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Umfassender Leitfaden zur Wahl des richtigen Motoröls
Nützliche Tipps

Umfassender Leitfaden zur Wahl des richtigen Motoröls

26 Dez 2025 · Aktualisiert: 30 Dez 2025
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Zusammenfassung
  • Motoröl schützt, kühlt, verhindert Korrosion und entfernt Rückstände; wichtig für Langlebigkeit.
  • Regelmäßiger Ölstand-Check und Ölwechsel verhindern teure Reparaturen.
  • Synthetisch, Semisynthetisch, Mineralöl: Vor- und Einsatzbereiche.
  • Herstellerempfehlungen beachten; Öl muss Spezifikationen entsprechen, Garantieverlust möglich.

Zu den wichtigsten Bausteinen für den optimalen Betrieb und die Langlebigkeit jedes Fahrzeugs gehört das Motoröl. Diese wesentliche Komponente erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben: Sie schmieret die beweglichen Motorteile, kühlt Bauteile, die extremen Temperaturen ausgesetzt sind, verhindert Korrosion und entfernt Rückstände aus dem Verbrennungsprozess.

Korrekte Entscheidungen bei der Wahl des Motoröls können den Unterschied ausmachen zwischen einem Motor, der Hunderttausende Kilometer reibungslos läuft, und einem, der vorzeitig Probleme entwickelt. Die RAR empfiehlt allen Fahrern, die Wartung und den ordnungsgemäßen Betrieb des Fahrzeugs ernst zu nehmen, und die Wahl sowie die richtige Wartung des Motoröls sind eine absolute Priorität.

Die regelmäßige Überprüfung des Motorölstands

Die Überprüfung des Ölstands und des Ölaussehens ist eine absolut notwendige Prozedur, die jeder Fahrzeugbesitzer eigenständig durchführen kann. Bei klassischen Fahrzeugen erfolgt diese Prüfung mit dem Ölstandsmessstab (Ölpeilstab), während moderne Fahrzeuge genaue Informationen über das Borddisplay im Armaturenbrett liefern.

Periodisch muss das Öl vollständig gewechselt werden, um seine spezifischen Eigenschaften zu erhalten und seine schützende Rolle zu erfüllen. Die Vernachlässigung dieses Aspekts kann zu vorzeitigem Verschleiß der Motorkomponenten und zu teuren Reparaturen führen.

Die Arten von Motoröl nach Zusammensetzung

Das Verständnis der Unterschiede zwischen den verfügbaren Öltypen ist entscheidend, um die richtige Wahl zu treffen:

Synthetisches Motoröl

Es enthält chemisch im Labor synthetisierte Substanzen und bietet überlegene Leistung sowie erhöhte Haltbarkeit. Die Hauptvorteile umfassen:

  • Überlegene Beständigkeit gegen extreme Temperaturen
  • Verbesserter Verschleißschutz
  • Längere Intervalle zwischen Ölwechseln
  • Höhere chemische Stabilität

Semisynthetisches Motoröl

Es stellt eine ausgewogene Mischung aus synthetischem und mineralischem Öl dar und bietet:

  • Einen Kompromiss zwischen Leistung und Kosten
  • Ausreichender Schutz für die meisten Fahrzeuge
  • Verbesserte Eigenschaften gegenüber rein mineralischem Öl
  • Erschwinglicher Preis für viele Fahrzeughalter

Mineralöl

Es enthält Basistoffe aus Rohöl und zeichnet sich durch:

  • Geringere Kosten, budgetfreundlich
  • Grundlegende Leistungsfähigkeit für ältere Motoren
  • Notwendigkeit häufigerer Ölwechsel
  • Begrenzter Schutz unter Extremtemperaturen

Wie wählt man das passende Motoröl aus

Die korrekte Wahl des Motoröls basiert auf mehreren wesentlichen Faktoren, die sorgfältig bewertet werden müssen.

Einhaltung der Herstellerempfehlungen

Das Motoröl muss stets den Spezifikationen entsprechen, die vom Fahrzeughersteller vorgegeben werden. In der technischen Dokumentation finden sich sowohl detaillierte Spezifikationen als auch der empfohlene Intervall für den Ölwechsel. Die Ignorierung dieser Empfehlungen kann die Fahrzeuggarantie ungültig machen und den Motor schädigen.

Das Verständnis der Viskositätsklasse

Die Viskosität zählt zu den wichtigsten Eigenschaften des Motoröls:

Monograde-Öl vs. Mehrbereichsöl

Mehrbereichsöle werden am häufigsten verwendet, da sie das ganze Jahr über Schutz bieten und unabhängig von Temperaturschwankungen konstanten Schutz liefern.

Codierung der Mehrbereichsviskosität

Die Standardcodierung lautet “XW-XX” (z. B. 5W-40), wobei:

  • Die Ziffer vor dem W (Winter) den Viskositätsgrad bei niedrigen Temperaturen angibt. Je niedriger die Zahl, desto fluidier bleibt das Öl bei Kälte. Typische Werte: 0W, 5W, 10W, 15W, 20W.
  • Die Temperatur, bei der der Motor zuverlässig läuft, wird durch die erste Ziffer nach dem W angegeben (0W: -35°C, 5W: -30°C, 10W: -25°C, 15W: -20°C, 20W: -15°C).
  • Der zweite Zahlencode (20, 30, 40, 50) bezieht sich auf die Viskosität bei hohen Temperaturen. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz bei hohen Temperaturen. Öle mit höherer Viskosität (40, 50) werden oft für Hoch kilometrierte Motoren empfohlen.

