- Schlupf des Getriebes deutet auf Drehmomentübertragungsdefekt hin und erfordert schnelles Handeln
- Ruckeln im Leerlauf: unkontrollierte Drehzahlschwankungen und Vibrationen
- Schwierige Beschleunigung durch reduzierte Leistung und späte Gasannahme
- Überhitzung des Getriebes mit steigender Öltemperatur, Geruch und Schutz aktiviert
Der Drehmomentwandler ist eine zentrale Komponente des Automatikgetriebes und überträgt das Drehmoment vom Motor zum Getriebe. Dieses komplexe Bauteil kann im Laufe der Zeit verschiedene Probleme entwickeln, die die Leistung des Fahrzeugs und den Fahrkomfort beeinträchtigen.
Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe, insbesondere älteren Modellen, treten häufig Ausfälle des Drehmomentwandlers auf. Das Verständnis der Symptome und Diagnosemethoden kann teure Schäden vorbeugen und die Lebensdauer des Getriebes verlängern.
Symptome eines defekten Drehmomentwandlers
Die frühzeitige Erkennung von Problemen des Drehmomentwandlers ist entscheidend, um größere Schäden am Getriebe zu vermeiden. Die folgenden Symptome deuten auf mögliche Defekte hin:
Schlupf des Getriebes
Der häufigste Indikator für eine Problemstellung mit dem Drehmomentwandler ist das schlupfende Getriebe. Dieses Phänomen äußert sich durch:
- Der Motor beschleunigt, die Drehzahl steigt, das Fahrzeug gewinnt jedoch nicht proportional an Geschwindigkeit
- Der Drehzahlmesser steigt schnell, während die Geschwindigkeit konstant bleibt oder nur sehr langsam zunimmt
- Das Gefühl erinnert an das Schleifen der Kupplung in einem Schaltgetriebe
Dieses Problem weist auf eine Übertragung von Drehmoment vom Motor zum Getriebeverlust hin und erfordert eine sofortige Intervention.
Ruckeln im Leerlauf
Ein defekter Drehmomentwandler kann Leerlauffluktuationen verursachen. Diese Oszillationen zeichnen sich aus durch:
- Die Drehzahl fällt oder steigt unkontrolliert im Leerlauf
- Der Motor “springt”, wenn das Fahrzeug im Stand mit eingelegtem Gang läuft
- Vibrationen, die durch die Karosserie übertragen werden
Schwierige Beschleunigung
Leistungseinbußen beim Beschleunigen können interne Defekte des Drehmomentwandlers anzeigen:
- Verzögerte Reaktion beim Gasgeben
- Leistungsverlust beim Starten aus dem Stand
- Notwendigkeit, den Motor stark zu touren, um Beschleunigung zu erreichen
Diese Symptome resultieren aus hydraulischen Druckdifferenzen oder interner Gleitreibung der Bauteile.
Fahrzeug bewegt sich nicht
In schweren Fällen weigert sich das Fahrzeug, sich in irgendeine Richtung zu bewegen:
- Der Motor startet normal, das Fahrzeug reagiert nicht auf Gasbefehle
- Kein Kraftschluss auf die Räder
- Eine Diagnose ist dringend erforderlich, um die genaue Ursache zu ermitteln
Überhitzung des Getriebes
Durch das Gleiten des Wandlers entsteht übermäßige Hitze:
- Die Temperatur des Getriebeöls steigt stark an
- Geruch von verbranntem ATF-Öl
- Aktivierung des thermischen Schutzsystems (sofern vorhanden)
- Beschädigung der Getriebekomponenten durch Hitze
Moderne Fahrzeuge können Temperatursensoren haben, die Warnleuchten im Armaturenbrett auslösen.
Anormale Getriebelaufgeräusche
Ungewöhnliche Geräusche können auf Verschleiß interner Komponenten hindeuten:
- Metallisches Summen bei Beschleunigung
- Verschlissene Lagergeräusche
- Reibungs- oder Klopfgeräusche
- Zunehmende Geräusche mit steigender Getriebetemperatur

Funktionsweise des Drehmomentwandlers im Automatikgetriebe
Um Probleme zu verstehen, ist es essenziell, das Funktionsprinzip des Drehmomentwandlers zu kennen.
