- AEB überwacht die Fahrzeugumgebung und bremst automatisch bei Nichtreaktion des Fahrers.
- Systeme unterscheiden Bremsunterstützung (zusätzliche Kraft) und Vollbrems-Systeme (vollständige Bremsung).
- Hinderniserkennung nutzt Radar, Kameras, Lasersensoren und Ultraschall zur Risikobewertung.
- Aktivierung erfolgt in Stufen: Warnung, Gurtstraffer, Bremsunterstützung, automatisches Bremsen.
Die Fahrzeugtechnologie entwickelt sich rasant, und eine der wichtigsten Sicherheitsinnovationen ist das automatische Bremssystem. In einer Ära, in der Ablenkung am Lenkrad immer häufiger vorkommt, bildet dieses System eine entscheidende Barriere zwischen einem Moment der Unachtsamkeit und einem schweren Unfall.
Das automatische Bremssystem kombiniert fortschrittliche Sensoren mit dem Bremssystem des Fahrzeugs, um Kollisionen zu erkennen und zu verhindern. Obwohl die meisten dieser Systeme das Risiko eines Unfalls nicht vollständig eliminieren, reduzieren sie die Aufprallgeschwindigkeit deutlich und minimieren so die Schwere von Kollisionen.
Was ist das autonome Bremssystem (AEB)
Das autonome Bremssystem, auch bekannt als AEB (Autonomes Emergency Braking), ist eine Sicherheits-Technologie, die den Raum vor dem Fahrzeug kontinuierlich überwacht. Durch eine Kombination von Sensoren kann das System Fahrzeuge, Fußgänger oder andere Hindernisse erkennen und die Bremsen automatisch aktivieren, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.
Es gibt two Haupttypen von Systemen:
- Bremsunterstützungssysteme: liefern zusätzliche Bremskraft, wenn erkannt wird, dass der Fahrer abbremst, aber nicht stark genug
- Vollbrems-Systeme: können die Bremsen vollständig autonom betätigen, ohne Eingreifen des Fahrers
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Systeme unter denselben Bedingungen arbeiten. Einige sind für hohe Geschwindigkeiten optimiert (über 30-50 km/h), andere speziell für den Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten konzipiert.
Wie funktioniert die Technologie
Jeder Autohersteller hat sein eigenes System entwickelt, aber die Grundprinzipien bleiben ähnlich. Der Funktionsablauf umfasst folgende Schritte:
Hinderniserkennung
Das System verwendet eine Mischung aus Technologien, um zu “sehen”, was vor dem Fahrzeug passiert:
- Radar-Sensoren: erkennen Objekte und messen Abstand sowie relative Geschwindigkeit
- Kameras: identifizieren die Art des Hindernisses (Fahrzeug, Fußgänger, Radfahrer)
- Lasersensoren (LIDAR): liefern sehr genaue Entfernungsangaben
- Ultraschallsensoren: werden vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten eingesetzt
Berechnung des Kollisionsrisikos
Nach der Erkennung eines Hindernisses berechnet das System:
- Ihre Fahrzeuggeschwindigkeit
- Geschwindigkeit und Richtung des Hindernisses
- Verbleibende Zeit bis zu einer möglichen Kollision
- Notwendige Bremsdistanz
Aktivierung des Systems
Je nach Schwere der Situation kann das System:
- Warnung: Visuelle und akustische Signale, um den Fahrer aufmerksam zu machen
- Gurtstraffer-Vorspannung: Vorbereitung der Sicherheitssysteme
- Bremsunterstützung: Verstärkung der Bremskraft, die der Fahrer anwendet
- Automatisches Bremsen: vollständige Aktivierung der Bremsen
Einige fortschrittliche Systeme integrieren auch GPS-Informationen, um Kurven oder Risikozonen vorauszuberechnen.
