperaturen
Die Bedeutung regelmäßiger Ölwechsel
Unabhängig von der Art des Motoröls, das du wählst, muss es regelmäßig gewechselt werden. Selbst die leistungsstärksten Öle verlieren im Laufe der Zeit ihre Eigenschaften aufgrund von:
- Hohe Betriebstemperaturen
- Verschmutzung durch Verschleißpartikel
- Ablagerungen und schädliche Substanzen
- Natürliche Oxidation von Bauteilen
Intervallempfehlungen
- Konventionelles Öl: 5.000–7.500 km
- Synthetisches Öl: 10.000–15.000 km
- Unter schweren Bedingungen: Intervalle um 30–50% reduziert
Fazit
Die Wahl des richtigen Motoröls muss nicht kompliziert sein, wenn du die technischen Spezifikationen verstehst und deine Fahrzeugbedürfnisse kennst. Beginne immer mit den Empfehlungen des Herstellers, passe dann die Wahl an die spezifischen Nutzungsbedingungen und dein verfügbares Budget an.
Die Investition in hochwertiges Öl zahlt sich aus in der Motorleistung, seiner Langlebigkeit und den langfristig geringeren Wartungskosten.
Fotoquelle: shop.advanceautoparts.com, luboil.ee, indiamart.com, syntheticoilsource.com