Hydrodynamisches Prinzip
Der Drehmomentwandler arbeitet nach dem hydrodynamischen Prinzip der Kupplung:
- Pumpenrad – direkt mit der Kurbelwelle verbunden
- Turbinenrad – mit dem Eingang der Getriebe greifbar
- Stator – feststehende Komponente, die den Ölfluss umlenkt
- ATF–Flüssigkeit – Medium zur Drehmomentübertragung
Prozess der Drehmomentübertragung
Die Kraftübertragung erfolgt durch:
- Das Pumpenrad beschleunigt das ATF-Fluid
- Der Ölstrom treibt das Turbinrad an
- Der Stator optimiert den Fluss für maximale Effizienz
- Es entsteht eine hydraulische Verbindung zwischen Motor und Getriebe
Blockierkupplung
Moderne Fahrzeuge verwenden eine Blockierkupplung, die:
- das Schlupfen bei hohen Geschwindigkeiten beseitigt
- die Kraftstoffeffizienz verbessert
- die Erwärmung des Getriebes reduziert
- elektronisch gesteuert aktiviert wird

Moderne Doppelkupplungsgetriebe (DSG) haben herkömmliche Drehmomentwandler weitgehend ersetzt und bieten höhere Effizienz sowie bessere Reaktionsfähigkeit.
Häufige Probleme des Drehmomentwandlers
Das Verständnis häufig auftretender Defekte unterstützt eine präzise Diagnose und eine passende Reparaturstrategie.
Abgenutzte Lager
Verschleiß der Lager ist eine häufige Ursache und äußert sich durch:
Symptome:
- Dauerhafte metallische Geräusche
- Vibrationen beim Beschleunigen
- Metallpartikel im ATF
Ursachen:
- Normaler Verschleiß über die Jahre
- Mangelnde vorbeugende Wartung
- ATF-Verunreinigung
- Wiederholte Überhitzung
Diagnose:
- Öl auf Metallpartikel prüfen
- Geräusche bei verschiedenen Drehzahlen testen
- Vibrationsanalyse per Fahrtest
Undichtigkeiten der Dichtungen
Defekte Dichtungen verursachen:
Hydraulikdruckverluste:
- Abnahme der Drehmomentübertragungseffizienz
- Schlupf des Getriebes
- Überhitzung der Bauteile
Systemverunreinigung:
- Eindringen von Verunreinigungen
- Schneller Verschleiß des ATF
- Beschleunigter Verschleiß der Bauteile
Typische Leckstellen:
- Eingangswellen-Dichtungen
- Gehäusedichtungen des Wandlers
- Hydraulische Verbindungen
Probleme der Blockierkupplung
Spezifische Probleme des Lock-Up-Systems:
Blockierte Kupplung:
- Starke Vibrationen im Leerlauf
- Unregelmäßiges Verhalten im Verkehr
- Mögliche Motoraussetzer
Durchrutschende Kupplung:
- Verringerte Kraftstoffeffizienz
- Überhitzung
- Verminderte Leistung bei hohen Geschwindigkeiten

Defekter Steuer-Solenoid
Der Steuer-Solenoid der Blockierkupplung kann folgende Probleme verursachen:
Elektrische Defekte:
- Unterbrechung der Steuerschaltung
- Kurzschlüsse im Spulenteil
- Korrosion der Verbindungen
Mechanische Defekte:
- Blockieren des Solenoid-Pistons
- Verschleiß der Kalibrationslöcher
- Verunreinigung mit Partikeln
Symptome:
- Fehlercodes im Diagnosesystem
- Unregelmäßige Lock-Up-Funktion
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch
Behebungs- und Reparaturmethoden
Die richtige Vorgehensweise hängt von der Schwere des Problems und dem Gesamtzustand des Getriebes ab.
