- Ölwanne speichert Öl, sammelt Rücklauf, 3,8–8 Liter Kapazität.
- Ölpumpe erzeugt Druck; Zahnrad- oder Flügelradpumpen treiben Öl durch Kanäle.
- Verteilnetz versorgt Kurbel- und Pleullager sowie Ventile.
- Ölfilter reinigt Öl, 25–30 Mikrometer Partikel; Bypass schützt bei Verstopfung.
Das Schmierungssystem gehört zu den kritischsten Systemen jedes Verbrennungsmotors. Ohne ausreichende Schmierung würden sich die Metallteile des Motors schnell abnutzen, die Temperaturen würden exponentiell steigen und der Motor könnte binnen weniger Minuten versagen. Dieses komplexe System sorgt nicht nur für die Schmierung der beweglichen Teile, sondern auch für Kühlung, Reinigung und den Schutz des gesamten Motorbaus.
Das Verständnis der Funktionsweise des Schmierungssystems ist essenziell für jeden Fahrzeugbesitzer, denn es ermöglicht, den Motor in optimalen Zustand zu halten und teure Schäden zu verhindern.
Grundlegende Bestandteile des Schmierungssystems
Ölwanne (untere Ölwanne)
[Ölwanne] constituieert das Hauptreservoir des Systems und befindet sich am unteren Teil des Motors. Diese Komponente speichert Öl, wenn der Motor ausgeschaltet ist, und dient als Sammelpunkt für Öl, das aus dem Kreislauf der Schmierung zurückkehrt. Die Kapazität der Ölwanne variiert je nach Hubraum und Motortyp zwischen 3,8 und 8 Litern.
Der Ölwanne ist mit einem Ablassstopfen für den Ölwechsel ausgestattet und in den meisten Fällen mit einem Ölstandsmessstab. Sein Design ermöglicht das Absetzen schwerer Partikel und teilweise Trennung von Verunreinigungen.
Ölpumpe – das Herz des Schmierungssystems
Die Ölpumpe stellt die treibende Komponente des Schmierungssystems dar. Sie erzeugt den Druck, der für den Transport des Öls durch alle Kanäle und Galerien des Motors nötig ist. Es gibt zwei Hauptpumpentypen:
- Zahnradpumpe: Am gebräuchlichsten, verwendet zwei Zahnräder, um Öl anzusaugen und zu komprimieren.
- Flügelradpumpe: Komplexer, bietet einen gleichmäßigeren Fluss und wird in Hochleistungsmotoren eingesetzt.
Die Pumpe wird direkt von der Kurbelwelle über Kette, Riemen oder Zahnräder angetrieben und sorgt so für eine synchrone Funktion mit dem Motor.
Verteilnetz – Ölgalerien
Die Ölgalerien bilden ein komplexes System aus Kanälen, Leitungen und Öffnungen, das das Drucköl zu allen kritischen Bereichen des Motors führt. Sie werden direkt in Block und Nockenwelle hergestellt und versorgen:
- Kurbelwellenlager
- Pleullager
- Verteilungsmechanismus
- Ventilführungen
- Systeme der variablen Ventilsteuerung
Druckregelventil
Dieses Ventil hält den Öldruck innerhalb der optimalen Parameter, unabhängig vom Motordrehzahlbereich. Steigt der Druck zu stark, öffnet sich das Ventil und ermöglicht den Rückfluss eines Teils des Öls zurück zur Ölwanne, um Schäden am System zu verhindern.
Ölfilter – das Reinigungssystem
[Ölfilter] entfernt Verunreinigungen, Metallpartikel und andere Kontaminanten aus dem umlaufenden Öl. Das Filterelement kann Partikel bis zu 25–30 Mikrometern zurückhalten, um empfindliche Motorkomponenten zu schützen. Der moderne Filter enthält zudem eine Bypass-Ventil, das den Ölfluss auch dann ermöglicht, wenn der Filter verstopft ist.
Einspritzdüsen und Öldüsen
Diese Komponenten leiten Öl zu Bereichen, die eine intensive Schmierung benötigen, wie:
- Hinteren Bereich der Kolben (zur Kühlung)
- Steuerkette
- Turbolader
- Einlass- und Auslassventile
Arten von Schmierungssystemen
System mit nasser Ölwanne
Bei den meisten Serienfahrzeugen ist der Ölbehälter in den unteren Motorbereich integriert. Vorteile:
- Einfache Bauweise
- Geringe Produktions- und Wartungskosten
- Hohe Zuverlässigkeit
- Leichter Service
Eine einzige Ölfilterpumpe sorgt für den gesamten Kreislauf, und das Kühlsystem profitiert vom natürlichen Luftstrom unter dem Fahrzeug.