Internationale Klassifikationen der Motoröle

ACEA-Klassifizierung (Europäische Automobilherstellervereinigung)

ACEA klassifiziert Öle nach technischen Spezifikationen und Betriebsparametern:

Hauptkategorien:

Kategorie A (Benzinmotoren):

  • A1/B1: Öle mit niedriger Viskosität für Kraftstoffeinsparung
  • A3/B3: Öle für hohe Leistungsfähigkeit
  • A3/B4: Öle für Motoren mit Direkteinspritzung
  • A5/B5: Öle mit sehr niedriger Viskosität

Kategorie C (Motoren mit Abgasnachbehandlung):

  • C1: Sehr niedrige Viskosität, geringer Zündstaubanteil
  • C2: Niedrige Viskosität, geringer Zündstaubanteil
  • C3: Mittlere Viskosität, geringer Zündstaubanteil
  • C4: Sehr geringer Zündstaubanteil
  • C5: Sehr niedrige Viskosität, für Kraftstoffverbrauch

Kategorie E (Dieselmotoren für schwere Nutzfahrzeuge):

  • E4: Für Euro-I–Euro-V-Motoren
  • E6: Für Euro-I–Euro-VI-Motoren
  • E7: Für Euro-I–Euro-VI-Motoren mit DPF
  • E9: Für Motoren Euro I–VI mit speziellen Anforderungen

API-Klassifizierung (American Petroleum Institute)

Die API-Klassifizierung verwendet S für Benzinmotoren und C für Dieselmotoren, gefolgt von einem Zweitbuchstaben, der das Leistungsniveau angibt (z. B. SN, SP für Benzin; CK-4, FA-4 für Diesel).

Wechselintervalle und Warnsignale

Eine ordnungsgemäße Wartung setzt voraus, dass die vom Hersteller empfohlenen Intervalle eingehalten und Signale erkannt werden, die auf einen Ölwechsel hinweisen.

Standardwechselintervalle

  • 10.000 km: Für synthetische Öle unter normalen Betriebsbedingungen
  • 15.000 km: Für hochwertige synthetische Öle unter idealen Bedingungen
  • 30.000 km: Für spezielle Öle mit verlängerten Intervallen (nur bestimmte Marken)

Faktoren, die die Wechselintervalle beeinflussen

  • Strenge Einsatzbedingungen erfordern häufigere Ölwechsel:
    • Stadtverkehr mit Stop-and-Go
    • Häufige Kaltstarts
    • Kurze, häufige Fahrten
    • Staub- oder Feuchtigkeitsbedingungen
    • Anhängerbetrieb oder schwerer Lasttransport

Signale, die einen Ölwechsel erforderlich machen

Zusätzlich zu geplanten Intervallen sollte der Fahrer aufmerksam sein für:

Bedienfeldanzeigen:

  • Öldruckwarnleuchte
  • Motortemperaturüberhitzungswarnung
  • Serviceanzeigen im Multifunktionsdisplay

Signale des Fahrzeugs:

  • Motor wird lauter und Schmierung funktioniert nicht mehr ordnungsgemäß
  • Abfall des Ölstands (möglicher Ölverlust)
  • Veränderung der Ölfarbe (wird dunkler)
  • Auftreten von Metallpartikeln im Öl
  • Starker Geruch oder Ölverbrennung

Empfehlungen für eine optimale Wartung

Regelmäßige Prüfung

  • Prüfen Sie den Ölstand mindestens einmal im Monat
  • Prüfen Sie Aussehen und Farbe des Öls bei jeder Kontrolle
  • Verfolgen Sie den Ölverbrauch und melden Sie Anomalien

Nachfüllung des Öls

Es kann vorkommen, dass der Ölstand zwischen Ölwechseln sinkt und eine Nachfüllung erforderlich ist. In diesem Fall:

  • Verwenden Sie dieselbe Ölart und Marke
  • Überschreiten Sie niemals den Höchststand auf dem Messstab
  • Ermitteln Sie die Ursache des sinkenden Standes, wenn Nachfüllungen häufig erforderlich sind

Wahl von Anbietern und Servicebetrieben

  • Wenden Sie sich an autorisierte Werkstätten für Ölwechsel
  • Kaufen Sie Öl nur von vertrauenswürdigen Anbietern
  • Bewahren Sie Nachweise über Ölwechsel auf (für Garantie)
  • Prüfen Sie die Echtheit der Produkte (Vermeidung von Fälschungen)

Die RAR empfiehlt allen Fahrern, die Wartung der ordnungsgemäßen Fahrzeugfunktion ernst zu nehmen; die Wahl und richtige Wartung des Motoröls ist eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, um einen optimalen Betrieb und eine verlängerte Lebensdauer des Motors sicherzustellen.