Wechsel von Öl und Getriebeölfilter
Präventive Wartung ist die erste Schutzlinie:
Zustand des ATF-Öls prüfen:
- Normalfarbe: rotes, durchsichtiges Öl
- Abgenutzte Farbe: braun bis schwarz
- Metallpartikel im Öl deuten auf internen Verschleiß hin
- Brandgeruch deutet auf Überhitzung hin
Wechselprocedure:
- Getriebe auf Betriebstemperatur erwärmen
- Das gebrauchte Öl vollständig ablassen
- Die Ölwanne reinigen
- Den Getriebeölfilter wechseln
- Mit dem vorgeschriebenen Drehmoment montieren
- ATF gemäß Spezifikationen auffüllen
Reparatur des Dichtungssystems
Eingriffe an Dichtungen erfordern:
Getriebe demontieren:
- Trennung von Motor und Getriebe
- Zugang zum Drehmomentwandler
- Lokalisierung von Leckstellen
Bauteile austauschen:
- Neue OEM-konforme Dichtungen
- Richtige Verwendung von Dichtmittel dort, wo erforderlich
- Prüfung der Abdichtflächen

Reparatur der Blockierkupplung
Spezifische Arbeiten am Lock-Up-System umfassen:
Elektronische Diagnose:
- Fehlercodes auslesen
- Steuersonde prüfen
- Stromkreise überprüfen
Mechanische Reparaturen:
- Bremsbeläge ersetzen
- Kontaktflächen ebenen
- Hydraulischen Druck einstellen
Vollständiger Austausch des Drehmomentwandlers
In schweren Fällen ist der komplette Austausch oft die wirtschaftlich sinnvollste Lösung:
Vorteile des vollständigen Austauschs:
- Erweiterte Garantie auf die Komponente
- Wiederhergestellte Leistung auf Originalparametern
- Vermeidung wiederkehrender Reparaturen
Kriterien für den Austausch:
- Mehrfacher Verschleiß interner Komponenten
- Reparaturkosten nahe dem Preis eines neuen Bauteils
- Alter des Fahrzeugs
Bedeutung des ATF-Getriebeöls
Das Getriebeöl erfüllt mehrere kritische Funktionen im Transmissionssystem.
Hauptfunktionen des ATF
Hydraulische Kraftübertragung:
- Medium, in dem das Drehmoment durch den Drehmomentwandler übertragen wird
- Hydraulischer Druck zum Betätigen der Kupplungen
- Arbeitsflüssigkeit für das Steuersystem
Schmierung und Schutz:
- Verringerung der Reibung zwischen beweglichen Bauteilen
- Verschleißschutz der Metalloberflächen
- Wärmeableitung durch Reibung
Reinigung und Schutz:
- Entfernung von Verschleißpartikeln
- Verhinderung von Ablagerungen
- Korrosionsschutz

Interpretation der ATF-Farbe
Der Zustand des Öls liefert wertvolle Hinweise zur Gesundheit des Getriebes:
Rot-transparent – optimaler Zustand:
- Frisches oder kürzlich gewechseltes Öl
- Vollständige Schmiereigenschaften
- Normalbetrieb des Getriebes
Dunkelrot – guter Zustand:
- Das Öl ist benutzt, aber noch funktionsfähig
- Wartung kann vorübergehend hinausgezögert werden
- Regelmäßige Überwachung empfohlen
Braun – fortgeschrittener Verschleiß:
- Schmier Eigenschaften sind beeinträchtigt
- Dringender Ölwechsel notwendig
- Risiko meiner Getriebeschäden
Schwarz – schwere Beschädigung:
- Verbranntes Öl durch Überhitzung
- Mögliche interne Schäden am Getriebe
- Gesamte Systembewertung erforderlich
Rosa – Kühlmittel-Kontamination:
- Eindringen von Wasser ins System
- Risiko interner Korrosion
- Unverzügliche Intervention erforderlich
Welche Farbe hat das Getriebeöl in verschiedenen Situationen
Weitere Details zur Farb- und Zustandsinterpretation von ATF finden sich in unserem dedicierten Leitfaden zu diesem Thema.
Tests und Diagnose des Drehmomentwandlers
Eine korrekte Diagnose erfordert einen systematischen Ansatz und den Einsatz geeigneter Prüftechniken.