System mit trockener Ölwanne
Für Hochleistungsfahrzeuge und sportliche Anwendungen gedacht, trennt dieses System den Ölbehälter vom eigentlichen Motor. Charakteristische Vorteile:
Vorteile:
- Niedrigerer Schwerpunkt
- Vermeidung von Ölmangel bei seitlichen Beschleunigungen
- Flexible Motorpositionierung
- Bessere Öltemperaturkontrolle
- Größere Ölkapazität
Nachteile:
- Höhere Komplexität
- Mehrere Ölpumpen (mindestens zwei)
- Höhere Kosten
- Aufwendigere Wartung
Wesentliche Funktionen des Motoröls
Schmierung – primäre Funktion
Öl bildet einen dünnen Film zwischen reibenden Metalloberflächen und eliminiert direkten Reibungsverschleiß. Dieser Schmierfilm verhindert:
- Verschleiß durch Reibung
- Verkleben und Blockieren der Bauteile
- Freisetzung von Wärme durch Reibung
- Mechanische Geräusche
Ohne Schmierung würden Spielräume zwischen den Bauteilen rasch durch Verschleiß schrumpfen und zu Motorklemmung führen.
Kühlung der Bauteile
Öl nimmt die von den Bauteilen, dem Verbrennungsprozess und dem Motorverdichtungsvorgang erzeugte Wärme auf und transportiert sie zur Ölwanne, wo sie durch Luftkontakt oder einem speziellen Ölkühler abgekühlt wird.
Interne Reinigung des Motors
Die Verbrennungsmasse und normaler Verschleiß erzeugen:
- Kohlenstoffpartikel
- Metallreste
- Teerablagerungen
- Verbrennungsacide
Öl hält diese Verunreinigungen suspendiert und transportiert sie zum Filter, um das Motorinnere sauber zu halten.
Verbesserte Dichtung
Öl verbessert die Abdichtung zwischen:
- Kolben und Zylinder
- Ventilen und ihren Sitzen
- Kompressionsringen
Diese Funktion erhöht die Motoreffizienz und reduziert schädliche Emissionen.
Korrosionsschutz
Zusatzstoffe im Öl neutralisieren in der Verbrennung gebildete Säuren und schützen Metalloberflächen vor:
- chemischer Korrosion
- Oxidation
- Rostbildung
- aggressiven Angriffen
Vollständiger Schmierzyklus
Der Schmierzyklus folgt einer präzisen Abfolge:
Ansaughphase
- Die Ölumpumpe zieht Öl aus der Ölwanne durch den Ansaugstutzen
- Das Öl passiert ggf. den Ansaugfilter
Druckphase
- Die Pumpe drückt das Öl unter Arbeitsdruck (2–6 bar)
- Das Drucköl wird zum Hauptfilter geleitet
Filtrierungsphase
- Der Filter entfernt Verunreinigungen und Partikel
- Das Bypass-Ventil erlaubt den Durchfluss bei Verstopfung
Verteilungsphase
- Das saubere Öl erreicht die Hauptgalerie
- Es wird zu allen Schmierpunkten verteilt:
- Kurbelwellenlager
- Pleuellager und Kolben
- Verteilungsmechanismus
- Turbolader (falls vorhanden)
- Weitere bewegliche Komponenten
Rückflussphase
- Das Öl fließt durch die Gravitation zurück zur Ölwanne
- Der Kreislauf wiederholt sich kontinuierlich
Arten von Motorölen
Konventionelles Mineralöl
Eigenschaften:
- Aus Erdöl raffiniert
- Am kostengünstigsten
- Akzeptable Leistung für Standardmotoren
- Kürzere Wechselintervalle
Vorteile:
- Günstig
- Universelle Kompatibilität
- Hohe Verfügbarkeit
Nachteile:
- Empfindlich gegenüber extremen Temperaturen
- Schnellere Abnutzung
- Begrenzte Leistung
Vollsynthetisches Öl
Eigenschaften:
- Künstlich hergestellt aus chemischen Komponenten
- Höhere Leistung
- Hohe thermische Stabilität
- Lange Wechselintervalle
Vorteile:
- Optimale Funktion bei extremen Temperaturen (-40°C bis +150°C)
- Widerstand gegen Abbau
- Überlegene Schmierfähigkeit
- Verbesserter Kraftstoffverbrauch
- Erhöhter Schutz vor Verschleiß
Nachteile:
- Hoher Preis
- Mögliche Kompatibilitätsprobleme mit älteren Dichtungen
Halbsyntheseöl (Blend)
Eigenschaften:
- Mischung aus Mineralöl und Syntheseöl
- Kompromiss zwischen Leistung und Preis
- Geeignet für die meisten Anwendungen
SAE-Gradeing und Viskosität
SAE-Viskositätsklassifizierung
Die Society of Automotive Engineers (SAE) standardisiert das Viskositätsgrad-System:
Gradierungsformat:
- XW-Y (z. B. 5W-30)
- X = Viskosität bei niedrigen Temperaturen
- W = Winter (Kälte)
- Y = Viskosität bei hohen Temperaturen
Praxisbeispiele der Gradierung
0W-20: Sehr dünnflüssiges Öl, geeignet für:
- Moderne Motoren mit engen Toleranzen
- Sehr kalte Klimazonen
- Maximale Kraftstoffersparnis
5W-30: Am gebräuchlichsten, universell einsetzbar für:
- Die meisten modernen Motoren
- Ganzjährig nutzbar
- Ausgewogenheit zwischen Schutz und Economy
10W-40: Wachsameres Öl für:
- Motoren mit hohem Kilometerstand
- Warmes Klima
- Motoren mit fortgeschrittener Verschleiß
15W-50: Für spezielle Anwendungen:
- Sportmotoren
- Sehr hohe Temperaturen
- Intensiver Einsatz
Bedeutung der richtigen Wahl
Die Verwendung eines falschen Grades kann verursachen:
- Zu flüssiges Öl: Verschleißbeschleunigung, Ölaufnahme, unzureichender Schutz
- Zu dickes Öl: Startprobleme bei kaltem Motor, erhöhter Kraftstoffverbrauch, schlechte Ölförderung
Additive im modernen Öl
Viskositätsindex-Versteller (VII)
Diese Polymere ermöglichen dem Öl, die Viskosität unter variierenden Temperaturen zu halten, wodurch saisonale Ölwechsel entfällt.
Reinigungs- und Dispersionsmittel
- Detergentien reinigen metallische Oberflächen
- Dispersanten halten Verunreinigungen in Suspension
- Zusammen verhindern sie Ablagerungen
Anti-Abnutzungs- (AW) und Extremdruck-Additive (EP)
- Reduzieren Reibung unter hohen Lasten
- Schützen unter extremen Betriebsbedingungen
- Enthalten Zink-, Phosphor- und Schwefelverbindungen
Antioxidantien und Stabilisatoren
- Verhindern die Oxidation des Öls
- Verlängern Wechselintervalle
- Erhalten Schmiereigenschaften
Rost- und Korrosionsinhibitoren
- Neutralisieren Verbrennungsäuren
- Schützen Metallkomponenten
- Verlängern die Lebensdauer des Motors
Additive zur Verbesserung des Fließpunkts
Ermöglichen den Ölfluss bei sehr niedrigen Temperaturen, erleichtern den Start bei Kälte.
Häufige Probleme des Schmierungssystems
Ölleckagen – Ursachen und Lösungen
[Ölleckagen] können vielfältige Ursachen haben:
Geringfügige Lecks:
- Lockerer Ablassdeckel oder verschlissene Dichtung
- Falsch montierter Ölfilter
- Dichtung der Ölwanne
Größere Lecks:
- Defekte Zylinderkopf-Dichtung
- Dichtung der Ventildeckel
- Dichtungen der Ölpumpe
- Ölleitungsverbindungen
Alarmzeichen:
- Ölflecken unter dem Auto
- Blauer Rauch aus dem Auspuff
- [Niedriges Ölniveau]
- Sichtbarer Kühlmittelverlust oder Verunreinigung durch Öl
Niedriger Öldruck
Mögliche Ursachen:
- Unzureichender Ölstand
- Verschlissene oder defekte Ölpumpe
- Verstopfter Filter
- Falsche Ölviskosität für die Temperatur
- Verschlissene Lager (erhöhte Spielräume)
- Blockierte Druckregelung
Symptome:
- Öldruckleuchte an Bord leuchtet
- Metallische Klopf-/Schlaggeräusche im Motor
- Unruhiger Motorlauf
- Erhöhte Motortemperatur
Ölabbau
Ursachen beschleunigter Abnutzung:
- Lange Wechselintervalle
- Betrieb bei hohen Temperaturen
- Kontamination durch Kraftstoff oder Kühlmittel
- Verstopfter Filter
- Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen
Anzeichen des Ölabbaus:
- Dunkle oder bräunliche Farbe
- Zähflüssige, klebrige Konsistenz
- Starker Geruch
- Sichtbare Partikel
- Schaumbildung beim Ölstandstest
