- EU führt Euro-7 ab 2025 ein, verschärft Emissionsregeln vor Elektromobilität.
- Euro-7 verlangt lebenslange Sauberkeit und digitale Überwachung von Verbrauch und NOx.
- NOx-Grenzwerte sinken auf 10–30 mg/km; Euro-6 lag bei 80 mg/km.
- Verschleißemissionen aus Bremsen und Reifen werden erstmals überwacht; Tests unter herausfordernden Bedingungen.
Die Europäische Union hat die Einführung der Euro-7-Normen ab 2025 angekündigt, womit vermutlich die letzten strengen Emissionsvorschriften für Verbrennungsmotoren vor dem Übergang zur Elektromobilität eingeführt werden.
Experten gehen davon aus, dass die Anforderungen dieser Standards so streng sind, dass sie das Aus für Diesel- und Benzinmotoren in der Serienproduktion deutlich beschleunigen.
Was sind die Euro-7-Emissionsnormen?
Die Euro-Normen sind europäische Standards, die Motoren nach dem Grad der schädlichen Emissionen klassifizieren. Jede neue Generation bringt strengere Grenzwerte für schädliche Substanzen fest, sodass Hersteller sauberere Technologien entwickeln müssen. Diese Vorschriften haben sich seit der Einführung des ersten Euro-1-Standards im Jahr 1992 kontinuierlich weiterentwickelt.
Ziele der Euro-7-Normen
Im Kontext des Klimawandels und des Europäischen Grünen Deals zielen die neuen Vorschriften darauf ab, Diesel- und Benzinmotoren auf ein beispielloses Sauberkeitsniveau zu bringen. Im Gegensatz zu früheren Standards schreibt Euro 7 vor, dass Fahrzeuge über ihre gesamte Lebensdauer sauber bleiben, unabhängig von Einsatzbedingungen oder Alter.
Euro-7-Normen werden auch Elemente einer fortschrittlichen digitalen Überwachung umfassen. Fahrzeuge müssen Systeme besitzen, die Mobilfunknetze nutzen, um in Echtzeit Behörden Daten über den Kraftstoffverbrauch und die NOx-Emissionen zu übermitteln.
Emissionsgrenzwerte deutlich restriktiver
Emissionen vom Abgassystem
Für Abgase schlagen die Euro-7-Regelungen dramatische Grenzwerte vor. Derzeit erlaubt der seit 2014 geltende Euro-6-Standard bis zu 80 mg/km NOx für Dieselmotoren. Die neuen Vorschriften werden diese Grenze auf lediglich 10-30 mg/km senken, eine Verringerung um bis zu das Achtfache.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die leistungsstärksten Dieselmodelle der aktuellen Generation bereits unter 20 mg/km liegen, manche sogar unter 10 mg/km. Das Problem besteht jedoch darin, diese Werte unter allen Betriebsbedingungen konstant zu halten.
Emissionen durch Verschleißkomponenten
Eine wesentliche Neuerung der Euro-7-Normen ist die Überwachung der Emissionen, die durch mechanischen Verschleiß entstehen. Zum ersten Mal werden die Vorschriften auch Partikel berücksichtigen, die durch:
- Verschleiß der Bremsbeläge
- Abnutzung der Reifen
- Weitere Komponenten in Kontakt mit der Fahrbahn
Diese Partikel tragen deutlich zur lokalen Luftverschmutzung bei, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Gebieten.
Testbedingungen – Die große Herausforderung
Das Hauptproblem liegt nicht in den Grenzwerten selbst, sondern in den extremen Bedingungen, unter denen sie eingehalten werden müssen. Im Gegensatz zu früheren Tests, die unter optimalen Laborbedingungen durchgeführt wurden, verlangen die Euro-7-Normen, dass die Grenzwerte in jeder Anwendungssituation erfüllt sind:
- Beim kalten Start des Motors
- Unter Vollgasbeschleunigung
- Bei Höchstgeschwindigkeit
- Bei maximaler Fahrzeugbeladung
- Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs
Diese Anforderungen spiegeln die reale Nutzung von Fahrzeugen wider, stellen aber erhebliche technologische Herausforderungen für die Hersteller dar.
Technische Auswirkungen auf die Hersteller
Erhöhter Energiebedarf
Um diese Standards zu erfüllen, werden Nachbehandlungssysteme der Abgase deutlich mehr Energie benötigen als heute. Das bedeutet:
- Viel stärkere Batterien
- Leistungsfähigere Generatoren
- Komplexere elektrische Systeme
Verbrauchsparadox
Es entsteht damit ein technisches Paradoxon: Die Systeme, die Emissionen reduzieren, benötigen mehr Energie, was zu einem höheren Kraftstoffverbrauch und damit zu höheren CO2-Emissionen führen kann. Der Verbrennungsmotor muss mehr arbeiten, um die Batterien zu laden, die die Anti-Polare-Systeme versorgen, wodurch die Gesamteffizienz sinkt.
Übergang zur Elektrifizierung
Es ist offensichtlich, dass die Europäische Union diese Normen als Instrument zur Beschleunigung der Elektrifizierung nutzt. Die Euro-7-Normen stellen einen Zwischenstopp vor dem vollständigen Verbot des Verkaufs von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren dar, das für 2035 vorgesehen ist.
Die Autohersteller stehen vor einem Dilemma: in die Entwicklung von Verbrennungsmotoren zu investieren, die in wenigen Jahren verboten werden, oder diese Mittel in die Elektrifizierung umzulenken? Die meisten Hersteller haben bereits die zweite Option gewählt und angekündigt, die Entwicklung von Verbrennungsmotoren schrittweise einzustellen.
Anpassungszeitraum für Besitzer aktueller Fahrzeuge
Bestandsfahrzeuge sind nicht retroaktiv betroffen. Die Euro-7-Normen gelten ausschließlich für Neufahrzeuge. Fahrzeuge der Euro-5- und Euro-6-Klasse dürfen weiterhin gemäß lokalen Vorschriften fahren. Verkehrsrestriktionen können von Stadt zu Stadt variieren.
Langfristige Perspektive
Die Euro-7-Normen markieren vermutlich das letzte Kapitel der Entwicklung von Verbrennungsmotoren in Europa. Sie sollen den Übergang zur Elektrifizierung so schrittweise gestalten und sicherstellen, dass bis 2035, dem Datum des vollständigen Verbots, die Elektrifizierungstechnologie ausgereift und für die breite Bevölkerung erschwinglich ist.