Vorbereitung der Prüfung
Aufheizen des Systems:
- Motor starten und im Leerlauf laufen lassen
- ATF-Öl auf 40-60 °C erwärmen
- Scanner zur Temperaturüberwachung verwenden
- Benötigte Zeit: 10–15 Minuten, je nach Umgebungstemperatur
Voruntersuchungen:
- ATF-Stand bei Betriebstemperatur prüfen
- Sicht- und Geruchsprüfung des Öls
- Sichtbare Lecks prüfen
- Reaktion auf elektronische Befehle testen
Statische Prüfung
Leerlauftest:
- Motor auf normale Betriebstemperatur bringen
- Gangwahl auf „D“ (Drive)
- Fußbremse betätigen
- Auf ungewöhnliche Geräusche achten
- Verhalten des Motors beobachten
Stall-Test:
- ACHTUNG: Ein Test, der das Getriebe beschädigen kann, wenn er nicht korrekt ausgeführt wird
- Maximale Drehzahl beachten
- Mit Herstellerspezifikationen vergleichen
Dynamische Prüfung
Kontrollierte Probefahrt:
- Progressive Beschleunigungen ab Stillstand
- Gleichzeitige Überwachung von Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsmesser
- Beobachtung der Kupplungspunkte zwischen den Gängen
- Bewertung der Reaktion auf Befehle
Test der Blockierkupplung:
- Beschleunigen bis ca. 50-60 km/h
- Timing der Lock-Up-Aktivierung beobachten
- Wirksamkeit der Kupplung prüfen
- Entkupplung beim Bremsen testen
Elektronische Diagnose
Fehlercodes:
- Fehlerspeicher auslesen
- Codespezifische Getriebecode prüfen
- Real-time Parameter kontrollieren
- Aktuatoren und Sensoren testen
Wichtige Parameter:
- ATF-Öltemperatur
- Hydraulikdrücke im Kreislauf
- Positionen der Solenoide
- Ein- und Ausgangswindlungen der Wandlerachsen
Lokalisation des Drehmomentwandlers
Für Reparaturen ist die exakte Position der Komponente entscheidend.
Position im Getriebesystem
Physische Lage:
- Zwischen der Kurbelwelle des Motors und der Eingangswelle des Getriebes
- Innerhalb des Bell-Housing (Klingelgehäuse)
- Direkt mit dem Motorschwungrad verbunden
- Von einer unteren Abdeckung geschützt
Wartungszugänglichkeit:
- Erfordert Fahrzeughochheben
- Entfernen der unteren Abdeckungen
- Möglicherweise Entfernen von Querträgern
- Zugang ist in vielen Fällen eingeschränkt
Reparaturkosten und Austauschnachweis
Eine wirtschaftliche Bewertung der Reparaturen ist entscheidend, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Kosten der Bauteile
Neuer Drehmomentwandler:
- Stadtfahrzeuge: 800-1.500 lei
- Premiumfahrzeuge: 1.500-3.000 lei
- Nutzfahrzeuge: 2.000-4.000 lei
- Hochleistungsfahrzeuge: 3.000-6.000 lei
Ersatzteile:
- Dichtungssatz: 200-500 lei
- Lager: 300-800 lei
- Lock-Up-Solenoid: 400-1.200 lei
- Filter und ATF-Öl: 300-600 lei

Kosten der Arbeitsleistung
Faktoren, die den Preis beeinflussen:
- Komplexität des Zugangs zum Getriebe
- Notwendigkeit spezialisierter Ausrüstung
- Erfahrung der Werkstatt mit der jeweiligen Marke
- geografische Lage
Zeitaufwand für Eingriffe:
- Ölwechsel: 1-2 Stunden
- Dichtungsreparaturen: 4-6 Stunden
- Austausch des Wandlers: 6-12 Stunden
- Vollständige Getrieberevision: 12-20 Stunden
Wirtschaftliche Überlegungen
Kosten-Nutzen-Verhältnis:
- Fahrzeugwert vs. Reparaturkosten
- Alter und Kilometerstand des Fahrzeugs
- Historie der vorbeugenden Wartung
- Allgemeiner Zustand des Getriebes
Strategien zur Kostensenkung:
- Präzise Diagnose vor Eingriffen
- Verwendung hochwertiger OEM-Äquivalente
- Regelmäßige vorbeugende Wartung
- Auswahl einer spezialisierten Werkstatt
Vorbeugung von Problemen des Drehmomentwandlers
Präventive Wartung:
- Regelmäßiger Wechsel des ATF-Öls (40.000–80.000 km)
- Regelmäßige Prüfung von Ölstand und -zustand
- Vermeidung von Überhitzung des Getriebes
- Vorsichtiges Fahren in den ersten Kilometern nach dem Start
Fahrpraxis:
- Vermeidung plötzlicher Beschleunigungen in den ersten Fahrkilometern
- Nutzung des Motorbremsverhaltens bei langen Bergabfahrten
- Vermeidung des Ziehens oder Anschubsens anderer Fahrzeuge
- Wartung des Kühlsystems des Motors
Der Drehmomentwandler ist eine komplexe und kostenintensive Komponente, aber mit korrekter Wartung und frühzeitiger Diagnostik lassen sich Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Automatik erheblich verlängern. Das Verständnis der Symptome und der Testmethoden ermöglicht rechtzeitige Interventionen, vermeidet teure Reparaturen und verlängert die Lebensdauer des Automatikgetriebes.