Grenzen und Herausforderungen des Systems
Obwohl die Technologie beeindruckend ist, haben automatische Bremssysteme auch Grenzen:
Falsche Erkennung
Ältere Systeme können fälschlicherweise Folgendes interpretieren:
- Brückenstrukturen oder Bauwerke über der Straße
- Reflektierende Metallplatten
- Extreme Wetterbedingungen (starker Regen, Schnee)
- Fahrzeuge, die plötzlich die Spur wechseln
Geschwindigkeitsgrenzen
Die meisten Systeme arbeiten in einem optimalen Geschwindigkeitsfenster:
- Stadtfahr-Systeme: 5-50 km/h
- Autobahn-Systeme: 30-200 km/h
- Einige funktionieren nicht unter einer bestimmten Minimalgeschwindigkeit
Umweltfaktoren
Die Leistung kann durch folgende Faktoren beeinträchtigt werden:
- Eingeschränkte Sicht
- Verschmutzte oder verdeckte Sensoren
- Straßen mit starkem Gefälle
- Oberflächen mit geringer Haftung
Sicherheitsvorteile
Studien zeigen, dass automatisierte Bremssysteme signifikante Reduzierungen bewirken:
- Auffahrunfälle hinter dem Fahrzeug um 38-40%
- Unfälle mit Fußgängern um 20-25%
- Schwere der Unfälle, die dennoch auftreten, wird reduziert
Auch wenn ein Unfall nicht vollständig vermieden wird, kann eine Reduktion der Geschwindigkeit um nur 10-20 km/h den Unterschied zwischen leichten Verletzungen und schweren oder tödlichen Verletzungen ausmachen.
Integration mit anderen Sicherheitsystemen
Adaptive Cruise Control

Adaptive Cruise Control verwendet dieselben Sensoren, um:
- einen sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten
- die Geschwindigkeit automatisch an den Verkehr anzupassen
- das Fahrzeug bei Bedarf vollständig zu stoppen
- automatisch wieder zu starten, wenn der Verkehr sich beruhigt
Pre-Crash-Systeme
Diese Systeme bereiten das Fahrzeug auf den Aufprall vor:
- Gurtstraffer-Vorspannung
- Anpassung der Sitzposition
- Aktivierung von Schutzsystemen
- Schließen der Fenster
Spurhalteassistenz
In Kombination mit der Spurhaltung kann das System:
- erkennen, ob der Fahrer eingeschlafen ist
- die Fahrspur korrigieren
- Bremsen aktivieren, wenn das Fahrzeug die Spur verlässt
Systemtypen nach Hersteller
Mercedes-Benz - PRE-SAFE
- Das erste Pre-Crash-System der Branche (2002)
- Integration mit aktiven Fahrwerksystemen
- Erkennung von Fußgängern und Radfahrern
BMW - Driving Assistant
- Funktioniert bis 210 km/h
- Erkennung von Fahrzeugen und Fußgängern
- Integration mit dem Navigationssystem
Toyota - Safety Sense
- Standard bei den meisten neuen Modellen
- Nachtsicht mit Infrarot
- Totwinkel-Warnsystem
Volvo - City Safety
- Pionier der urbanen automatischen Bremsung
- Erkennung großer Tiere
- Funktioniert unter allen Lichtverhältnissen
Kosten und Verfügbarkeit
Automatische Bremssysteme werden zunehmend erschwinglich:
- Fahrzeuge der Premiumklasse: serienmäßig in den meisten Modellen
- Fahrzeuge der Mittelklasse: optional oder in Sicherheitspaketen
- Einsteigerfahrzeuge: verfügbar in höherwertigen Ausstattungen
Die Kosten als Optionalvariante liegen je nach Systemkomplexität typischerweise zwischen 800 und 2000 Euro.
Wartung und Kalibrierung
Für eine optimale Funktion benötigt das System:
Regelmäßige Wartung
- Reinigung der Sensoren
- Überprüfung der Achsvermessung
- Überprüfung des Bremssystems
Kalibrierung nach Reparaturen
- Nach dem Austausch der Windschutzscheibe
- Nach Unfällen, auch bei leichten
- Nach Änderungen an der Aufhängung
Warnsignale
- Warnleuchten im Armaturenbrett
- Fehlermeldungen
- Verringerte Systemleistung
Zukunft der Technologie
Zukünftige Entwicklungen umfassen:
- Integration in 5G-Netzwerke zur Fahrzeugkommunikation
- Verbesserte Erkennung durch künstliche Intelligenz
- Vorhersage des Verhaltens von Fußgängern und Radfahrern
- Abstimmung mit intelligenter Infrastruktur
Fazit
Das autonome Bremssystem gehört zu den wichtigsten Sicherheitsinnovationen der letzten Jahre. Es ersetzt nicht sorgfältige, verantwortungsvolle Fahrweise, bietet aber ein kritisches Sicherheitsnetz in Sekundenkrisen. Die Investition in diese Technologie zahlt sich durch mehr Sicherheit und potenzielle Versicherungsersparnisse aus. Noch wichtiger ist, dass sie im Moment der Unaufmerksamkeit Leben retten kann.
Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Auto sind, sollte das automatische Bremssystem ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste stehen, neben anderen modernen Sicherheitsausstattungen.