Übermäßiger Ölverbrauch
Interne Ursachen:
- Verschlissene Kolbenringe
- Beschädigte Ventilführungen
- Abgenutzte Ventildichtungen
- Verschlissene Zylinder
Externe Ursachen:
- Sichtbare Lecks
- Verschlissene Dichtungen
- Probleme der Turboladeranlage
Optimierter Wartungsplan
Regelmäßiger Ölwechsel
Empfohlene Intervalle:
- Mineralöl: 5.000–7.500 km
- Halbsyntheseöl: 7.500–10.000 km
- Synthetisches Öl: 10.000–15.000 km
Faktoren, die die Intervalle beeinflussen:
- Fahrbedingungen (Stau, Kurzstrecken)
- Klima (extreme Temperaturen)
- Fahrstil
- Alter und Zustand des Motors
Reguläre Überprüfung des Ölstands
Korrekte Vorgehensweise:
- Motor ausgeschaltet und kalt (mindestens 5 Minuten)
- Fahrzeug auf ebener Fläche
- Ölstandmessstab entfernen und reinigen
- Stab vollständig einführen und wieder herausziehen
- Ölstand sollte sich zwischen MIN und MAX befinden
Prüffrequenz:
- Monatlich bei Neufahrzeugen
- Zweiwöchentlich bei Fahrzeugen mit über 100.000 km
- Vor längeren Reisen
Ölfilterwechsel
Der Filter muss bei jedem Ölwechsel zwingend gewechselt werden, um:
- die Filtrierfähigkeit zu erhalten
- das Rückcirculation von Verunreinigungen zu verhindern
- den optimalen Ölfluss sicherzustellen
Wahl des richtigen Öls
Auswahlkriterien:
- Herstellervorgaben: ACEA, API, OEM-Spezifikationen
- SAE-Viskosität gemäß Empfehlungen
- Öltyp (Mineral, Halbsynthese, Synthetik)
- Nutzungsbedingungen
- Alter und Kilometerstand des Motors
Warnsignale überwachen
Visuelle Indikatoren:
- Öldruckwarnleuchte am Armaturenbrett
- Farbe und Konsistenz des Öls
- [Sichtbare Ölleckagen]
- Rauchentwicklung aus dem Abgas
Akustische Indikatoren:
- Metallische Klopfgeräusche
- Klappern der Ventile
- Ölumpumpengeräusch
Geruchsindikatoren:
- Geruch von brennendem Öl
- Rauch im Innenraum
- Geruch am Auspuff
Moderne Technologien in Schmierungssystemen
Elektronische Überwachung
Moderne Systeme umfassen:
- Öldrucksensoren
- Öltimersensoren
- Systeme zur Überwachung der Viskosität
- Restlebensdaueranzeige für Öl
Ölpumpen mit variabler Förderleistung
Diese Pumpen passen den Förderstrom je nach:
- Motordrehzahl
- Öltemperatur
- Motorbelastung
- Betriebsbedingungen
Vorteile:
- Reduzierter Kraftstoffverbrauch
- Verringerte Reibungsverluste
- Verbesserte Effizienz
Ölkühlsysteme
Ölkühler sind entscheidend für:
- Hochbelastete Motoren
- Einsatz bei extremen Bedingungen
- Aufrechterhaltung der optimalen Öltemperatur
- Verlängerung der Öllebensdauer
Ölwechsel that performed at the correct intervals and with appropriate products represents the most important preventive maintenance measure for any engine.
Fazit
Das Schmierungssystem bildet die Rückgrat jedes Verbrennungsmotors. Seine ordnungsgemäße Funktion bestimmt direkt Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Leistung des Motors. Ein solides Verständnis der Komponenten, Funktionen und Wartungsanforderungen befähigt Fahrzeugbesitzer, Fahrzeuge in optimalem Zustand zu halten und teure Reparaturen zu vermeiden.
Nichteinhalten des Wartungsplans oder Ignorieren von Warnsignalen kann katastrophale Schäden verursachen, die einen kompletten Motoraustausch erforderlich machen. Die Investition in hochwertige Öle und regelmäßige Wartung zahlt sich schnell aus, indem Reparaturkosten reduziert und die Motorlaufzeit verlängert wird.
Für jedes Problem im Schmierungssystem ist die Konsultation eines qualifizierten Auto-Spezialisten essentiell, um eine korrekte Diagnose und eine effiziente Problemlösung sicherzustellen.